Desolate erste Hälfte des RSV gegen Beckum

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Aufgrund der vielen Ausfälle standen beim RSV oft zwei bis drei A-Jugendliche gleichzeitig auf dem Feld. Hier versuchen sich Lukas Florian (links) und Frederic Betz zu behaupten.

BÖNEN - Thomas Richter war angefressen. Zwar hatte seine Mannschaft, der RSV Altenbögge, sich bis zum Schluss gegen die 33:35-Niederlage im Heimspiel gegen den TV Beckum gestemmt, doch den Trainer wollte das nicht versöhnen. „Das war kollektives Versagen“, nahm Richter kein Blatt vor den Mund und meinte damit besonders die erste Halbzeit, die die Bönener völlig verdient mit 15:21 verloren.

Diesem Rückstand rannten die Gastgeber letztlich auch vergeblich hinterher, obwohl es kurz vor Schluss noch einmal eng werden sollte. Neun Minuten vor dem Ende hatte sich der RSV, der von meist kontrolliert agierenden Beckumern im zweiten Durchgang auf 21:29 (43.) distanziert worden war, bis auf 28:31 herangekämpft. Dann leistete sich Altenbögge aber erst einen Fehlwurf, dann einen Fehlpass, anstatt aufzuschließen. Drei Minuten vor Schluss hatte Bönen sogar erneut auf 31:33 verkürzt, doch beim nächsten TVB-Beckumer meckerte der zu diesem Zeitpunkt starke Torhüter Michael Springhoff über eine Schiedsrichterentscheidung und kassierte eine Zeitstrafe. Die Überzahl nutzten die Gäste, um den Sieg mit dem 31:35 endgültig nach Hause zu bringen. „Michael hat uns damit einen Punkt geraubt“, war Richter sauer.

Die Gastgeber hatten einige Ausfälle zu verkraften. So fehlte mit Tino Stracke, Mel-vyn Leniger, Steffen Denger und Matthias Michalik ein Quartett, das durch A-Jugendliche aufgefangen wurde. Das war zunächst nicht zu bemerken. Der RSV fand gut in die Partie und führte nach acht Minuten mit 6:4. Richter hatte Dennis Geckert auf die Spielmacherposition gestellt, brachte zudem mit Lukas Florian und Oliver Eißing zwei Nachwuchskräfte von Beginn an. Doch Altenbögge überdrehte, versuchte viel zu schnell den Abschluss zu erzwingen und war in der Deckung nicht präsent genug. Beckum erspielte sich ziemlich einfach Lücken am Kreis und auf Rechtsaußen, wo Johannes Stake und Justin Donat allein in Halbzeit eins, zusammen 13 Tore warfen.

„Wir haben die Achse Rückraum-Kreis der RSV besser in den Griff gekriegt“, sagte TVB-Coach Roland Berief. „Das war null Einstellung von allen, von den Torhütern bis zum letzten Einwechslungsspieler“, meckerte Richter. Denn Beckum zog im Schnelldurchgang davon, war nach 15 Minuten mit 11:7 vorne, nach 25 mit 18:12.

Erst nach der Pause fing sich der RSV wieder, schaffte es aber nicht zu verkürzen. „Wir haben unseren Vorsprung lange halten können, dann aber den Druck auf die Deckung vermissen lassen. Damit haben wir es uns unnötig schwer gemacht“, sagte Berief. Für Richter war die Niederlage seiner Mannschaft dagegen „Einstellungssache“ und er mahnte vor einem unruhigen Saisonendspurt für sein Team: „Der ein oder andere hat noch nicht begriffen“, dass wir gegen den Abstieg spielen. Es weiß ja niemand, ob sie beim Verband nicht noch den ein oder anderen Zaubertrick auspacken.“ - bob

RSV: Springhoff, Joneleit – Pieper (1), Florian (2), Geckert (7), Beutner (6), Eißing, Bettermann (4), Abel (1), Richter, Lublow (8/2), Betz, Wöllert

TVB: Hakanes, Großlohmann – Donat (9), Droll (6/2), Kaiser (3), Markmeier (1), Heidmann (1), Stake (7), Mebus (2), Arnd, Gerndt (4), Schulze Balhorn (2)

Torfolge: 6:4, 6:8, 7:11, 11:15, 13:19, 14:21 – 20:25, 21:29, 25:30, 28:32, 29:33, 31:33, 31:35, 33:35

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