Klare Rollenverteilung vor dem Derby am Rehbusch

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Kevin Scheibke (links) geht für die SpVg im Derby auf Torejagd.

Bönen - Die Voraussetzungen sind eindeutig. Die ungeschlagene SpVg Bönen empfängt am Sonntag um 15 Uhr den Vorletzten der Fußball-Kreisliga A1, den VfK Nordbögge. „Wir haben gegen den Favoriten nur etwas zu gewinnen. Und ein Derby hat ja eigene Gesetze“, hält Gästecoach Jürgen Serr dagegen: „Wir brauchen keine Angst zu haben.“

„Wir haben ganz klar mehr zu verlieren aufgrund der Tabellensituation. Wir hatten einen großen Umbruch, aber in Nordbögge hatte das ganz andere Dimensionen“, weiß auch SpVg-Trainer Hendrik Dördelmann um die Rollenverteilung, die in so einem Ortsduell für den Favoriten durchaus von Nachteil sein kann.

„Nordbögge hat gezeigt, dass sie gewinnen können. Das wird mit Sicherheit kein Selbstläufer“, mahnt Dördelmann die richtige Einstellung und das Zweikampfverhalten an. „Das ist uns ein bisschen abhanden gekommen.“ Bönens Coach vermisst zudem auch die Körpersprache bei seinem Team. „Wir treten nicht selbstbewusst genug auf. Man merkt uns nicht an, dass wir so gut dastehen, gerade gegen vermeintlich schwächere Mannschaften nicht“, liegen ihm noch die schlechten Auftritte gegen Lohauserholz II (1:1) und TSC Hamm II (3:0) im Magen. Ans Verlieren verschwendet Dördelmann dennoch keinen Gedanken, er möchte vielmehr weiter dem Spitzenduo Mark und Uentrop auf den Fersen bleiben – und das geht nur mit einem Dreier. „Ich erwarte eine Reaktion nach den beiden letzten Spielen.“

Bei den Nordböggern machte sich nach dem ersten Saisonsieg (6:2 gegen Lohauserholz II) Erleichterung breit. „Ich hoffe, dass die Jungs verinnerlicht haben, dass wir, wenn das Läuferische und Kämpferische und die Aggressivität stimmt, auch Punkte holen können“, sagt Serr. Die Stimmung im Team sei trotz der vielen Niederlagen allerdings immer gut gewesen, berichtet er. Nun wollen die Vfk-Akteure auch den Lokalrivalen ärgern. „Wir haben ein bisschen Selbstvertrauen getankt. Wir fahren dahin und wollen etwas mitnehmen“, sagt Serr. Die Nordbögger werden aus einer verstärkten Deckung auf Konter spielen, um mit viel Tempo vor das gegnerische Tor zu kommen.

Dementsprechend betrauert Serr auch den Ausfall des schnellen Nikolaj Kirmses, der sich gegen Lohauserholz gleich zu Beginn einen Kahnbeinbruch zugezogen hat, aber bis zum Ende weitermachte und zwei Treffer erzielte. „Das ist ein herber Verlust“, so Serr, der wohl bis zur Winterpause auf den Offensivspieler verzichten muss. Mit Christoph Wöllert fällt auch in der Defensive im Derby ein wichtiger Akteur aus. Und auch der Einsatz von Ex-Profi Serr ist wegen eines dicken Knies mehr als fraglich. Dafür kehren die Urlauber Robin und Philip Wittenborn, Sascha Frey und Frederik Bennemann in den Kader zurück.

Auf Bönener Seite bangt Dördelmann um das Mitwirken von Kapitän Tobias Wittwer (Leistenzerrung). Kein Thema sind Oliver Hartmann (Knieverletzung) und Fatih Korkmaz (Sprunggelenksprobleme). Der Kader ist aber breit genug, die Akteure zu ersetzen.

Bleibt noch die besondere Geschichte dieses Derby: Denn in der Aufstellung der SpVg werden trotz Hartmanns Ausfall mit Patrick Heller, Ali Öncül, Cengiz Güner, Manuel Müller und Raphael Poljsak fünf Spieler stehen, die im Sommer von der Feuerwache an den Rehbusch wechselten. Beim VfK sind es ohne Kirmse mit Kevin Siebert und Kevin Garske immerhin noch zwei, die den umgekehrten Weg einschlugen. „Wir sind heiß auf das Match, keine Frage“, sagt Dördelmann. - WA

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