Fußball

IG Bönen: Hüseyin Kücük beerbt Hasan Kayabasi

Hüseyin Kücük ist neuer Sportlicher Leiter der IG Bönen und somit Nachfolger von Hasan Kayabasi.
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Hüseyin Kücük ist neuer Sportlicher Leiter der IG Bönen und somit Nachfolger von Hasan Kayabasi.

Wechsel bei der IG Bönen: Hasan Kayabasi ist nicht mehr Sportlicher Leiter des Fußball-Landesligisten. Sein Nachfolger steht bereits fest.

Bönen - Die IG Bönen steht momentan auf Platz vier der Fußball-Landesliga, Staffel 3. Rein sportlich gesehen, wäre zumindest Platz zwei bei derzeit 36 Punkten aus 19 Spielen noch drin. Ohne die Aussetzung der Spielzeit wegen der Coronakrise bedeutete dieser Rang die Möglichkeit einer Aufstiegsrelegation. Der Tabellenzweite Bövinghausen hat 43 Zähler aus 20 Spielen, wäre für die Bönener in den ausstehenden 13 Spielen durchaus noch abzufangen gewesen. Das waren die Gedankenspiele von Kemal Cakir. „Wir wollen definitiv weitermachen“, sagte der Vereinsvorsitzende noch am vergangenen Mittwoch, ohne die Kenntnis des voraussichtlichen Ligaabbruchs am Tag darauf. Aus seinem Wunsch nach Annullierung oder einer Play-Off-Regelung wurde nichts.

Wer neben den Tabellenersten noch aufsteigen wird, entscheidet eventuell eine Quotientenregelung wie zum Beispiel im Handball. Der Schlüssel für den Abstand zum nächstmöglichen Aufstiegsplatz ist aber noch nicht bekannt. Es werde Härtefälle geben, äußerte der Vorsitzende des Verbandsfußballausschusses Reinhold Spohn vorsorglich.

Davon abgesehen, bereitet sich die IG schon auf die kommende Saison vor. Drei Neuzugänge seien fest, sagt Cakir. Alle spielen im Defensivbereich. Namen will er keine nennen. Die Neuverpflichtungen hätten Oberliga-Erfahrung. „Die Leistungsträger werden bleiben“, erklärt er weiter. Damit meint Cakir vor allem jüngere Spieler mit Potenzial. Andre Born, Zübeyir Kaya, Yasin Acar, Serhat Gün und Ilker Algan nennt er beispielhaft. „Die, die wir halten wollen, wollen auch bleiben. Wir machen unsere Hausaufgaben.“

Weitere Spieler im Blick

Er und Ferhat Cerci haben weitere Spieler im Blick. „Es werden noch gute Spieler auf den Markt gespült werden“, ist der Trainer sich angesichts zu erwartender finanzieller Schwierigkeiten höherklassiger Teams sicher. „Wir haben momentan einen Kader von 25 Leuten, das ist zuviel, davon wollen wir runter.“

Einer, der zukünftig eine neue Aufgabe im Verein übernehmen wird, ist Hüseyin Kücük. Er wird der Nachfolger von Hasan Kayabasi als Sportlicher Leiter. „Wir bedanken uns bei Hasan und wünschen ihm alles Gute“, erklärt Cakir zum Ausscheiden des Dortmunders. „Er und wir wollten in verschiedene Richtungen. Beide Seiten wollten sich verändern.“ Die IG sei ein familiärer Verein, setzt er hinterher.

„Das hat sehr viel Zeit gekostet“, sagt Kayabasi zu seinem Rücktritt als Sportlicher Leiter, als der er erst in der vergangenen Sommerpause angefangen hatte. Vor allem die bescheidenen Trainingssituation habe ihm Nerven geraubt. „Es stand nie ein vernünftiger Platz zur Verfügung, das ist einem Landesligisten nicht würdig“, so Kayabasi. Er findet, dass die Gemeinde die IG in diesem Punkt im Stich lässt. Da oft nur kurzfristig die Einheiten anberaumt werden konnten, konnte er bei der Mannschaft nicht so präsent sein, wie er das selbst gewünscht habe, erklärt er.

Kücük kennt die Mannschaft "aus dem Effeff"

Defensivmann Kücük ist seit vier Jahren im Verein, machte alle Aufstiege mit. „Die Mannschaft kenne ich aus dem Effeff“, sagt der 34-Jährige. In dieser Saison hat er allerdings kein Spiel von Anfang an gemacht. „Ich habe die Sommer-Vorbereitung komplett verpasst, war im Ausland“, erklärt Kücük den Grund. Außerdem sei er ja in der Tat älter. Und Familienvater mit zwei Kindern. „Ich habe wegen meiner Situation und vor dem Hintergrund das Gespräch gesucht, wie es denn weitergehen soll.“

Dass ihm dann der Posten des Sportlichen Leiters angeboten wurde, sei überraschend gewesen. „Das ist auch Neuland für mich“, gibt Kücük zu. „Aber, dass Kemal und Ferhat mir das zutrauen, macht mich stolz.“

Er kenne aus seiner aktiven Zeit zwar viele Spieler, „aber als Spieler bist du doch in einer anderen Position. Ich werde eng mit Ferhat zusammenarbeiten, seine Erfahrung nutzen, genau hingucken, wie er mit den Spielern spricht, die er für die IG haben will.“

Reserve soll mittelfristig in die Kreisliga A

Kücük will gemeinsam mit den anderen IG-Verantwortlichen ein Konzept erstellen, einen Rahmenplan entwickeln. Und natürlich sonntags herumfahren, Spieler beobachten. „Man muss sich ja umschauen, wer passen könnte.“

Den Draht zur eigenen Mannschaft will er dabei nicht missen. „Ich werde die Kommunikation pflegen. Ich war ja auch immer dabei, mit positiver Ausstrahlung, auch wenn ich nicht gespielt habe.“ Wenn nötig, werde er auch in der zweiten Mannschaft auflaufen, sieht die IG als einen Verein, trotz der sportlichen Distanz beider Teams.

Mittelfristig soll die zweite Mannschaft der IG aber näher an die erste heranrücken. „Kreisliga A oder vielleicht auch Bezirksliga wäre optimal“, erklärt Cakir. In den Ligen würden die Spieler der Ersten auch eher spielen wollen als in der Kreisliga C. Doch die ist auch passé. Der ungeschlagene Tabellenführer wird als Meister künftig in der Kreisliga B auflaufen. Zumindest das ist schon sicher.

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