Heißes Halbfinale bei Eintracht Werne:

IG Bönen folgt Hammer SpVg ins Kreispokal-Endspiel

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Ein hartes Stück Arbeite hatte die favorisierte IG Bönen gegen gut verteidigende Werner zu verrichten.

Mit einem mühevollen 2:0 (0:0)-Erfolg im Halbfinale des DFB-Kreispokals bei Eintracht Werne ist die IG Bönen der Hammer SpVg ins Finale gefolgt. Doch die Aufgabe beim A-Kreisligisten hatte sich der ambitionierte Landesligist mit Sicherheit einfacher vorgestellt.

Werne – „Wir haben eigentlich ordentlich gespielt und müssen hier 6:0 oder 6:1 gewinnen“, bilanzierte Bönens Coach Ferhat Cerci, der die Torausbeute seines Teams kritisierte. „Wenn man nicht schnellstmöglich seine Chancen nutzt, dann geht das Spiel hin und her. Das war nicht unsere Absicht. Aber dann holen die Jungs, die zwei Klassen tiefer spielen, die Extraprozente aus sich heraus.“ 

Eintracht Werne zeigte gegen den klaren Favoriten von Beginn an eine couragierte Leistung und beschränkte sich dabei nicht nur auf die Defensive. Aus einer kompakten und von den beiden zweikampfstarken Innenverteidigern Damir Kurtovic und Tunahan Sari immer wieder glänzend geordneten Abwehr setzen die Gastgeber einige Akzente im Angriff. Über wenige Stationen oder mit einem langen Ball wurde das Mittelfeld überbrückt und die schnellen Stürmer Ibrahim Saadouni und Serkan Adas gesucht. 

Martinovic stolz auf sein Team

„Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, die sich immer gegenseitig unterstützt hat und versucht hat, die Gegner zu doppeln“, lobte Eintracht-Trainer Mario Martinovic. Die IG war zwar stärker besetzt, trat allerdings nicht so geschlossen auf wie die Eintracht. Häufig wurde der Ball zu lange geführt, wodurch sich die Werner Hintermannschaft positionieren konnte, und zu oft verzettelten sich die Bönener in Einzelaktionen. 

Wenig Chancen für den Favoriten

So konnte sich der Gast in der ersten Hälfte auch keine klare Chance herausspielen. Die beste Möglichkeit, ein Lattentreffer von Ogün Gümüstas, wurde wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen (33.). Auf der anderen Seite prüfte Jesse Kuhn nach einem langen Abschlag von Eintracht-Keeper Daniel Rafalski seinen eigenen Schlussmann, doch Marcel Klemmer klärte den missglückten Abwehrversuch kurz vor der Linie (37.). 

Nach dem Kabinengang wurde die IG stärker und schnürte den Kreisligisten in der eigenen Hälfte ein. Zwar stellte die Eintracht die Passwege durch einen hohen Laufaufwand noch gut zu, doch Nadelstiche konnte Werne in der Offensive nicht mehr setzen. Ilker Algan (46.) und vor allem der eingewechselte Serhad Gün, der einen Kopfball übers Tor setzte (60.) und wenig später nach glänzender Vorarbeit von Arif Et das Leder freistehend nicht im Tor unterbrachte (63.), ließen beste Gelegenheiten aus. 

Umstrittener Elfmeter und Rot für Spucken

Erst eine umstrittene Entscheidung vom Unparteiischen Jan Maaßmann (Unna), der auf Handelfmeter entschied, als Damir Kurtovic zwar die Hände auf dem Rücken hatte, den Ball aber aus kurzer Distanz an den Arm geschossen bekam, sorgte für das 0:1. „Das war ein sehr unglücklicher Elfmeter. Da wird momentan schnell auf den Punkt gezeigt“, sagte Mario Martinovic. „Ansonsten hat der Schiedsrichter aber eine gute Leistung gezeigt.“ Daniel Rafalski parierte zunächst den Strafstoß von Arif Et, war beim Nachschuss jedoch chancenlos (68.). 

Nach einem Konter hätte Damir Kurtovic für den Ausgleich sorgen können, scheiterte aber an Marcel Klemmer (74.) und als Serkan Adas kurz darauf die Rote Karte wegen Spuckens gegen Miguel Dotor-Ledo sah (77.), war die Partie gelaufen. Werne warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, was die IG durch Yasin Acar für die Entscheidung nutzte (90.+6).

Cerci ärgert sich über Schwächen im Abschluss

 „Eine tolle Pokalrunde geht zu Ende“, resümierte Mario Martinovic. „Bönen ist verdient eine Runde weiter, doch wir hätten gerne ohne den Elfmeter bis zum letzten gekämpft.“ Trotz des Sieges sieht IG-Trainer Ferhat Cerci bis zum Saisonstart noch eine Menge Arbeit auf seine Mannschaft zukommen. „Wir sind zwar mitten in der Vorbereitung, aber ich erwarte mehr Kaltschnäuzigkeit in der Offensive. Allein Serhad Gün hatte drei hundertprozentige Chancen. Bei Serhad hat mir dafür aber gefallen, dass er sich in 30 Minuten die Chancen erarbeitet und welche Läufe er in die Tiefe macht. Bei anderen Einwechselungen war mir das von der Körpersprache und Laufbereitschaft zu wenig. Da waren einige Spieler in der Offensive unter Normalform.“ 

Rudelbildung und Rot nach Abpfiff

Nach dem Abpfiff geriet ein Großteil beider Mannschaften noch auf dem Feld in hitzigen Diskussionen und Handgreiflichkeiten aneinander. Für den negativen Höhepunkt sorgte dabei Samet Akyüz, der für einen Kopfstoß die Rote Karte sah.

Eintracht Werne: Rafalski – Baslarli, Tunahan (89. Kozlik), Kurtovic (81. Sylla), Ünal – Akyüz, Martinovic, Bajric, Bozkurt (75. Ünal), Adas – Saadouni (62. Sahin) 

IG Bönen: Klemmer – Kusakci, Kuhn (76. Budak), Dotor-Ledo, Tirgil – Akyüz, Et (74. Acar), Algan – Kaya (69. Born), Gümüstas (59. Gün), Uysal)

 Zuschauer: 150

 Tore: 0:1 Et (68.), 0:2 Acar (90.+6)

 Schiedsrichter: Jan Maßmann (Unna)

 Gelbe Karten: Martinovic, Kurtovic, Baslarli / Born Rote Karten: Adas (77./Werne) wegen Tätlichkeit, Akyüz (nach Spielende/Bönen) wegen Tätlichkeit

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