Nach corona-bedingtem Spätstart:

Auch in Bönen wird jetzt das Sportabzeichen gemacht

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Mit Maske und Abstand, so wie es in Corona-Zeiten gefordert ist, trafen sich in Bönen die Sportabzeichen-Bewerber zum verspäteten Saisonstart.

13:51 Minuten zeigte die Uhr als Joris Flanse die 3000 Meter  am Sportzentrum hinter sich gebracht hatte. Das reichte nicht ganz für Gold in der Disziplin Ausdauer zum Deutschen Sportabzeichen. Gesamt-Gold hatte der 18-Jährige aber schon vor seiner letzten der vier Prüfungen in der Tasche.

Bönen – Das war ungeplant: Ausdauer- und Sprintdisziplin, (12,3 Sekunden, 100 Meter), wollte der Turner eigentlich an Geräten in der Sporthalle locker nachlegen. Immerhin hat er nach dem Goldenen Sportabzeichen ohne jedes Training deutlich die Nase vorn im Familienduell. „Ich hab gewettet, dass ich besser sein werde als meine Eltern.“ Die, Sabine und Thomas Pinger, werden sich strecken müssen.

 Zum Auftakt der coronabedingt verspäteten Sportabzeichensaison 2020 sammelten sich knapp 30 Prüflinge an den Materialgaragen. Alle wie verlangt mit Mundschutz und Abstand. „Mit soviel Leuten hab ich wegen des Wetters nicht gerechnet“, meinte der Vorsitzende des Gemeindesportverbandes Bönen (GSV), Dirk Presch. Und er freute sich über zahlreiche junge Leute, die die über 30 Grad nicht abschreckten.

 Darunter waren neben Joris Flanse, der Polizist werden möchte, einige, die das Angebot für ihre künftige Ausbildung nutzten. Bevor der erste „Startschuss“, ein Klatschen, fiel, rückte Christian Möllmann dem Schloss der Gerätegarage mit dem Bolzenschneider zu Leibe. Das war defekt. Die geforderten Meldelisten mit Kontaktinfos wurden gecheckt, dann ging es los. Die Prüflinge verteilten sich Richtung Weitsprunganlage, nahmen die Kugel oder das Sprungseil in die Hand.

Auch Bürgermeister-Kandidat macht mit

 Es waren aber nicht nur junge Neulinge, die am Mittwochabend am Sportzentrum schwitzen. Bürgermeisterkandidat Thomas Semmelmann beteuerte, dass er wegen des Sports vor Ort wäre. Und er ging tatsächlich sein erstes Sportabzeichen nach der Regelreform an. „Probleme habe ich mit den technischen Disziplinen“, gab der passionierte Radfahrer zu. 

Bönens Altbürgermeister Rainer Eßkuchen versuchte am Mittwoch sein 26. Sportabzeichen. Er hatte die vergangenen zwei Jahre ausgesetzt. Der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses Familie, Sport und Kultur, Thomas Köster, ist ebenfalls Dauergast am Sportzentrum. Er absolvierte das 30. Sportabzeichen, traute sich trotz der Hitze die 3000 Meter zu und lief locker unter 16 Minuten. Bönens aktueller Rathauschef, Stephan Rotering, beließ es beim Dank an die Prüfer. „Ich muss noch trainieren“, meinte er. 

Risikogruppe "Prüfer" fühlt sich sicher

Die Prüfer selbst hatten bis auf wenige kein Problem mit ihrem Einsatz, obwohl sie fast alle über 70, also in der Corona-Risikogruppe, sind. „Die Mehrheit hat entschieden, hier mitzumachen“, erklärte Manfred Theymann. „Wir müssen auch die Regelmäßigkeit wahren“, ergänzte Klaus-Georg Knippelmeyer, „wäre es ausgefallen, würde doch im nächsten Jahr keiner mitmachen.“ Weder er noch Ilse und Adolf Langer sahen für sich ein Risiko. „Wir sind froh, dass wieder etwas stattfindet.“

 Derweil sprangen die Zwillinge Chantale und Melissa See zum dritten Mal einfach zu kurz. „Ihr solltet den Anlauf verlängern“, erkannte Joris Flanse. Doppelt so lang und es klappte beeindruckend gut. Beide landeten deutlich über vier Meter. Die See-Zwillinge gehörten zur Gruppe von Hapkidos der TuS Bönen. Eine davon, Sarah Schmidt, will auch zur Polizei. „Und der Rest unterstützt“, meinte Übungsleiter Jörn Vonhoff. Hannah Bornhöfer zum Beispiel als „Hase“ für Schmidt beim 100-Meter-Sprint. Deren erster Versuch reichte mit 15,9 Sekunden zwar für Silber, Gesamtbronze ist die Anforderung im Staatsdienst. Aber die junge Bönenerin zeigte persönlichen Ehrgeiz. Ergebnis: keine Verbesserung für sie, aber nicht erwartete 16,2 Sekunden für Bornhöfer. 

Fußballer der IG nicht informiert

Und während Joris Flanse die letzte Runde wegen eines drohenden Wadenkrampfes verhalten lief, hatte Dirk Presch eine außerplanmäßige Aufgabe zu erfüllen. Die Landesligafußballer der IG Bönen waren nicht informiert, dass an diesem Mittwoch zwischen 19 und 20 Uhr das Sportabzeichen abgenommen werden sollte, begannen ab 19 Uhr mit ihrem regulären Training. „Reden hilft“, erkannte der der GSV-Vorsitzende Presch nach kurzem Gespräch mit IG-Coach Ferhad Cerci. „Weder die Fußballer noch wir sind ja verantwortlich für die Doppelbelegung der Anlage.“ Die Vergabe obliegt der Gemeindeverwaltung. Kompromiss: Die Sportabzeichenprüfer beschleunigten die ausstehenden Abnahmen, die Kicker verzichteten zunächst auf das Training mit Ball.

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