Am 1. Februar geht es los:

Ballonathon-Bundesliga: Neue Idee des Bönener Ultraläufers Struck

Unter den bisher zehn Teams ist auch ein Team Rotkäppchen mit elf Lauffreunden.
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Unter den bisher zehn Teams ist auch ein Team Rotkäppchen mit elf Lauffreunden.

Jan-Philipp Struck aus Bönen hat eine neue Idee: Ballonathon-Bundesliga. Er will damit das virtuelle Laufen in Coronazeiten aufpeppen

Bönen – Am 1. Februar startet Jan-Philipp Struck sein Unternehmen Ballonathon-Bundesliga. Tore können erzielt, Punkte gewonnen werden, ein Ball ist allerdings nicht im Spiel. „Ansonsten ist das schon an die Fußball-Bundesliga angelehnt“, beschreibt der umtriebige Bönener Ultraläufer seinen neuesten Coup. Er will das virtuelle Laufen in Coronazeiten aufpeppen.

„Die Teilnehmer sollen nicht nur viel laufen, deswegen vier verschiedene Bereiche“, erklärt Struck den zunächst kompliziert erscheinenden Modus. Und sie werden die Aufgaben nur als Elf erfüllen können. Gemeinsinn ist also gefragt. So fordert Struck unter anderem 260 Minuten Kräftigungsübungen im Freien. Wobei jeder Spieler nur zehn Minuten pro Tag beitragen darf.

Laufen wird zum Mannschaftssport

Für Interessenten gibt es drei Optionen teilzunehmen: Sie gründen selbst eine Mannschaft, „auch, wenn sie keine elf Spieler zusammen haben.“ Man könne sich aber auch entscheiden, einer zufälligen Mannschaft zugeordnet zu werden oder man trete einem bestehenden Team bei“, erklärt Struck. Zehn Teams sind es bereits. Mit gleich zweien treten die Lauffreunde Bönen an.

Der Teamgründer, der „Kapitän“, ist verantwortlich, dass es läuft. „Es gibt zudem einen Torwart. Der hält die erledigten Aufgaben fest, protokolliert die Ergebnisse, die Tore.“ Der Veranstalter hat einen Liveticker über die Kommunikationssoftware Discord eingerichtet, der vom Keeper bestückt werden soll.

70 Aufgaben für vier Bereiche

Insgesamt hat sich das Mitglied der Lauffreunde Bönen 70 Aufgaben für die vier Bereiche Ausdauer, Training, Vielfalt und Challenge ausgedacht. Beispiel: In der Kategorie Training soll ein Dauerlauf über 40 Minuten von neun oder acht Mitgliedern des Teams gelaufen werden. Die Anzahl der geforderten Läufer richtet sich nach der errechneten Stärke der Mannschaften.

„Ich habe einen Fragebogen zu den Laufleistungen der einzelnen Spieler verschickt und daraus einen Wert für die Mannschaft ermittelt. Die Stärkeren, gekennzeichnet mit der Farbe Rot müssen mehr leisten, um zu punkten“, erklärt Struck. In das oben genannte Beispiel geht zusätzlich ein persönlicher Tempowert eins ein. Der Spieler soll die Strecke eine Minute schneller schaffen als normal. „Den Tempowert können die Teilnehmer aus ihrer Eigenschaftskarte entnehmen. Es gibt zudem individuelle Werte für Erfahrung, Ausdauer und Energie.“ Die Einstufung macht auch Sinn. Der Bönener will niemanden überfordern. „Ich kann ja keine 15 Halbmarathon in der Woche von Mannschaften erwarten, wo jemand noch keinen absolviert hat“, begründet Struck.

Bonuspunkte für besondere Aufgaben

Am Ende der Woche, insgesamt hat der Veranstalter 14 bis in den Mai angesetzt, werden Tore gezählt, die es für die Erfüllung der Aufgaben gibt. Zusätzlich baut Struck noch Bonuspunkte ein, für die, die besonders fix bei der Erledigung sind. Einige Aufgaben wie zum Beispiel eine geforderte Startzeit eine Minute nach Mitternacht bis um 5:59 Uhr erfordern schließlich einiges an Überwindung. Interessant dürfte auch die Kommunikation der Teams untereinander werden, wer, wann und wie die Aufgaben erfüllt hat. Herauskommen wird zum Beispiel, welches der Lieblingsimbiss der Teilnehmer ist – ein Ziel, das Struck vorgibt. Die Teilnehmer aus der Region bekommen zudem einen Anreiz, den Lauf am Förderturm doch noch zu laufen. Struck fordert einen Lauf auf einer offiziellen Wettkampfstrecke.

Momentan läuft die erste Testwoche, an der drei Teams teilnehmen werden. Eine zweite startet ab kommenden Montag. „Mit mehr Teams“, hofft Struck. Dann ist Februar und zum Monatsauftakt wird der Anpfiff erfolgen. In der Saison spielen dann drei Teams pro Woche gegeneinander. Jedes muss in sieben Tagen eine Liste mit elf Aufgaben abarbeiten.

Teilnehmen kann jeder – und zwar kostenlos. Als Mindestvoraussetzung verlangt Struck „nur“ eine Laufausdauer von 60 Minuten am Stück und Fitness von zwei bis drei Stunden Sport pro Woche. Ob am Ende ein Meister gekürt wird, sei noch nicht klar, meint der Lauffreund. „Mal gucken, wie sich das entwickelt.“ Die Sorge, dass die Mannschaften auseinanderbrechen, wenn das normale Läuferleben mit echten Wettbewerben zurückkehren sollte, hat Struck nicht. „Die erste Saison werde ich in jedem Fall durchziehen und wenn es den Teilnehmern Spaß gemacht hat, eine zweite dranhängen.“

Weitere Infos: https://my.raceresult.com/164538/

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