Leichtathletik

AOK Firmenlauf in Unna droht noch das Corona-Aus

+
Startschuss zum AOK Firmenlauf in Unna: Die 16. Auflage soll am 20. August stattfinden.

Die 16. Auflage des AOK Firmenlaufs in Unna, an dem sich auch stets viele Bönener beteiligen, ist weiter fraglich. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Veranstaltung bereits vom 14. Mai auf den 20. August verlegt.

Bönen/Unna - Der AOK Firmenlauf in Unna ist seit Jahren ein überregional gefragtes Event. Bei der 15. Auflage 2019 gingen über 5000 Läufer auf die 5,5 Kilometer lange Strecke. Unter den Aktiven, die das Motto „Laufen für das Betriebsklima“ in die Tat umsetzen, sind auch in steigender Zahl Bönener Unternehmen von kleinen wie der Bärenapotheke über solche mit mittlerer Belegschaft wie die Volksbank bis zum Großunternehmen KiK. Alle müssen ihren sportlichen Jahresplan umstellen, denn wegen der Coronakrise wurde der traditionelle Termin am 14. Mai vor zwei Wochen gestrichen. Der Lauf soll jetzt am 20. August stattfinden.

20. August, da war doch was. Genau: Dem Ausrichten des Firmenlaufs mit tausenden Teilnehmern steht nämlich das Verbot von Großveranstaltungen gegenüber, das bundesweit bis zum 31. August gilt. „Für den Begriff Großveranstaltung gibt es bisher keine Definition im behördlichen Genehmigungsprozedere“, hofft Marcus Hoselmann auf eine Klarstellung bei der nächsten Evaluierung der Situation durch die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten. „Es steht ja die Frage im Raum, was lässt die Politik zu“, ergänzt der Geschäftsführer von Upletics. Die Dortmunder Veranstaltungsagentur organisiert den Lauf im dritten Jahr.

Was ist eine Großveranstaltung?

Dass die Krankenkasse und die Dortmunder nicht gleich in den September terminiert haben, liegt in der Chronologie der Ereignisse begründet. „Am 9. April haben wir die Terminverschiebung zum AOK Firmenlauf Unna vom 14. Mai auf den 20. August kommuniziert“, erläutert AOK-Marketingleiter Jörg Jokisch. „Das war noch vor dem Abstimmungsgespräch der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten am 15. April, in dem angekündigt wurde, Großveranstaltungen bis zum 31. August zu untersagen. Auf eine Klarstellung auf Landesebene NRW, was konkret eine Großveranstaltung ist, warten wir noch.“ 

Wenn zum Beispiel bis zu 3000 Leute erlaubt seien, würde er an eine Limitierung der Teilnehmer denken, sagt Hoselmann. Eine solche Begrenzung dürfte aber nicht umsetzbar sein. Zumindest nicht, wenn der Lauf seinen Charakter als Citylauf behalten soll. Schon auf dem Katharinenplatz ist der Abstand nicht einzuhalten. Der Start am Eingang der Fußgängerzone müsste in die Länge gezogen werden. Undurchführbar.

„Ein zweites Mal werden wir aber nicht verschieben können“, erklärt Hoselmann, „bis Ende September muss es laufen, dann wird es früher dunkel und wir starten ja erst um 19 Uhr.“

Der Schwesterlauf in Hamm, den ebenfalls die AOK Nord-West verantwortet und bei dem auch Bönener Unternehmen teilnehmen, soll am 3. September durchgeführt werden. Das Stadtfest in Unna findet, Stand jetzt, am ersten Septemberwochenende statt. Der Aufbau beginnt in der Regel Tage vorher. „Es ist ja alles in die Kugel gesprochen“, meint Hoselmann.

Bislang keine Resonanz auf neuen Termin

Das Interesse der Firmen sei vorhanden. „Die meisten melden ja erst 14 Tage vorher, der Zeitraum ist ja jetzt erst einmal weggefallen.“ Die Unternehmen würden sich momentan nicht regen. Eine Resonanz auf den neuen Termin gebe es bisher nicht. Interesse ist aber da: Die Teilnehmerzahlen auf der aktuellen Starterliste haben sich innerhalb einer Woche nach Bekanntgabe der Terminänderung mit 38 mehr als verdoppelt.

Aus Bönen steht bisher nur der Textildiscounter KiK in der Liste der Voranmeldungen. Von dem Unternehmen, das mit einer Vielzahl an Teilnehmern Dauergast in Unna ist, war keine Stellungnahme zur Situation zu erhalten. „Wenn der Lauf stattfindet, werden wir auf jeden Fall teilnehmen“, sagt hingegen Tobias Gassmann, Teamkapitän vom KiK-Nachbarn im Industriegebiet, Welser Profile. „Aber erst dann werden wir uns anmelden.“ Sein Unternehmen, ebenfalls immer stark beim AOK-Lauf vertreten, warte ab, um nicht später wieder absagen zu müssen. „Wir melden aber immer auf den letzten Drücker“, begründet Gassmann das Fehlen in der Starterliste.

„Es ist für alle, nicht nur für uns, sondern auch für unsere Partner, zum Beispiel Bühnentechniker oder Gastronomen, eine schwierige Situation“, sagt Hoselmann. Unsicher sei, wer die Krise überlebt. „Wenn der Lauf in diesem Jahr nicht stattfindet, hören wir uns im kommenden wieder“, setzt er abschließend ein positives Signal.

Bis zum 13. Lauf organisierte die AOK ihren Lauf in Unna in Eigenregie. Ab 2018 nahm die Krankenkasse den Dortmunder Veranstalter Upletics mit ins Boot. „Aufgrund wachsender Sicherheitsauflagen“, erklärt AOK-Marketingleiter Jörg Jokisch. „Die Agentur verfügt über jahrelange Erfahrung in der Organisation von Firmenläufen. Selbstverständlich unterstützt die AOK auch weiterhin mit eigenen Helfern und Personal und sogar mit einem eigenen Laufteam die Ausrichtung.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare