Fußball

45 Minuten Unterzahl: IG verdient sich Punkt im Verfolgerduell

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Auch mit einem Mann weniger trieben die Bönener, allen voran Muhammed Bulut, den Ball immer wieder nach vorne.

Dortmund – „Das Unentschieden fühlt sich an wie drei Punkte“, meinte Rechtsverteidiger Ersin Kusakci nach dem 1:1 seiner IG Bönen im Verfolgerduell der Fußball-Landesliga 3 beim direkten Tabellennachbarn TuS Bövinghausen. Eine Hälfte lang hatten die Bönener nach der Roten Karte gegen Emre Yilmaz (44.) in Unterzahl agiert, doch weil sie das gut machten, hätte Trainer Ferhat Cerci auch einen Sieg seines Teams in Dortmund gerechtfertigt gefunden.

Eigentlich sah der IG-Coach seine Mannschaft in den ersten 45 Minuten auf Erfolgskurs. „Das war unsere bislang beste erste Halbzeit“, hatte er ein temporeiches Spiel zweier ambitionierter und im Sommer erheblich verstärkter Aufsteiger gesehen – mit einem leichten Übergewicht für seine Bönener.

Zwei Tore nach Standards

Miguel Dotor-Ledo köpfte die Gäste schon nach neun Minuten nach einer Ecke in Führung, Sven Thormann glich nach einer weiteren Standardsituation kurz darauf wieder aus (15.). Auf dem Kunstrasen im Dortmunder Südwesten suchten beide Mannschaften ständig den Weg nach vorne, verhedderten sich allerdings auch das eine ums andere Mal.

Riskante Grätsche in unnötiger Position

Serhad Gün scheiterte nach schönem Zuspiel an TuS-Keeper Patrick Kunz (31.), auf der Gegenseite wäre IG-Schlussmann Marcel Klemmer ein Flachschuss von Pjer Radojcic fast durchgerutscht (38.), während Dotor-Ledo gegen den früheren HSV-Stürmer Florian Juka auf der Linie klärte (43.). Eine Minute später packte Emre Yilmaz im Mittelfeld riskanterweise mit offener Sohle die Grätsche aus. Er traf erst den Ball, räumte dann aber den Gegenspieler ab und erhielt eine harte Rote Karte.

Cerci wählt offensive Variante

Cerci war gezwungen in der Pause umzustellen, entschied sich für ein 4-2-3-System, in dem sich die Offensivreihe mit Andre Born, Serhad Gün und Adem Cabuk nicht zu tief fallen lassen sollte. „Wir wollten gewinnen“, begründete Cerci die Wahl. Und in der Tat hielt Bönen Bövinghausen, das sich Montag von Ex-Profi Thorsten Legat als Trainer getrennt hatte, nicht nur weitgehend vom Tor weg, sondern hatte auch die besseren Aktionen nach vorne.

Überzahl kommt kaum zur Geltung

„Wir sind richtig gut drauf. Die Mannschaft hat sich gefunden. Wir hätten sogar mit zehn Mann gewinnen können“, meinte Kusakci, der mit seinen Teamkollegen ein hohes Laufpensum absolvierte. Denn langsamer wurde die Partie nicht. Die IG warf sich in die Zweikämpfe, wodurch die Überzahl der Dortmunder kaum zum Tragen kam. Allerdings agierte der TuS oft hektisch und planlos.

IG mit Chancen

Dotor-Ledo köpfte eine Freistoßflanke neben das Tor (56.), wurde dabei an der Grenze des Erlaubten behindert. Cabuk verpasste einen langen Ball im Strafraum nur knapp (59.). Ilker Algan verfehlte eine Cabuk-Ecke an der Fünfmeterraumlinie um Zentimeter (73.). Born wurde nach schöner Vorarbeit von Muhammed Bulut in letzter Sekunden geblockt (75.).

Bönen übersteht auch die Schlussoffensive

Bövinghausen wurde nur vereinzelt gefährlich. Felipe Tostes Vieira brachte eine Freistoßflanke aus spitzem Winkel nicht mehr aufs Tor (63.). Erst in der letzten Viertelstunde, als der Gastgeber mehr Leute nach vorne beorderte, befreite sich die IG nicht mehr. Klemmer parierte gegen den bedrängten Sky Maximilian Krzysztofiak (78.), Okan Güvercin lenkte einen Versuch in höchster Not zur Ecke (81.). Andre Witt zielte aus 28 Metern weit drüber. „Wir haben kaum Chancen zugelassen. Hut ab vor der Mannschaft“, lobte Cerci.

TuS: Kunz – Gjorgjievski, Thormann, Teichmöller, Ramadan – Witt, Tostes Vieira – Radojcic (63. Krzysztofiak), Abou-Saleh (76. Mützel), Dzaferoski – Juka
IG:  Klemmer – Kusakci, Dotor-Ledo, Oscislawski, Güvercin – Bulut, Yilmaz, Algan – Born (79. Taymaz), Algan, Cabuk (90.+1 Basar) – Gün (61. Kaya, 86. Bouaid)
Tore: 0:1 Dotor-Ledo (9.), 1:1 Thormann (15.)
Rote Karte: Yilmaz wegen groben Foulspiels (44.)

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