Leichtathletik

Beim Re-Start der Lauffreunde gab es „Platz satt“

Kleine Gruppe, großer Spaß: Auch bei den Lauffreunden ist die Zeit der einsam gedrehten Runden vorbei.
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Kleine Gruppe, großer Spaß: Auch bei den Lauffreunden ist die Zeit der einsam gedrehten Runden vorbei.

Kleine Gruppe, großer Spaß: Auch bei den Lauffreunden Bönen ist die Zeit der einsam gedrehten Runden vorbei.

Bönen - Ulrich Wrobel sitzt einsam und alleine auf einem Fahrradständer im Schatten des Turms. In Kluft, um 17.40 Uhr, also 20 Minuten vor dem eigentlichen Trainingsbeginn am Dienstagabend. Der Lauffreund ist „heiß“ auf das Laufen in der Gruppe. Die trifft sich normalerweise am Sportzentrum. Dieses ist geschlossen, die Umkleiden noch dicht, die Bachstraße sowieso zu eng. Der Bönener Verein verlegte die Trainingsgruppen am Dienstag und Donnerstag an den Förderturm der Zeche Königsborn III/IV.

Gelaufen ist Wrobel durch die komplette Coronazeit. Er war neun Wochen in Berlin, die drei Enkelkinder „hüten“. Dort ging der 61-Jährige mit der Tochter auf die Piste. „Wir sind auch zwei Zehn-Kilometer-Läufe angegangen“, so der Lauffreund. Zurück in der Seseke-Gemeinde war er in der vergangenen Woche beim Training. „Aber da waren nur die Jüngeren, das hat keinen Spaß gemacht.“

Grobel schätzt eben seine Laufeinheit. Motto: „Man sollte so langsam laufen, dass man noch sprechen kann“, sagt ein Gruppenmitglied. es ist Vereinsvorsitzender Jochen von Glahn. Als solcher wäre er an diesem Dienstag sowieso da, ist aber auch vor Ort, weil es eben das erste Mal ist. Und auch das erste offizielle Training in den Zeiten der Pandemie.

Von Glahn und der Vorstand haben für diese Laufeinheiten ein Konzept erstellt. Treffpunkt ist das Tor zum Turm. Trainer Michael Klein steht parat, um Gruppen bis zu zehn Personen zu bilden. Das ist am Dienstag leicht. Viele Lauffreunde zieht es nicht zum Bönener Wahrzeichen. Die eine Gruppe um Wrobel und den Vorsitzenden wird vier Männer und eine Frau stark, der Übungsleiter orientiert sich zur jüngeren Abteilung. Die sechs Lauffreunde sind vom Geschlecht her pari besetzt.

Jeder muss sich nach der Einheit registrieren

Von Glahn erinnert daran, dass sich jeder nach der Trainingsrunde per E-Mail mit Namen und Kontakt registriert. Er ist Coronaschutzbeauftragter, also verantwortlich. „Eigentlich sollte ich ein Foto machen und nachher kontrollieren“, nimmt er das Thema Nachverfolgbarkeit von Infektionsketten ernst. Aber einerseits hat er an diesem Abend kein Smartphone dabei, andererseits ist die Gruppe übersichtlich. „Ich rechne aber auch mit dem Eigenverantwortungsbewusstsein unserer Mitglieder“, sagt er. Die Fünfergruppe macht sich anschließend auf den Weg in Richtung Mergelteichwald. Der Startpunkt Zechenturm bietet eine Fülle von Möglichkeiten an Strecken. Deswegen und „wegen der Außenwirkung, wenn viele über das Nadelöhr Bachstraße laufen“, wechselte der Verein den Trainingstreffpunkt, begründet Klein.

„Wollen wir acht, neun oder mehr Kilometer angehen?“ fragt er in die Sechserrunde im weiten Kreis. Der Wunsch geht in Richtung Flierich und zwölf Kilometer. „Also die Papageien-Runde“, sagt der Trainer. Auf der imaginären Karte ergibt die Wegführung der Tour den Umriss des Vogels.

Die Gruppe, darunter Birte Gillmann, macht sich auf den Weg. „Der Startpunkt ist optimal“, sagt die Lauffreundin. Der Grund für die Einschätzung: Sie wohnt gleich um die Ecke in der Zechenstraße. „Es war eine schöne Nachricht, dass wir wieder zusammen trainieren, allerdings habe ich gemischte Gefühle. Ich habe keine Angst um mich und meine Gesundheit, sondern Sorge, das Virus nach Hause zu schleppen“, sagt Gillmann. Diese Befürchtungen sind auf dem Gelände des Turms unbegründet. Es ist „Platz satt“ für den geforderten Abstand.

Einen Zuwachs an Mitgliedern hätte die Krise trotz des Laufbooms bisher nicht gebracht. „Aber wir haben auch keinen verloren“, weiß von Glahn, „obwohl unsere Kurse ja nicht stattfinden, auch keine Anfängerkurse.“

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