Beim TV RW Bönen fliegen seit Montag wieder die Bälle über das Netz

Unter der Regie der Trainer Peter Haukamp und Yannik Stefank fliegen beim TV RW Bönen wieder die Bälle übers Netz.
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Unter der Regie der Trainer Peter Haukamp und Yannik Stefank fliegen beim TV RW Bönen wieder die Bälle übers Netz.

Viel los ist an diesem Nachmittag nicht auf der Platzanlage des Tennisvereins Rot Weiß Bönen. Aber wichtig ist, dass überhaupt wieder mal etwas los ist.

Bönen - Trainer Peter Haukamp trainiert eine Dreiergruppe U12, Kollege Yannik Stefank übt zwei Plätze weiter mit dem neunjährigen Ahmet. „Gestern waren die Kinder noch zu viert“, meint er zum Auftakttraining am Montag bei „Stunden im Schneeregen.“

An sich haben beide Trainer seit dieser Woche wieder gut zu tun. Endlich. „Das Nichtstun, nicht arbeiten liegt mir nicht“, sagt Haukamp. Fünfeinhalb Monate dauerte die Zwangspause am Südfeld an. Ein knappes halbes Jahr, in dem er das machte, womit sich viele die Zeit vertrieben haben: spazieren gehen, aufräumen, aber auch kochen. „Und ich war froh, als ich dann endlich auch in den Garten konnte.“

Und er genießt an diesem Dienstag sichtlich den Kontakt mit den Jugendlichen, zieht sie auf: „Euch fehlt wohl der Schulschlaf“, unkt er bei müdem, behäbigem Antritt der Schüler. „So, jetzt schlagt mal acht Bälle über das Netz. Da kommt es auf Zusammenspiel an“, ermahnt Haukamp. So schlecht sind die U12-Jungs gar nicht, sie schaffen die Aufgabe.

Beim ersten Training seien die Jungs in der Regel konzentriert bei der Sache, richtig gut. Haukamp serviert dem Duo Bälle, die dann tatsächlich den Weg über das Netz zum Rückspieler finden. Das Leistungsniveau erreichte in der Folge Normalform.

„Ein Vorteil, wenn überhaupt, ist ja, dass die Kinder sich nicht von der Halle auf Asche umstellen müssen“, sagt Haukamp. „Sie kommen vom Draußentraining ins Draußentraining.“ Nach einer Trinkpause geht es weiter mit einem kurzen Einzelspiel. Die Stunde endet mit dem Bälle sammeln.

„Nee“, verneint Henry Kersting die Frage, ob er denn seit Ende Oktober Sport getrieben habe. Immerhin zweimal beim Handball-Training war Xavier. Alle drei freuen sich auf dreimal Training in der Woche. Henrys Mutter auch. „Ich bin froh, dass es wieder los geht“, betont Bettina Kersting. Sie bemerkte, dass dem Sohn die Bewegung fehlte. „Wir wohnen auch in einer Gegend, in der wenig Kinder draußen sind“, erzählt sie. Alleine auf der Straße zu spielen macht auch keinen Spaß. Und die Alternative, dass Henry Roller fährt, war der Bönenerin zu riskant wegen des Verkehrs.

Die Pause habe er eigentlich nicht gemerkt. „Sonst bin ich schlechter, laufe nicht so viel“, erklärt Henry Kersting nach der Übungsstunde. Mutter Kersting würde auch Einzeltraining für ihren Sohn buchen, falls der Jugendsport in der Gruppe wieder eingeschränkt wird. „Er hat einige Sportarten ausprobiert, Tennis ist seins.“ Noch gilt, dass Kinder und Jugendliche bis zu 14 Jahren gemeinsam trainieren dürfen. Die maximale Gruppenstärke von 20 erreichen die beiden Bönener Tennistrainer aber sowieso nicht. Insgesamt trainieren Stefank und Haukamp ungefähr 50 Kinder und Jugendliche in Gruppen bis zu sechs. Die Älteren bekommen Einzeltraining. Aus Angst vor einer Ansteckung habe keiner abgesagt, betonen die Trainer. Der Verein beklagt im Jugendbereich auch keine Coronaverluste. Haukamp erzählt nur von zwei, drei Abmeldungen. „Aber das waren nicht unbedingt Mannschaftsspieler, die Pubertät halt“, sieht er den Grund in der persönlichen Entwicklung dieser Jugendlichen.

Zufrieden ist Haukamp übrigens mit dem Platz der RotWeißen. „Hervorragend“, urteilt der Coach nach einer Woche mit miesem Wetter. Das Auskoffern, neue Drainage und Asche, finanziert aus Mitteln des Förderprogramms „Moderne Sportstätten 2022“, hat sich wohl bezahlt gemacht. Haukamp trainiert auch in Werne, wo der Untergrund noch unbespielbar sei. „Aber die kriegen auch einen Neuen.“

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