Quarantäne vorbei: RSV steigt wieder ins Training ein

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Nach der Quarantäne wegen eines Coronafalls ist der RSV um Coach Jens Schulte-Vögeling (stehend) wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen. Am Sonntag steigt das nächste Testspiel.

Bönen – Nach der zweiwöchigen Zwangspause haben die Handballer des RSV Altenbögge am Dienstag den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen. Nachdem die Mannschaft aufgrund eines positiven Coronatests eines Spielers rund zehn Tage in Quarantäne verbringen musste, sollen nun die sportlichen Dinge wieder in den Vordergrund rücken.

„Eine richtige Rückkehr zur Normalität wird es nicht sein“, glaubt Coach Jens Schulte-Vögeling, dass die vergangenen beiden Wochen die Spieler des Verbandsliga-Aufsteigers und den Verein noch einige Zeit beschäftigen werden.

Das liegt schon daran, dass der RSV die Hygienevorschriften im Training noch einmal verschärft hat. Beispielsweise wird das Verbandsliga-Team zumindest an den Dienstagen in getrennten Gruppen trainieren. Eine Vorsichtsmaßnahme, denn in Altenbögge haben sie durch den Vorfall ehautnah rfahren, wie schnell eine Coronainfektion passieren kann und welche Folgen das für die Kontaktpersonen hat. Die zwei Testreihen bei den anderen Akteuren nach dem Bekanntwerden der Erkrankung waren negativ. Das Sicherheitkonzept des RSV hat funktioniert, die Bönener wollen aber gewappnet sein, falls sie das Gleiche noch einmal ereilen sollte. „Wir haben dabei die Mannschaft mit ins Boot geholt. Wir werden die Sorgen und Ängste der Spieler ernst nehmen“, sagt Schulte-Vögeling.

"Man lernt die Spieler von anderen Seiten kennen"

„Das ist keine einfache Phase“, erklärt der Trainer zur Quarantäne und dem Restart. In den vergangenen Tagen hat er per Telefon oder Videochat Kontakt zu seinen Akteuren gehalten, viele Einzelgespräche geführt. Handballerische Dinge standen dabei im Hintergrund. „Die Spieler waren mit ihren Köpfen ganz woanders“, erzählt er. Die zwischenmenschliche Komponente spielte für den Trainer in den Gesprächen eine große Rolle. „Wir haben gehört, wie es bei ihnen aussieht“, sagt Schulte-Vögeling: „Man lernt die Spieler von anderen Seiten kennen.“ Das Familiäre, das Berufliche rückten in den Vordergrund.

Mit der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs geht es nun auch sportlich weiter. Schulte-Vögeling glaubt nicht, dass seine Akteure viel an Kondition und Kraft eingebüßt haben. „Wir haben vorher viel gemacht. Das sollte noch da sein“, sieht er das Team auf einem guten Fitnesslevel. An den ersten beiden Tagen nach dem Ende der Quarantäne am Samstag um Mitternacht verzichtete er auf eine zusätzliche Einheit. „Die Jungs sollten am Sonntag und Montag an die frische Luft und Laufen gehen und ein bisschen Kraft-Workout machen. Damit der Motor wieder warm wird“, erklärt der Trainer.

Trainer hofft auf einen für Handball freien Kopf

„Das wird eine interessante Woche“, sagte Schulte-Vögeling nun im Vorfeld der ersten Einheit. „Wir müssen gucken, wie die Spieler damit umgehen. Ich hoffe, sie haben den Kopf frei für Handball, und dass sie noch konzentrierter und fokussierter in den Trainingseinheiten zu Werke gehen“, meint der Coach. Drei Wochen sind es noch bis zum Saisonstart am 4. Oktober mit einem Heimspiel gegen den TV Verl. Dass ihm die Zwangspause nicht ins sportliche Konzept passte, „darüber brauchen wir nicht zu reden“.

Vor der Unterbrechung hatte Schulte-Vögeling die Mannschaft auf einem guten Weg gesehen. Er hatte in den Testspielen „kleine Schritte nach vorne“, aber auch „Baustellen“ beobachtet, die er angehen wollte, ehe der Coronafall alles stoppte. „Jetzt müssen wir gucken, wie es aussieht, wo man ansetzen muss“, sagt er vor dem Restart. Wo das Team stehe, werde seiner Meinung nach erst das nächste Testspiel beim VfL Eintracht Hagen II am Samstag zeigen. „Wir werden nicht bei Null anfangen“, betont er: „Ich werde aber daran erinnern, wo die Baustellen gewesen sind.“

Nur noch zwei Tests

Die Zeit bis zum Saisonstart läuft, zwei Partien trägt der RSV bis dahin noch aus. Außer gegen Hagen geht es eine Woche später gegen Westfalia Hombruch. Einen weiteren Gegner hätte Schulte-Vögeling gerne noch, um Spielpraxis zu bekommen. Einen zu finden, sei aber so kurz vor dem Start nicht leicht. Dennoch hat er den am Donnerstag geplanten Test gegen den ASV Hamm-Westfalen II frühzeitig abgesagt. Zum einen sei ihm das wegen der ungewissen Situation mit den Corona-Tests zu heikel gewesen. Zum anderen sei der Drittligist in der aktuellen Situation nicht der richtige, weil ein zu starker Gegner.

Die Altenbögger wollen zunächst auf sich schauen, sowohl was das Sportliche, aber auch das Psychische angeht.

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