Handball

Altenbögges Torwart Marvin Wollek: "Man muss cool bleiben"

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Nach anfänglicher Nervosität avancierte Marvin Wollek in Herne zum Rückhalt seiner Mannschaft. Mehrfach bejubelte er starke Paraden im Eins-gegen-eins. Hier feiert er allerdings seinen Treffer zum 10:9, mit dem der RSV das Spitzenspiel drehte.

Marvin Wollek wird Anfang des Jahres volljährig. Der noch 17-jährige A-Jugend-Torhüter des RSV Altenbögge sorgte mit dafür, dass die Senioren-Mannschaft durch den 25:19-Sieg bei Westfalia Herne die Spitze in der Handball-Landesliga übernahm.

Bönen - Es war seine erstes Spiel für die Erwachsenen von Beginn an. In den 43 Minuten, die er für den verletzten Stammkeeper Kai Kleeschulte im Altenbögger Tor stand, kassierte Wollek nur 14 Gegentreffer, zeigte starke Paraden und warf sogar ein Tor. Dann musste auch er mit einer Knieverletzung passen.

WA-Mitarbeiter Markus Liesegang sprach mit dem Torwarttalent über das außergewöhnliche Wochenende. Denn unmittelbar zuvor hatte Wollek noch für die A-Junioren das Tor gehütet – und eine 15:27-Pleite im Spitzenspiel bei der SG Menden Sauerland Wölfe kassiert, ehe er direkt nach Abpfiff mit dem Auto nach Herne gefahren wurde.

Waren Sie überrascht über den Einsatz in einem so wichtigen Spiel und dann gleich in der Start-Sieben? Kai Kleeschulte ist ja erst kurz zuvor im Spiel gegen Hombruch II ausgefallen und mit Niklas Dickschat und Dirk Joneleit waren noch zwei andere Torhüter in der Herner Halle?

Es stand schon bevor Kai sich verletzt hat fest, dass ich mit nach Herne fahre. Ich sollte aushelfen. Spielanteile hatte ich mir nicht ausgerechnet.

Also war es der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser. Am Anfang schienen Sie ja auch etwas nervös?

Das stimmt, aber nach fünf Minuten hatte ich reingefunden. Ich hab mir gedacht, du kannst ja nichts verlieren.

Sind Sie eine solch coole Socke? Der erste von Ihnen eingeleitete Tempogegenstoß geriet ja zu kurz. Was Sie nicht gekümmert hat. Sie haben im nächsten Angriff erneut steil gespielt, da mit Erfolg – Luca Tröster traf zum 4:4.

So etwas muss man sofort abhaken. Man muss sofort weitermachen und eben cool bleiben.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem Handball der Senioren und der A-Jugend?

Klar. Die Würfe sind härter und platzierter. Das kann man aber trainieren.

Wie lange spielen Sie Handball?

Angefangen habe ich damals bei den Minis des HC Heeren. Da spielte Papa (Thomas Wollek) im Tor und trainierte die Minis. Zum RSV bin ich in der E-Jugend gekommen.

Haben Sie immer im Tor gestanden, auch weil der familiäre Hintergrund das fordert?

Ganz am Anfang hab ich es auch im Feld versucht, kurz. Es gab schon diesen Einfluss, aber im Tor hat es mir immer am meisten Spaß gemacht

Warum?

Weiß ich gar nicht so genau. Vielleicht, weil es mir dort einfacher fällt, Entscheidungen zu treffen. Im Angriff finde ich es schwieriger.

Wo sehen Sie ihre Stärken als Torwart? Ein Riese, der das Tor ausfüllt, sind Sie ja nicht?

Stimmt. So 1,85 m, schätze ich. Ich habe lange nicht mehr gemessen. Aber diesen Nachteil kann ich kompensieren. Ich bin sehr beweglich, habe eine gute Beinarbeit. Und ich bin schnell und wendig – im Herauslaufen bei Tempogegenstößen des Gegners wie auch beim wieder auf die Beine kommen.

Wo liegt künftig die Priorität, bei den Senioren oder bei der A-Jugend?

In dieser Saison auf jeden Fall noch bei der A-Jugend. Wenn es passt, bin ich auch bei der Ersten dabei. Aber die haben mit Dirk Joneleit und Niklas Dickschat ja auch zwei Torhüter.

Was erwarten Sie vom Rest der Saison, in der Senioren-Landesliga und mit der A-Jugend in der Verbandsliga?

Der Aufstieg mit der Ersten wäre schon eine große Sache für den RSV. Ich möchte Spielanteile und mich weiter entwickeln. Mit der A-Jugend wollen wir Meister werden. Das ist trotz der Pleite in Menden immer noch geplant.

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