TTF müssen noch lange zittern

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Anton Adler war am vergangenen Wochenende durch eine Weisheitszahn-OP gehandicapt.

BÖNEN -  Der große Befreiungsschlag blieb aus. Mit einem Erfolg beim SV Union Velbert hätten die TTF Bönen am vergangenen Samstag den vielleicht entscheidenden Schritt zum direkten Regionalliga-Verbleib machen können. Nur: Sie machten ihn nicht.

Von argen Personalproblemen gescholten, verlor Bönen trotz starker Vorstellung 6:9. Velbert zog in der Tabelle wieder an Bönen vorbei. Und die Tischtennisfreunde müssen nun wohl bis in den April hinein zittern, ob sie nicht doch den Gang in die ungeliebte Relegationsrunde antreten müssen. „Es wird ein ganz, ganz enges Finish“, sagt auch TTF-Kapitän Andreas Rosenhövel.

Ein Erfolg in Velbert hätte Bönens Position im Endspurt deutlich verbessert. Das weiß auch Rosenhövel: „Das wäre ein Big Point gewesen.“ Die Partie verloren die Bönener allerdings weniger an den Tischen als auf dem Meldebogen. Ausgerechnet für die immens wichtige Begegnung mit dem Tabellennachbarn musste Spitzenmann Christoph Waltemode kurzfristig berufsbedingt passen. Sinnvollen Ersatz fanden die TTFler in Kürze nicht, sodass Nils Maiworm in die Aufstellung rückte. Der Bönener Youngster ist nach einer Knie-Operation im vergangenen Jahr allerdings noch immer nicht einsatzfähig – und musste alle seine drei Spiele kampflos abgeben. „Nils macht gute Fortschritte, aber ein Einsatz gegen Velbert wäre eventuell zu früh gekommen. Da wollten wir kein Risiko eingehen“, so Rosenhövel. Zudem plagte sich Anton Adler in Velbert mit den Folgen einer Weisheitszahn-OP herum. „Mit so einer Mannschaft sind wir natürlich nur eingeschränkt konkurrenzfähig“, sagt Bönens Kapitän. Dafür aber machten die TTFler ihre Sache sehr ordentlich. Über ein 8:8-Unentschieden hätte sich Velbert nicht beschweren dürfen, weil Bönen auch in ungünstiger Personalkonstellation seine derzeitige Form bewies.

Möchten die TTFler ihr Punktekonto, das nunmehr bei 12:16 steht, weiter aufbessern, werden sie diese gute Form in den kommenden Wochen brauchen. Dem spielfreien Wochenende folgen die letzten vier Saisonpartien innerhalb von drei Wochen. Die beginnen zwar mit dem Heimspiel gegen den Tabellenletzten TTC BW Brühl-Vochem, einem fest eingeplanten Pflichtsieg, werden allerdings fortgesetzt mit den drei knüppelharten Prüfungen: Denn es geht gegen den TTC GW Bad Hamm, den ASV Wuppertal und den SC Buschhausen – die drei Bestplatzierten in der Tabelle.

„Das werden sehr schwierige Aufgaben – und wir können uns nicht erlauben, all diese drei Spiele zu verlieren“, sagt Rosenhövel. Denn der direkte Konkurrent TTC Lampertheim (10:14 Punkte) sitzt Bönen nicht nur in der Tabelle im Nacken, sondern hat im Saisonfinale auch die deutlich leichteren Aufgaben zu lösen.

Derweil tun sich in der Regionalliga unerwartete Entwicklungen auf, die die TTF ebenfalls betreffen werden. In der vergangenen Woche verkündete der ASV Wuppertal offiziell seinen Rückzug, der schon einige Zeit als Gerücht die Runde machte. Gemeinsam mit Bönen ist Wuppertal der am längsten in der Regionalliga vertretene Klub. „Das ist eine überraschende Entwicklung“, so Rosenhövel. Einen ähnlichen Schritt, so wird spekuliert, könnte auch der SC Bayer Uerdingen gehen. Da es zudem mit dem designierten Meister TTC GW Bad Hamm einen Aufsteiger, dafür aber wohl keinen Absteiger aus der Regionalliga geben wird, stünden die Chancen der Bönener für den Fall, dass sie die Relegation bestreiten müssen, glänzend: Neben dem Erstplatzierten würden dann auch der Zweit- und Drittplatzierte der vier Teilnehmer starken Runde in die Regionalliga rutschen. Bönen ginge gegen die Zweiten der drei Oberliga-Staffeln aus Nordrhein-Westfalen und Hessen als Favorit ins Rennen.

„Das sind derzeit alles nur Gedankenspiele und Spekulationen. Klarheit gibt es da keine“, sagt Rosenhövel – wohl wissend, dass sie für sein Team noch wichtig werden könnten. Vorab aber liegt es an den TTFlern selbst, ihren Gang in die Relegation zu verhindern. - jan

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