Handball

Unschaffbares geschafft: RSV-Jugend in der Oberliga

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Mit seinen parierten Siebenmeter hatte Keeper Marvin Wollek großen Anteil am Erfolg.

Bönen - Der Weg zu einem der größten Erfolge der Jugendabteilung des RSV Altenbögge war steinig – oder wie es Trainer Thomas Wollek ausdrückte: „mörderisch.“ Vom 5. Mai an spielten die Bönener B-Juniorenhandballer erst eine Achter-Runde und dann an drei Wochenenden drei Turniere, um am Ende mit dem letzten Wurf im Siebenmeterwerfen das letzte verfügbare Ticket zu ergattern.

Jetzt ist erst einmal eine Pause angesagt, um Kräfte für die eigentliche Saison zu sammeln. „Wir werden uns einmal in der Woche auf dem Sportplatz treffen und Fußball spielen“, meinte Wollek, der seinen Akteuren in der langen, abgelaufenen Spielzeit nur wenige Trainingspausen gönnte. Der Lohn waren die Verbandsliga-Meisterschaft als fast kompletter B-Jugendjungjahrgang und nun die Oberliga-Qualifikation. „Wir sind alle überglücklich. Das, wovon wir geträumt haben, ist Realität geworden. Ich habe nicht gedacht, dass wir das packen“, sagte der Coach mit Stolz über die Leistung seines Teams.

Dabei galt es in der Qualifikation einige Hürde zu überspringen, hang das Weiterkommen zwischendurch am seidenen Faden. Auf Kreisebene bekam der RSV die erste Mannschaft des HLZ Ahlen vorgesetzt. Die war zwar eigentlich für die Oberliga gesetzt worden, nutzte die Gelegenheit aber, um Spielpraxis zu sammeln. Platz eins und damit der direkte Einzug in die höchste Jugendklasse dieser Altersstufe war damit blockiert. In der ersten Quali-Runde auf Verbandsebene meinte es das Los nicht gut mit den Altenböggern, teilte ihnen mit dem Letmather TV das stärkste der 24 verbliebenen Teams zu. Wieder war Rang eins außer Reichweite. die Bönener gefährdeten zudem durch einen fehlerhaften Spielbericht im ersten Turnierspiel in Lage Platz zwei selbst, sicherte sich aber anschließend die gute Ausgangsposition.

Doch langsam ließen die Kräfte nach. In die folgenden beiden Wettbewerbe mühte sich der RSV-Nachwuchs hinein. Letztlich musste beide Male ein Siebenmeterschießen entscheiden, zunächst ob Bönen in die Endrunde einzieht, dort, ob es für die Oberliga reicht. Die jungen Altenbögger behielten die Nerven, weshalb der Jubel zweimal kaum Grenzen kannte. „Das war eigentlich eine unschaffbare Quali“, meinte Wollek. Nur sechs Plätze wurden ausgespielt, lediglich zwei davon für die letzten 16 Teams. „Ich sage Chapeau. Da kann man nur den Hut vor ziehen“, lobte Wollek seine Schützlinge am Sonntag: „Ich glaube, wir brauchen ein paar Tage, um das zu verarbeiten.“

Die Oberliga wird nun die nächste Herausforderung für die Altenbögger. „Da kennt uns keiner. Da sind wir die Underdogs“, sagte Wollek. Für ihn ist die Teilnahme ein seltener Glücksfall für einen solch kleinen Klub wie den RSV. „Das sollte der Verein genießen, das sollte Bönen genießen“, findet er. Der Coach glaubt allerdings auch, dass seine Mannschaft mithalten kann. Hinter den Top Vier bestehend aus HSG Handball Lemgo, JSG NSM Nettelstedt, GWD Minden und Letmathe könne seine Mannschaft mithalten. „Alles dahinter ist Tagesform“, sagt er. Entgegen kommt ihm die kleine Zehner-Liga. „Wir haben einige spielfreie Wochenenden. Die brauchen wir aber auch, weil uns die Gegner viel abverlangen werden. Wir müssen noch 15 bis 20 Prozent im Vergleich zur Quali draufpacken.“

Das erste Spiel führt die Altenbögger übrigens wieder nach Versmold zur JSG Hesselteich-Loxten, wo der RSV-Nachwuchs die Oberliga-Qualifikation perfekt machte, verlor gegen den Gastgeber allerdings 14:15.

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