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Ballon-Ultralauf: 100 Meilen müssen diesmal reichen

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Von: Carola Schiller

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Mit Applaus wurden die Läufer auf das 15-Meilen-Rennen geschickt.
Mit Applaus wurden die Läufer auf das 15-Meilen-Rennen geschickt. © Carola Schiller

Tag und Nacht starteten die Läufer beim vierten Ballon-Ultralauf, den der Bönener Jan-Philipp Struck organisiert. Start und Ziel war immer das Vereinsheim des TuS Alte Heide. Von da aus liefen die Ausdauersportler nach Bönen, Kamen und Fröndenberg.

Bönen – „Rechts rum, Sie müssen rechts um!“ Der insgesamt 35-stündige Ballon-Ultralauf von Freitag bis Sonntag forderte nicht nur die 156 Sportler, sondern auch mehrere Anwohner, die das Spektakel vom Balkon oder aus dem Garten heraus beobachteten und so manches falsche Abbiegen verhinderten. Das passierte allerdings eher zum Ende der unterschiedlich langen Teilstrecken, wenn die Müdigkeit den Blick für die Markierung trübte. Dabei waren die 125 Meilen (rund 200 km) mit orangefarbigen oder grünen Strichen sauber gekennzeichnet, manche Hinweise sogar mit aufmunternden Sprüchen, wie „Laufen ist wie Urlaub mit Schmerzen.“ Die Strecken führten je nach Länge durch Bönen, Kamen, Fröndenberg oder Iserlohn.

Mehrere Pausenstationen mit wassergefüllten Kanistern und eine gut sortierte Verpflegungskiste mit Süßigkeiten und Eis, dazu mobile Helfer auf Mountainbikes sollten dafür sorgen, dass niemand buchstäblich „auf der Strecke bleibt“. Als Ort für Start und Ziel hatte Organisator und Bönener Ultraläufer Jan-Philipp Struck das Vereinsheim des TuS Alte Heide ausgesucht und ermöglichte damit den Teilnehmern heiße Duschen, Platz für Zelte und Campingbullis, ein vollgepackter Verpflegungsraum und die Möglichkeit, sich massieren zu lassen. Unterstützt wurde das Sportereignis von einem Team des DRK mit Corona-Tests für die Helfer und Teilnehmer. „Da könnte sich so mancher Veranstalter eine Scheibe von abschneiden“, waren sich vor allem die erfahrenen Läufer einig.

Laufen in Gruppen - und schnell für den nächsten Ultrawettkampf anmelden

Die Frage, wie sich die Sportler unterwegs bei Laune halten, zeigte sich vor allem auf den ersten zwei Dritteln der Strecken mit einer Länge von fünf bis 20 Meilen: Die meisten finden sich zu Gruppen zusammen, die etwa das gleiche Wohlfühltempo laufen. Man unterhält sich – oder lässt sich unterhalten. Gezückte Handys und konzentriert auf das Display gerichtete Augen gab es auch, aber nur einmal, zum Ende des 15 Meilen Laufs am Samstag. Der Grund? „Der Herforder Ultralauf öffnet gleich sein Anmeldeportal“, so die Erklärung der Läufer. Nach dem Lauf ist eben vor dem Lauf. Auch die Ausdauersportler haben in den letzten eineinhalb Jahren unter den stark eingeschränkten Veranstaltungen gelitten. Das dreitägige Sport-Ereignis mit Gleichgesinnten unter freiem Himmel und mit abendlichem Grillbuffet hat ihnen gutgetan, auch wenn die Beine der Langläufer sichtlich schmerzten.

Nach 100 Meilen nur elf Minuten Vorsprung

Während kein Teilnehmer das letzte Rennen über 25 Meilen in der Nacht von Sonntag auf Montag in Angriff nahm, das Struck erstmals angeboten hatte, sammelten immerhin fünf Starter stolze 100 Meilen. Die Entscheidung um den Sieg fiel angesichts der Strecke dabei recht knapp aus. Der Warendorfer Sebastian Krampe benötigte 17:31,54 Stunden, zehneinhalb Minuten vor Sven Sommerhoff vom Team NRGI. Der Rhyneraner Thorsten Huppert wurde in 21:19,51 Dritter. Beste Frau war Hannah Hüllweg aus Münster, die 65 Meilen in 19:04,07.

Struck selbst ließ es sich nicht nehmen, wenigstens 80 Meilen in 15:50,27 zu bewältigen. Das bedeutete Rang neun. Von den Lauffreunden liefen auch Monika Stura (109., 30 Meilen, 6:53,33), Birte Gillmann (113. 30 Meilen, 7:21,42), Monika Busch (126., 20 Meilen, 4:37,53), Thorsten Buchholz (138., 15 Meilen, 2:56,06) und Katharina Krähling (143., 15 Meilen, 3:28,51) mit.

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