Am Samstag im Kreispokal-Halbfinale:

IG Bönen möchte bei Eintracht Werne "früh für Ruhe sorgen"

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Ilker Algan (Mitte) und seine Bönener Kollegen freuen sich auf das erste Pflichtspiel in der neuen Besetzung.

Wer folgt dem Oberligisten Hammer SpVg in das Finale 19/20 um den Pokal des Fußballkreises Unna-Hamm? Diese Frage wird am Samstag ab 18 Uhr im Sportzentrum Dahl in Werne beantwortet, wo Kreisligist Eintracht den Landesligisten IG Bönen empfangen wird.

Bönen – Zwei Ligen trennen die Kontrahenten. Mindestens. Denn die IG Bönen spielte nicht nur in der ersten Landesligasaison eine gute Rolle. Platz vier hieß es beim Abbruch. Nach den namhaften Verstärkungen zur neuen Spielzeit von Arif Et über Ismail Budak bis zu Ivan Mandusic ist das Leistungsniveau eher auf Westfalenligahöhe. 

Die Gefahr: Der turmhohe Favorit nimmt den Underdog aus dem oberen Kreisliga-Drittel nicht ernst. „Ich hasse das“, findet Bönens Coach Ferhat Cerci dafür drastische Worte. „Das ist eine Respektlosigkeit dem Gegner gegenüber.“ Cerci verlangt Ernsthaftigkeit im Gebaren seiner Elf, ob es gegen einen klassentieferen Gegner geht oder gegen eine Jugendmannschaft. Der IG-Coach spielt offensichtlich auf die Partie gegen die A-Jugend von RW Ahlen an. Dort verspielte der Landesligist in der Vorbereitung innerhalb von zehn Minuten eine 4:1-Führung, gewann knapp mit 5:4. 

Trainer Cerci nimmt Favoritenrolle an

Außerdem: „Das ist ja keine Worthülse, dass der Pokal eigene Gesetze hat“, erinnert Cerci an das 1:1 gegen den TSC Hamm im Achtelfinale. „Da kassieren wir ein Tor aus 30, 40 Metern und müssen ins Elfmeterschießen.“ Das endete 5:3 zugunsten des aktuellen Halbfinalisten. „So etwas kann immer passieren.“ Die Favoritenrolle nimmt der Bönener Coach an. „Aber wir müssen diesen Status von der ersten Minute an auf dem Platz bestätigen.“ Cerci verlangt das dominante Auftreten der ersten 15 Minuten im Testspiel gegen den Westfalenligisten Schüren am vergangenen Sonntag. „Nur müssen wir die Chancen auch reinmachen und früh für Ruhe sorgen.“ 

Eintracht setzt auf stabile Defensive

Genau dies möchte Mario Martinovic unbedingt verhindern. „Wenn wir die ersten 15 Minuten überstehen, ist das schon gut“, erklärt Wernes Trainer. Vielleicht werde der Gegner im Laufe der Spielzeit immer nervöser. Die Eintracht ist eigentlich eine spielstarke Kreisligamannschaft, also mitspielen statt zu mauern? Das Spiel selber zu machen, sei in der augenblicklichen Situation seiner Elf nicht angesagt. „Wir sind noch nicht so lange in der Vorbereitung, konditionell noch nicht so weit“, sagt Martinovic. Hoch stehen würde auf Dauer nicht funktionieren. „Aber wir können auch verteidigen. Wir haben in der Liga die wenigsten Gegentore kassiert.“ 

Eintracht kickte Oberligisten raus 

Und die Gastgeber können auch hochklassige Gegner aus dem Weg räumen. Im Viertelfinale blieb der Oberligist Holzwickeder SC auf der Strecke (4:2), zuvor im Achtelfinale der Landesliga-Aufsteiger SG Bockum-Hövel (3:1). Ob die angeschlagenen Stammspieler Enes Akyüz und Marko Martinovic tatsächlich auflaufen, entscheidet der Coach kurzfristig. „Sie wollen natürlich, freuen sich wie alle auf dieses Spiel. Und sie haben nach toller Pokalrunde das Spiel auch verdient. Allerdings dulde ich keinen falschen Ehrgeiz. In drei Wochen starten wir in die Saison.“ 

Nur Niketta, Bulut und Cabuk fehlen

Die Bönener sind beinahe komplett. Fehlen werden der IG lediglich Don Niketta, der sich noch im Aufbautraining befindet, sowie der Urlaubsheimkehrer Muhammed Bulut und Urlauber Adem Cabuk. Der Rest freut sich auch auf ein Wiedersehen: Die früheren Mitspieler Serkan Baslarli, Emir Bajric und Cem Bozkurt sind bekanntlich ins Sportzentrum Dahl gewechselt. Vom Endspiel will der Bönener Trainer ausdrücklich noch nichts hören. „Wir müssen auch dieses Spiel erst einmal gewinnen.“

IG-Trainer träfe auf seinen alten Verein

 Wenn das so sein sollte, wäre ihm der Finalgegner egal gewesen. „Beide spielen ja Oberliga. Wenn wir aber das Endspiel erreichen, ist es das erste Mal, dass ich in einem Pflichtspiel auf meine alte Mannschaft als Spieler und Trainer, die Hammer SpVg, treffen werde.“

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