Handball

RSV: Letztes Oberliga-Ticket im Siebenwerfen gelöst

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Drama pur: Die RSV-B-Junioren feiern nach einem Krimi den Einzug in die Oberliga.

Versmold - Haarsträubend zu Beginn, Proteste in der Mitte, nervenstark am Ende – und dazwischen die ganze Bandbreite der Emotionen. Das dritte und entscheidende Qualifikationsturnier auf Verbandsebene für die Handball-Oberliga war aus Sicht der Spieler und Fans des RSV Altenbögge nichts für schwache Gemüter. Erst im Siebenmeterwerfen nach dem Ende des regulären Wettbewerbs, den die JSG Hesselteich/Loxten ausrichtete, lösten die Bönener B-Junioren das letzte verfügbare Ticket.

„Das war mörderisch“, meinte ein mitgenommener Trainer Thomas Wollek, den seine Mannschaft durch ein Wellenbad der Gefühle schickte. Der Auftakt im Versmolder Vorort gegen den Gastgeber geriet gehörig daneben. „Wir haben in der ersten Halbzeit bestimmt 15 Freie vor dem Tor vergeben“, meinte Wollek. Dennoch führte sein Team zur Pause der zweimal 20-minütigen Begegnung mit 8:7. Nach dem Wechsel blieb es eng, die JSG, die über einen starken Keeper und zwei körperlich überlegene Rückraumakteure verfügte, erzielte aber 14 Sekunden vor Schluss den Siegtreffer zum 15:14.

Der RSV stand damit gleich unter Druck, denn nur die beiden Erstplatzierten dieses Turniers qualifizierten sich für die Endrunde. Gegen den TuS Ferndorf lief es zunächst richtig gut. Altenbögge erarbeitete sich eine 12:7-Pausenführung. „In der zweiten Halbzeit sind wir aber eingebrochen“, sah Wollek die Felle davonschwimmen. Ferndorf kam bis auf einen Treffer heran und ließ sich nicht mehr abschütteln. Eine halbe Minute vor Schluss vertändelte der RSV durch einen Wechselfehler in Unterzahl den Ball und der TuS schaffte noch das Tor zum 22:22-Endstand. Doch an Drama nicht genug: Aus unerfindlichen Gründen wurde die Partie mit einem Resultat von 27:25 für Bönen eingetragen und von allen Beteiligten so im Spielbericht bestätigt. „Eigentlich ist es Gesetz, dass, wenn alle unterschrieben haben, das Ergebnis feststeht“, sagte Wollek. Ferndorf legte aber später noch Protest ein, Hesselteich/Loxten hatte derweil nach dem zweiten Sieg sein Ticket bereits in der Tasche, trat zum Abschluss gegen den TuS, der zum Auftakt wiederum gegen Westfalia Kinderhaus verloren hatte, nur mit einer B-Mannschaft an. Ferndorf nutzte das zu einem 30:17-Sieg und war wieder im Rennen.

Die Altenbögger mussten nun gegen Kinderhaus gewinnen, was sie nach einem 8:0-Start in den ersten sechs Minuten auch souverän mit 34:23 (22:9) taten. Die Bönener feierten bereits die Oberliga-Qualifikation und verschwanden unter der Dusche, als Ferndorf alle Hebel in Bewegung setzte, das richtige Ergebnis aus dem Spiel gegen den RSV zu bekommen. Schließlich sagte der Staffelleiter zu Wollek, dass sein Team besser zu einem Siebenmeterwerfen, das bei Punktgleichheit nötig ist, antreten solle. Die Altenbögger – erprobt in Siebenmetern aus der Runde zuvor – zogen sich wieder die Trikots an. Marvin Wollek parierte gleich den ersten Versuch des TuS. Danach verwandelten Jonas Weige, Max Miebach, Felix Isenbeck, Damian Jablonski und Max Vogt ihre Würfe und der RSV war endgültig in der Oberliga. „Dann war nur noch Jubel“, meinte Wollek geschafft. J bob

RSV: Wollek, Barenhoff – Korkowski, Klein, Weige, Vogt, Isenbeck, Baeck, Eikel, Ramsbrock, Jablonski, Koal, Miebach, Schröder

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