Fußball

Uysal trifft volley ins Glück

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Foul und Platzverweis: Nach dieser Szene durfte Okan Güvercin (hinten) nicht mehr weiterspielen.

Herne – In buchstäblich letzter Sekunde hat Bünyamin Uysal der IG Bönen noch einen Punkt bei der SpVgg Horsthausen beschert. Der Mittelfeldspieler traf in der vierten Minute der Nachspielzeit nach einer Ecke mit einer Volleyabnahme zum 2:2 (1:0)-Endstand. Danach pfiff der Schiedsrichter das Spitzenspiel in der Fußball-Landesliga ab.

„Hut ab vor meiner Mannschaft“, zollte IG-Coach Ferhat Cerci seinen Schützlingen Respekt. Die hatten eine Stunde in Unterzahl spielen müssen und starteten nach dem Horsthausener Führungstreffer dennoch ein druckvolles Powerplay in der Schlussphase. „Das war eine extrem hohe Laufbereitschaft“, so Cerci.

Algan nimmt nach sechs Minuten Maß

Zunächst war im Aufeinandertreffen Dritter gegen Vierter alles für die Bönener gelaufen. Schon nach sechs Minuten traf Ilker Algan zum 0:1, als er aus rund 20 Metern so genau Maß nahm, dass der Ball vom Innenpfosten ins Netz flog. Erkan Baslarli verstolperte kurz darauf auf Rückpass von Zübeyir Kaya frei vor dem Tor den Ball. Grundsätzlich war Cerci mit dem Auftritt seiner Mannschaft allerdings nicht zufrieden. „Wir waren zu hektisch am Ball. Die Offensive hat überhaupt nicht funktioniert. Das war unser bislang schwächstes Spiel“, erklärte er.

Da allerdings auch der Gastgeber aus Herne nicht zu überzeugen wusste und es mit langen Bällen probierte, lief die Begegnung zumeist im Mittelfeld ab. „Bis zur Gelb-Roten Karte haben wir alles im Griff“, meinte Cerci.

Güvercin fliegt vom Platz, bevor Cerci reagieren kann

Die Vorzeichen änderten sich, als der Unparteiische Okan Güvercin in der 35. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Ampelkarte zeigte. „Ich wollte schon wechseln, hatte aber die Zeit nicht. Die Schiedsrichter zeigen sehr schnell gelb“, ärgerte sich Cerci, der kurz darauf auf die Unterzahl reagierte und Abwehrspieler Can Bozkurt für Stürmer Ercan Taymaz brachte.

Bis zur Pause hielt die Bönener Defensive, und auch nach dem Wechsel bot die IG der SpVgg nur wenige Räume. „Wir haben es zu zehnt nicht schlecht gemacht“, sagte Cerci. Nach Ballgewinnen verlor sein Team jedoch zu schnell wieder das Spielgerät.

IG sieht beim 2:1 nach einem Einwurf schlecht aus

Beim Ausgleich half Horsthausen ein schmeichelhafter Elfmeterpfiff. Laut Cerci hatte Wynal Medjignia seinen Gegenspieler Michele Pirsig nur gestellt, nicht gefoult. Tim Kilian verwandelte trocken zum Ausgleich (57.). Serhad Gün vergab dann die Chance zu erneuten Führung, zielte genau auf Torhüter Benjamin Carpentier. Beim 2:1 für den Gastgeber sah Bönen nicht gut aus. Eine Bogenlampe flog nach einem Einwurf in den Strafraum, einen Querpass später brauchte Pirsig nur einschieben (67.). „Das darf einer Mannschaft wie uns nicht passieren“, erklärte Cerci.

Born darf doch schon spielen und holt die Ecke raus

Der Trainer reagierte, indem er Uysal für Rechtsverteidiger Ersin Kusakci einwechselte. Das Signal für die Schlussoffensive. Die IG kontrollierte nun die Partie, drängte Horsthausen in Unterzahl in die eigene Hälfte zurück. In der Nachspielzeit holte Neuzugang Andre Born, dessen Spielberichtigung doch noch rechtzeitig eingetroffen war, eine Ecke heraus. Die erste klärte die SpVgg, doch bei der zweiten fand Emre Yilmaz am langen Pfosten Uysal, der volley ins Glück traf.

IG: Klemmer – Kusakci (72. Uysal), Medjignia, Bouaid, Güvercin – Basar (54. Born), Algan, Yilmaz, Kaya – Erk. Baslarli (52. Gün), Taymaz (36. Bozkurt)
Tore: 0:1 Algan (6.), 1:1 Kilian (57./Foulelfmeter), 2:1 Pirsig (67.), 2:2 Uysal (90.+4)
Gelb-Rote Karte: Güvercin wegen wiederholten Foulspiels (34.)

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