RSV Altenbögge stellt Fuß in den Aufstiegsfahrstuhl

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Spitzenreiter: Altenbögges Lukas Florian reckt nach dem Sieg im Spitzenspiel gegen Brambauer die Faust nach oben.

Lünen - Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen im Spitzenspiel der Handball-Bezirksliga. Die zuvor punktgleichen Spitzenreiter VfL Brambauer und RSV Altenbögge lieferten sich eine packende, von starken Abwehrreichen geprägte Partie. Kurz vor Schluss entschied Altenbögge die Partie doch noch für sich.

Als der gastgebende VfL zum letzten Mal ausglich, waren noch ein paar Sekunden zu spielen. Tino Stracke übernahm beim letzten RSV-Angriff die Verantwortung und beförderte den Ball mit einer Energieleistung zum 24:23 (10:11) seiner Altenbögger ins Tor.

So waren es die Gäste, die am Samstagabend ausgelassen jubelten und mit den eigenen Fans die Humba anstimmten. Trotz des parallel laufenden Fußball-Spiels zwischen Borussia Dortmund und Bayern München waren viele Zuschauer zum Topduell gekommen und machten einen Höllenlärm. 

Vielleicht lag es ja daran, dass sich beide Mannschaften im Angriff fast das gesamte Spiel schwertaten. Es waren die Abwehrblöcke, die die Partie dominierten. Während RSV-Coach Mike Rothenpieler auf eine klassische 6:0-Deckung setzte, wurde die Taktik von seines Gegenübers Nadim Karsifi im Verlauf der Partie immer offensiver.

RSV drosselt bewusst die Geschwindigkeit

Die ersten Vorteile in der Partie erarbeitete sich Brambauer, das in der torarmen Begegnung nach zehn Minuten auch dank einer Umstellung auf eine 5:1-Abwehr mit 5:2 führte. Andre Brandt (2) und Tino Stracke glichen aber zum 5:5 aus, Jan Weber besorgte die einzige Führung der Gäste vor der Pause. 

Der Kreisläufer schloss einen der ganz wenigen Tempogegenstöße zum 5:6 ab (18.). Besonders der ersatzgeschwächte RSV drosselte bewusst die Geschwindigkeit. „Wir wollten Tempo rausnehmen, weil wir wussten, dass es hinten raus schwer werden würde“, begründete Rothenpieler seine Taktik.

Er verzichtete im ersten Durchgang fast komplett auf Wechsel, erst in der 23. Minute kam Christian Kleff als erster Einwechselspieler und übernahm von Oliver Eissing die Linksaußenposition. Da Timo Weber rechts agierte und Kapitän Dennis Geckert verhindert war, spielte Altenbögge lange ohne gelernten Außenspieler.

Jan Weber trifft in dreifacher Unterzahl

Brambauer lag zur Pause ein Tor vorne. Die entscheidenden Minuten sollte aber noch kommen. Um die 40. Minute sah der RSV – mittlerweile 14:13 vorne – drei Zeitstrafen innerhalb kürzester Zeit. 

Doch Jan Weber markierte in dreifacher Unterzahl das 15:13, ehe der VfL den Ausgleich schaffte. „Das haben wir genial gelöst. Wir waren aufgestachelt, weil wir mit einigen Schiedsrichterentscheidungen nicht einverstanden waren“, sah nicht nur Rothenpieler hier den Knackpunkt der Partie. „Wir können die doppelte Überzahl nicht für uns entscheiden. Das hat Altenbögge gut gemacht“, haderte Karsifi.

"Man hat gesehen, dass die Jungs gewinnen wollten"

Zwar ging Brambauer, das nun durchgehend in einem 4:2-System agierte, durch den starken Halbrechten Dimitrij Varbotov (18:17/47.) und kurz darauf Jonas Lüke (19:18/51.) noch zweimal in Führung. Die Waage neigte sich aber langsam Richtung Altenbögge. 

„Am Ende hat man gesehen, dass die Jungs gewinnen wollten“, galt Rothenpielers Satz zur letzten Aktion ebenso für die ganze Schlussphase. Durch Jan Weber, Stracke und Kleff legte Bönen dreimal vor. 

Ballverluste kaschierte Torhüter Thomas Wollek mit starken Paraden. Der Gastgeber glich durch Björn Bendens Siebenmeter. zum 23:23 aus. Doch Tino Strackes Willen und „das Quäntchen Glück“ (Rothenpieler) entschieden die Partie aber für den RSV.

Altenbögge liegt nun zwei Punkte vor dem VfL und dank der überraschenden Pleite von Soest II in Ennigerloh (28:32) sechs Punkte vor dem Rest der Liga. 

Von einer Entscheidung wollte Rothenpieler aber nichts wissen. Zu schwer sei das Restprogramm. Bönen bekommt es in den ausstehenden fünf Spielen noch mit dem Dritt-, Viert- und Fünftplatzierten der Tabelle zu tun. 

VfL: Welski (1.-30, 54.-60.), M. Greinert (31.-54.) – P. Langmann (2), Sporbeck (2), Benden (6/1), Varbotov (7), Kurt, T. Greinert, Lasdowsky, Freitag (2), L. Langmann, Pape (2), Abelb, Lüke (2)

RSV: Wollek (1.-60.), Karlin, Joneleit (n.e.) – T. Weber (1), Brandt (5), Stracke (6), Florian (4), Eissing (1), J. Weber (3), Kleff (4), Goergens, Lublow, Altner (n.e.)

Zeitstrafen: 2/5 (L. Langmann, Benden / J. Weber 2, Florian, Kleff, T. Weber)

Torfolge: 5:2, 5:6, 8:6, 9:9, 11:10 – 13:15, 15:15, 18:18, 21:21, 23:23, 23:24

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