Fußball

Arbeitssieg der IG mit unschöner Schlussphase

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Ereignisreicher Tag: Bönens Michael Oscislawski (rechts) traf nach siebten Minuten zum 1:0 und flog in der Nachspielzeit vom Platz.

Gelsenkirchen – Nach dem Schlusspfiff fiel die Anspannung von Ferhat Cerci. Der Trainer der IG Bönen freute sich über den beim SV Horst-Emscher erkämpften 2:1 (2:1)-Erfolg. Das war für den Coach das Wichtigste, denn schön herausgespielt war der Arbeitssieg nicht.

Doch das war Cerci am Ende eines langen Halbjahres ziemlich egal. Sein Team bleibt in der Verfolgergruppe von Spitzenreiter Obercastrop. „Das war nicht unser bestes Spiel. Aber alle haben einen tollen Einsatz gezeigt. Das war eine gute Reaktion nach der Niederlage gegen Obercastrop“, war Cerci mit dem Ergebnis zufrieden, nicht mit dem Wie.

Oscislawski trifft früh zum 1:0

Die Bönener hatten beim Team aus dem unteren Mittelfeld, der übrigens auf einem Kunstrasenplatz mit Korkauftrag antritt, einen guten Start erwischt. Gleich die erste Gelegenheit im Strafraum führte zum Tor – mit ein großer Portion Glück. Die schwache, halbhohe Herangabe von Andre Born flipperte in der siebten Minute Strafraum Hin und Her und landete vor Michael Oscislawski, der am Elfmeterpunkt genug Zeit für einen platzierten Abschluss hatte.

Horst-Emscher gleicht per Ecke aus

Doch auch Horst-Emscher nutzte seine erste Chance. Ali Serhan stieg bei einer Ecke am höchsten und köpfte am kurzen Pfosten ein, denn die IG unbesetzt gelassen hatte (16.). Ein kleiner Schock für die Gäste, die ein paar Minuten brauchten, um sich wieder zu finden. „Wir hatten Schwierigkeiten in dieser Phase mit der Ballkontrolle“, sagte Cerci, der vermutete, dass die Pleite von vor einer Woche noch in den Köpfen seiner Spieler gewesen sei. Es brannte aber nichts an, und bis zur Pause erarbeitete Bönen sich ein leichtes Übergewicht. „Der letzte Pass hat aber gefehlt“, haderte Cerci.

Schöne Kombination führt zum 2:1

Dennoch ging der Gast mit einer Führung in der Pause. Und der Treffer gefiel dem IG-Trainer richtig gut. Samet Akyüz eroberte kurz vor der Mittelline den Ball, machte sofort Tempo, drang nach einem Doppelpass mit Zübeyir Kaya in den Strafraum ein und legte vor dem Torwart quer auf Ercan Taymaz (43.).

Nach dem Wechsel wollten die Gäste gleich nachlegen, doch der Anfangselan verpuffte bald. Horst-Emscher arbeitete sich ins Spiel. „Wir waren zu weit weg und hatten nicht die nötige Kompaktheit“, sagte Cerci. Es begann eine lange Zitterzeit, denn der Gastgeber war zwar nicht gefährlich, Bönen hatte aber kaum mehr Ballbesitz und verursachte zahlreiche Freistöße und Ecken. „So viele Standards hatten wir die ganze Saison noch nicht gegen uns“, ärgerte sich Cerci.

Glück für Uysal nach Schubser

Glück hatten die Bönener, dass Bünyamin Uysal keine Rote Karte erhielt, als er, nachdem er gefoult worden war, auf Aygün Köstekci zustürmte und den Gelsenkirchener umstieß (75.). Der Schiedsrichter beließ es bei Gelb. Die Partie wurde immer hektischer. Echte Chancen hatte Horst-Emscher nicht mehr, doch der Ball war viel zu oft rund um den IG-Strafraum, als Cerci recht war. „Wir sind zu tief gestanden und haben zwei Schritte zu wenig gemacht“, meinte der IG-Trainer, dessen Team bei allen Gelegenheiten nun Zeit von der Uhr nahm und die Gastgeber weiter anstachelte.

Zwei Rote Karten in der Nachspielzeit

In der Nachspielzeit wurde es dann unschön. Innerhalb weniger Sekunden wurden Kaya und Ersin Kusakci rüde gefoult. Für das Einsteigen gegen Kusakci sah SV-Innenverteidiger Okan Isleyen die Rote Karte. In der folgenden Rudelbildung erkannte der Unparteiische zudem mehrere Schubser von Oscislawski und stellte auch ihn vom Platz. Sportlich passierte dagegen nichts mehr.

Horst-Emscher: Kurt – Seidel, Lehmann, Isleyen, Hoffmann – Köstekci, Köppen (59. Bouachria) – Raith, Serhan – Aydin – Berberoglu
Bönen: Kusakci, Dotor-Ledo, Oscislawski, Bozkurt – Akyüz, Bulut (64. Yavuz), Algan (87. Medjignia) – Kaya, Taymaz (71. Gün), Born (71. Uysal)
Tore: 0:1 Oscislaswski (7.), 1:1 Serhan (16.), 1:2 Taymaz (43.)
Rote Karten: Isleyen wegen groben Foulspiels und Oscislawski wegen mehrfachen Wegschubsens (beide 90.+2)

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