Fußball

IG macht den Durchmarsch perfekt

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Meister: Die IG Bönen (von links Samet Akyüz, Serkan Baslari und Adem Cabuk) feiern den vorzeitigen Aufstieg in die Landesliga.

Bönen - Eine Hälfte lang musste sich die IG Bönen gedulden, doch mit dem erlösenden Tor von Erkan Baslarli in der 47. Minute bog der Spitzenreiter gegen Westfalia Rhynern II auf die Siegerstraße ein und machte die Meisterschaft in der Fußball-Bezirksliga perfekt. „Dann war der Bann gebrochen“, meinte der Torjäger zum am Ende deutlichen 6:1-Erfolg.

Der Jubel nach dem Abpfiff war zunächst verhalten. Die Spieler der IG Bönen klatschten sich nach dem deutlichen 6:1 (0:0)-Sieg gegen das bereits abgestiegene Schlusslicht Westfalia Rhynern II ab und zogen Meistershirts an. Erst ein von Fans gezündeter Böller und ein Bengalo gaben scheinbar den Startschuss für ausgelassenere Stimmung. Präsident und Geldgeber Kemal Cakir wurde ebenso hoch in die Luft geworfen wie das Trainerduo Evren Karka und Ferhat Cerci. Bei Letzteren war die Höhe sogar etwas beängstigend.

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Wegen des Ramadans mussten sich die Bönener mit Teil zwei der Party allerdings gedulden. „Wir werden heute Abend gemeinsam Fastenbrechen“, erzählte Mittelfeldmann Samet Akyüz. Cakir lud das Team zu 21 Uhr ins Restaurant Burger Brothers nach Gelsenkirchen ein – und im Juni für ein paar Tage nach Istanbul. „Das was wir geschafft haben, sah locker aus, aber es war harte Arbeit“, sagte Cakir im Kreis mit den Spielern auf dem Rasenplatz am Schulzentrum und blickte wie nach dem Aufstieg aus der Kreisliga schon nach vorne. „Wer weiß, wohin der Weg noch führt. Ich sage euch, wir sind erst am Anfang.“

Die IG Bönen ist Bezirksliga-Meister

Erstmals seit 2007 wieder ein Bönener Verein in der Landesliga

Cerci bedankte sich bei der Mannschaft für die gute Zusammenarbeit, hob explizit das Verhalten der Reservisten hervor. „Favorit ist man nur auf dem Papier, man muss die Leistung bringen.“ Karka erinnerte seine Mannschaft dran, dass sie Geschichte geschrieben habe: „Wir sind der erste türkische Verein im Kreis, der den Durchmarsch geschafft hat.“ Erstmals seit dem Abstieg der SpVg im Jahr 2007 spielt wieder ein Klub aus der Gemeinde in der Landesliga.

Die Partie, die den Feierlichkeiten vorangegangen war, verlief wie erwartet einseitig. Rhynern staffelte sich in ein tiefes 4-4-2 und verteidigte aufmerksam. „Wir wussten, dass es ein Geduldspiel werden würde“, meinte Erkan Baslarli und nahm den 4:1-Sieg der Westfalia eine Woche zuvor gegen den SuS Cappel als Warnung: „Gegen Cappel haben wir zweimal verloren.“

Rhynern steht ein Hälfte lang kompakt

Die IG hatte viel Ballbesitz, erzeugte aber wenig Torgefahr. So hatte sogar Rhynern bei einem Konter über den früheren Bönener Essidin Al Jebouri die erste Chance – Keeper Muzaffer Onur lenkte aber zur Ecke (17.). In der 22. Minute war der Ball im Tor, als Zübeyir Kaya in Arjen-Robben-Manier von außen an der Strafkante in die Mitte zog und ins lange Eck traf. Ercan Taymaz stand aber in der Schussbahn und im Abseits.

Der Spitzenreiter tat sich schwer. Akyüz vermisste ein konsequentes Spiel über die Außen. In der 31. Minute wurde Kayas Versuch von einem Feldspieler geklärt, nachdem Rhynerns Keeper Malte Remmert eine Unsicherheit gezeigt hatte. Erkan Baslarli verzog kurz darauf im Strafraum knapp (36.). In der Schlussphase der ersten Hälfte befreite sich die Westfalia nicht mehr vom Bönener Dauerdruck, überstand die Zeit bis zum Pausenpfiff aber ohne Gegentor.

Kaya nach dem Wechsel kaum noch zu stoppen

Das änderte sich nach dem Wechsel, weil Baslarli vor dem Tor freigespielt gleich nach Wiederbeginn traf. „Danach haben wir unsere Stärken ausgespielt“, so der Torschütze. Beim 2:0 hatte Kaya im Strafraum alle Zeit der Welt (50.), scheiterte zwei Minuten später aus kurzer Distanz an Remmert. Cabuk macht es auf Vorlage von Taymaz besser (55.). Zum schnellen 4:0 war Kaya wieder erfolgreich, während Rhynern nun überfordert war. „Man kann nicht 90 Minuten nur verteidigen“, meinte Trainer Andreas Betke. Selbst die Ampelkarte von Can Bozkurt nach wiederholten Foulspiel (62.) – diesmal ein taktisches – änderte am Geschehen nichts. Nach Foul von Kai-Jo Hartmann an Erkan Baslarli parierte Remmert den Elfmeter von Taymaz (65.), der zwei aber aus 14 Metern die Oberhand behielt. Das halbe Dutzend machte Kaya voll (79.). Und als Julian Bretländer den Rhyneraner Ehrentreffer markierte (87.) wurden auf der Bank schon die Aufstiegsshirts herausgeholt.

IG: Onur – Serk. Baslarli (76. Medjignia), Dotor-Ledo, Bouaid (68. Aydeniz), Bozkurt – Akyüz, Kücük (60. Boutarrada) – Cabuk, Erk. Baslarli, Kaya – Taymaz
Westfalia: Remmert – Hartmann, Schüler, Peppersack, Hussin – Al Jebouri, Ibrahim, Markovski, Mertin – Kocaman, Yildirim (60. Bretländer)
Tore: 1:0 Erk. Baslarli (47.), 2:0 Kaya (50.), 3:0 Cabuk (55.), 4:0 Kaya (59.), 5:0 Taymaz (67.), 6:0 Kaya (79.), 6:1 Bretländer (87.)
Gelb-Rote Karte:  Bozkurt wegen wiederholten Foulspiels (62.)
Bes. Vorkommnis:  Remmert pariert Foulelfmeter von Taymaz (65.)

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