Rehasport

RGS Bönen: Kursangebot eingefroren

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Rudolf Mäkler, Vorsitzender der RGS Bönen, rechnet nicht mit einem baldigen Ende der Corona-Krise.

207 Mitglieder hat die Reha- und Gesundheitsport Sportgemeinschaft Bönen aktuell. Sehen können sie sich momentan nicht.

Bönen - Wie in allen Vereinen sind der Trainingsbetrieb eingestellt, die Kursangebote in der Hellweghalle als auch in Bad und Sauna eingefroren. „Die Sportler müssen sich selbst beschäftigen“, sagt Rudolf Mäkler.

Der Vorsitzende und Übungsleiter hat kein Workout für zuhause erstellt. „Aber das machen die schon von sich aus, vor allem unsere Leistungssportler“, ist er sich sicher.

Die, allen voran Rennrollstuhlfahrer Denis Schmitz, müssen ihr Leistungsvermögen bis zu den großen Wettkämpfen des kommenden Jahres konservieren. Die Paralympics in diesem Jahr fallen analog zu den olympischen Spielen in Tokio aus. Nächstes Jahr ist im japanischen Kobe regulär die Weltmeisterschaft im Parasport angesetzt, die dann vermutlich verschoben wird. 

Auch die internationalen Deutschen Meisterschaften sind abgesagt

Wie hierzulande die internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM), die vom 8. bis 10. Mai in Bottrop stattfinden sollten. „Das ist für unsere Athleten besonders bedauerlich, da der Meistertitel erstmals auch an die Nation gebunden ist“, erklärt Mäkler. Gerade in Jahren großer internationaler Wettbewerbe wie den Paralympics nutzen Sportler aus aller Welt die IDM als Sprungbrett. Die Topathleten auf der Jagd nach Qualifikationszeiten und -weiten, platzieren sich meist vorne. „Es gibt Wettbewerbe bei den Deutschen, da kommt der erste heimische Athlet auf Platz acht“, weiß Mäkler. In diesem Jahr hätte dieser trotzdem den nationalen Titel und die Medaille mit nach Hause genommen. „Gerade aus dem Grund ist die Absage schade“, so Mäkler.

Möglicherweise hätte ein Starter der RGS Bönen die Medaille umgehängt bekommen. Qualifiziert waren die Läufer Pia Holtmann, Maik Clement, Christopher Wesemann und Tobias Grimm sowie Werferin Xenia Mäkler. Daneben gehört der RGS seit kurzem ein weiteres Talent an: Dennis Vasilew ist ein Mittelstreckler, der beim SC Eintracht Hamm Leistungssport betreibt.

Die ausfallenden Übungsstunden sieht der RGS-Vorsitzende nicht so sehr als Problem für die gehandicapten Sportler. „Stereotype Bewegungsabläufe bleiben drin, ob sie falsch oder auch richtig sind“, sagt Mäkler. „Es ist schwer, die Menschen umzugewöhnen.“

Den Tagen fehlt die Struktur

Ein größeres Problem mit Blick auf einen geregelten Tagesablauf, eine Struktur sei die Schließung der Schulen und der Behinderten-Werkstätten. „Die Betreuer bemühen sich, erkundigen sich per Telefon nach dem Befinden“, weiß Mäkler. „Für uns persönlich ist die Auszeit kein Problem. Wir haben einen großen Garten, gehen auch durch die Felder spazieren“, beschreibt er mit Blick auf Tochter Xenia seinen Tagesablauf. „Tochter Sandra Deutsch hat uns ja allen Quarantäne verordnet, unsere Enkelin Caroline versorgt uns mit Einkäufen“, führt Mäkler aus. „Das ist auch gut so. Wenn Xenia sich anstecken würde, müsste sie ja eventuell ganz alleine ins Krankenhaus.“

Ab dem 21. April will der Verein wieder mit seinen Rehasportangeboten beginnen. „Den Termin haben wir dem Verband bezüglich der Zertifizierung genannt. Ich rechne aber nicht damit, dass es klappt“, so Mäkler. Die Jahreshauptversammlung des Vereins ist eigentlich für Juni vorgesehen. „Ich müsste dann schon im Mai die Einladungen rausschicken“, erklärt der RGS-Chef. Dass die Versammlung regulär am geplanten Tag stattfinden wird, glaubt Mäkler allerdings nicht wirklich. „Aber inzwischen ist es wegen der Pandemie möglich, den Zeitpunkt für die Ausrichtung einer Mitgliederversammlung zu verschieben.“

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