Tischtennis

Andreas Rosenhövel: Edeljoker mit der weißen Weste

Andreas Rosenhövel TTF Bönen
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Andreas Rosenhövel hat seit eineinhalb Jahren wieder Spiele für die TTF bestritten und gleich „Spaß am Tisch“. In Zukunft wird er dem NRW-Liga-Team weiter aushelfen, aber nur sporadisch.

Bönen – 4:0 Spiele, 12:0 Sätze: Die Ergebnisse, die Andreas Rosenhövel nach eineinhalb Jahren Wettkampfpause zuletzt in der NRW-Liga ablieferte, waren ebenso makellos wie beeindruckend. „Das ist wie Fahrradfahren. Das verlernt man nicht“, sagt der Routinier der TTF Bönen und lacht.

VON JAN LÜKE

Doch auch der 45-Jährige weiß: Seine erfolgreiche Rückkehr in den Spielbetrieb war alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Rosenhövel spielte, als sei er nie weg gewesen.

Im September und Oktober war Andreas Rosenhövel für die erste Mannschaft der TTF Bönen in den Partien beim TuS Bardüttingdorf (11:1) und bei TuRa Elsen (8:4) zum Einsatz gekommen. In vier Einzeln verlor der Linkshänder am unteren Paarkreuz keinen Satz und trug seinen Teil dazu bei, dass sich Bönen mit zwei ungefährdeten Siegen in der Spitzengruppe der NRW-Liga-Tabelle festsetzte. „Das lief sofort wieder ganz rund. Und ich hatte gleich Spaß am Tisch“, sagt Rosenhövel.

Einmal die Woche zum Training

Zwar hatte er zuletzt im März 2019 ein Punktspiel bestritten, ein kompletter Kaltstart waren die Partien in dieser Saison aber nicht: Rosenhövel war in der Zwischenzeit nicht untätig. „Im Schnitt bin ich einmal in der Woche in der Halle“, sagt Rosenhövel. Doch der Angriffsspieler muss die Belastung dosieren, seitdem bei ihm vor einigen Jahren Hüftprobleme aufgetreten sind. „Ich kann nicht mehr so viel machen wie früher und muss vor allem schauen, wie der Körper auf Belastungen reagiert“, sagt Rosenhövel. „Aber wenn ich da aufpasse, bin ich schmerzfrei.“ Anders als zu seinen Hochzeiten kann Rosenhövel allerdings nicht mehr mehrmals in der Woche hart trainieren.

Doch auch ohne viele Stunden am Tisch kann es Rosenhövel mit seinen Teamkollegen aus der ersten Mannschaft aufnehmen, die vom Alter teilweise seine Söhne sein könnten. „Ich kann noch gut mithalten, manchmal auch ein bisschen mehr“, sagt Rosenhövel. „Die Jungen ein bisschen zu ärgern – das macht schon noch Spaß.“

Nur Edeljoker und Ratgeber für die jungen Talente

Seine erfolgreiche Rückkehr ins Spielgeschehen soll trotzdem nicht der Anfang eines kompletten Wiedereinstiegs werden. „Als Comeback würde ich das jetzt nicht bezeichnen. Ich helfe sporadisch aus, wenn ich gebraucht werde“, sagt Rosenhövel. In der Frühphase der laufenden Saison wurde er gebraucht: Sascha Kaiser, Bönens Punktegarant am unteren Paarkreuz, verletzte sich im Spiel gegen die DJK Borussia Münster (4:8) am Schlagarm und fiel für mehrere Wochen aus. „Dass ich einspringen musste, kam etwas kurzfristig. Aber es hat ja gepasst“, sagt Rosenhövel, der als Edeljoker in die Bresche sprang.

Dem ambitionierten Bönener NRW-Liga-Team, das nach einer starken Vorsaison gerne um die vordersten Plätze mitspielen möchte, will der Lehrer aber nicht nur mit dem einen oder anderen Einsatz helfen. „Die Jungs sind heiß und haben richtig Lust, sich weiter zu entwickeln“, sagt Rosenhövel über Nachwuchstalente wie Tyson Tan Hasse oder Sommer-Neuzugang Toni Ramljak, aber auch über die nur unwesentlich älteren Theo Velmerig und Jonas Mittermüller. „Wenn ich ihnen mit meiner Erfahrung ein paar Tipps im Training oder Wettkampf geben kann, freut mich das.“ Zumal er selbst entspannter geworden sei, seit er nicht mehr eigene sportliche Ziele verfolge.

Kräftemessen mit Ovtcharov und Mizutani

Die aktuelle NRW-Liga-Mannschaft mit ihren vielen jungen Akteuren erinnert Rosenhövel an die letzte Glanzzeit der Tischtennisfreunde, an der der gebürtige Hammer selbst noch voll mitwirkte. Rosenhövel, dessen erste Vereinsstation der ASV Hamm war, wechselte 1997 von seinem Ausbildungsverein TTC GW Bad Hamm zum damaligen CVJM Altenbögge. Für Bönen hat er nicht nur etliche Jahre in der Regionalliga gespielt, sondern war auch Stammspieler in allen Zweitliga-Spielzeiten des Klubs zwischen 2002 und 2009.

Rosenhövel, damals fest in den Top 100 der deutschen Rangliste zuhause, stand mit den Bönener Mannschaften in der zweithöchsten Spielklasse heutigen Weltklassespielern wie dem Japaner Jun Mizutani oder dem deutschen Olympiamedaillengewinner Dimitrij Ovtcharov gegenüber. Wenn die Bönener Talente heute also mal nicht wissen, wofür sie sich im Training schinden, können sie ihren erfahrenen Mannschaftskollegen fragen. Andreas Rosenhövel hat in seiner langen Karriere viele Gründe gesammelt, warum sich die Mühen lohnen.

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