TuS-Volleyballdamen schaffen gewaltigen Sprung

Die TuS-Damen (von links Doreen Scharwey und Britta Gohrke) schafften es mit Lockerheit zurück zur notwendigen Konzentration und erreichten noch die Relegation. - Fotos: Liesegang

BÖNEN - Nach dem 3:0 am Samstag gegen Post SV Bielefeld machten die TuS-Volleyballdamen die Welle Richtung Tribüne der Goethehalle. Wie bei jedem Heimspiel zuvor. Bei vielen Niederlagen wirkte der Dank ans Publikum allerdings bemüht. Nach dem erst vierten Saisonsieg über den als Absteiger schon feststehenden Gast war der Jubel echt. Und er stand für die Erleichterung, dass das schwierige erste Verbandsligajahr endlich zu Ende ist.

Naja fast. Die TuS hat den direkten Abstieg verhindert, es stehen vom 17. bis zum 19. April aber noch zwei Relegationsspiele gegen die Landesligazweiten RC Borken-Hoxfeld III und VoR Paderborn an. Da sind die Bönenerinnen Favorit. Nicht nur, weil sie von oben kommen, sondern nicht zuletzt deswegen, weil sie wieder an sich glauben und den Spaß am Spiel zurückgefunden haben.

„Das war ja gegen Ende 2014 schlimm. Wir haben schon nach der vergangenen Saison mit der Relegation die Verlängerung gehabt und quasi ohne Pause ein ganzes Jahr durchtrainiert, um den Leistungsunterschied auszugleichen“, erklärt TuS-Trainer Michael Salaw (Bild): „Der ist von der Landes- zur Verbandsliga gewaltig.“ Die Mannschaft war nach zwei glatten Niederlagen zum Meisterschaftsstart gleich unter Zugzwang. „Ein Abschalten, eine Auszeit war nicht möglich“, blickt Salaw zurück.

Der Spaß am Spiel, eine Stärke der Mannschaft, ging vollkommen verloren. Der Ruf nach Lockerheit wurde immer lauter, der Druck, punkten zu müssen, um nicht gleich wieder abzusteigen, aber auch. Ein Teufelskreis. Der Coach stellte um. „Zahlreiche taktische Varianten, die wir einstudiert hatten, erforderten eine durchgehend hohe Konzentration von den Stellspielerinnen“, erläutert Salaw: „Unser Spiel wurde komplexer.“

Seine Konsequenz: Mehr Arbeit für seine Außenangreiferinnen Katharina Buhl, Nadine Tewes und Sandra Deutsch. „Sie wurden gemeinsam mit den Libera die Hauptannehmerinnen“, sagt er. Jenni Karkowski und Stella Greinke, die auch immer häufiger wechselten, waren ausschließlich für die Einleitung der Offensivaktionen zuständig. „So ein System spielen alle höherklassigen Mannschaften“, sagt Salaw, „so ist ein schneller Angriff möglich.“ Die Spezialisierung bezog schließlich auch die Libera mit ein: Sabrina Schlensog verteidigt bei eigenem Aufschlag, Sabrina Keil nimmt den des Gegners an.

„Ich mache nur noch die Relegation als Trainer mit“, lässt Salaw dann die Katze aus dem Sack. „Es muss sich mal was ändern“, meint er, dass frischer Wind nötig sei. Bei der Auswahl des Nachfolgers – aktuell sind noch zwei Kandidaten im Gespräch – redet Salaw entscheidend mit. „Ich hab ja hier in den dreieinhalb Jahren was aufgebaut, nämlich eine top intakte Mannschaft“, erklärt er. „Es muss passen.“ In der kommenden Saison sitzt Salaw dann ebenfalls auf der Tribüne der Goethehalle und antwortet auf die Welle der Mannschaft. „Als Edelfan“, sagt er im Scherz. - ml

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare