Handball

Oberliga-Traum platzt erst im allerletzten Spiel

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Rico Schröder hatte einen schweren Stand gegen die Verler Zuschauer und zog sich bei einem rüden Foul einen schweren Pferdkuss zu.

Bönen – Nur ein kleiner Schritt fehlte den A-Junioren des RSV Altenbögge um erneut in die Handball-Oberliga einzuziehen. Beim letzten Qualifikationsturnier im ostwestfälischen Hörste waren die Bönener nach zwei Siegen auf einem guten Weg, verloren dann aber das entscheidende Duell gegen den TV Verl. „Das war eine Farce“, ärgerte sich Trainer Thomas Wollek über eine seiner Meinung nach groteske Schiedsrichterleistung des Lemgoers Daniel Tidswell.

Die Bönener hatten sich durch die vorangegangenen Runde gekämpft und knüpften auch in Hörste an ihre gute Form an. Gegen den Gastgeber führte der RSV im ersten Spiel von Beginn an, agierte dominant und setzte sich am Ende der zweimal 20-minütigen Partie souverän mit 17:11 (8:5). Nach einer kurzen Pause ging es weiter gegen den amtierenden Verbandsliga-Meister VfL Herford. Altenbögge kam nur schleppend in die Partie und lag 3:7 zurück. Doch angeführt vom starken Tim Baeck arbeitete sich der RSV bis zur Pause auf 10:12 heran. Nach 27 Minuten ging Bönen erstmals in Führung und gewann letztlich mit 25:22.

Mit einer guten Ausgangslage ging der RSV ins letzte Spiel gegen Verl, das gegen Hörste verloren hatte. Ein Unentschieden hätte das Ticket zur Oberliga bedeutet, bei einem möglichen Dreiervergleich mit Hörste sogar eine knappe Niederlage.

Fouls und Rote Karten sorgen für Aufregung

Beide Teams begannen sehr nervös. Es war den jungen Spielern anzumerken, um was es ging. Freie Würfe wurden nicht genutzt, so dass es mit einem 6:3 für Verl in die Pause ging. Die Altenbögger holten aber auf und glichen dank drei Toren von Niklas Kaftan zum 6:6 aus (23.). „Dann wurde es komisch“, meinte Wollek.

Nach einem Ballgewinn wurde Rico Schröder rabiat gefoult. In der Bewegung warf er den Ball in Richtung seines Gegenspielers, wofür Schröder zwei Minuten erhielt, sein Gegner wurde hinausgestellt. Doch weil Wollek laut Angabe von Tidswell bei der Aktion auf die Linie getreten sei, sah auch die Bönener Bank eine Strafe. Eine Minute später wurde Max Miebach aus der Luft geholt. Bönens Co-Trainer Stefan Vogt sah die Rote Karte, weil er ohne Erlaubnis zur Behandlung aufs Feld geeilt war. Der Verler Übeltäter sah ebenfalls rot. Weitere Strafzeiten gegen Max Vogt und Miebach nutzte der TV, um sich auf 11:9 (34.) abzusetzen.

Dem RSV geht die Kraft aus

Den RSV, der ohne die verletzten Jonas Weige und Damian Jablonski angetreten war, verließen die Kräfte, so dass Bönen am Ende mit 10:15 unterlag. Schröder ließ sich in der Schlussminute, nachdem der dauerhaft von den Zuschauer provoziert worden war, noch zu eine Geste in der Art von „Was wollt ihr denn“ hinreißen und sah erste die Rote und dann nach einer Entgleisung die Blaue Karte vom Schiedsrichter. „Das war ein abartiges Publikum – und das unterschreibe ich auch so“, meinte Wollek.

Vor Beginn der Qualifikation hatte der Trainer nicht damit gerechnet, dass die Oberliga für sein Team, das bis auf Kaftan aus Jungjahrgangsspielern besteht, in Reichweite wäre. Jetzt so kurz davor, war die Enttäuschung dennoch groß. „Nach den zwei Siegen war die Euphorie da“, sagte Wollek, der aber mit der Verbandsliga zufrieden ist und da nun hohe Ziele hat. Vor zwei Jahren gewann der RSV dort ebenfalls als nahezu Jungjahrgang die Meisterschaft.

RSV:  Wollek, Barenhoff – Korkowski (5), Vogt (11/8), Isenbeck (4), baeck (10/1), Kräenfeld, Eikel (1), Kaftan (12), Miebach (7), Schröder (2)

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