Mit Leidenschaft den Abstieg abwenden

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Für Felix Warias und für das RSV-Landesliga-Team war es eine schmerzhafte erste Jahreshälfte.

Bönen - Die Weihnachtspause verbringt der RSV Altenbögge auf einem der Abstiegsplätze der Handball-Landesliga. Das Lazarett ist weiter mit vielen Akteuren gefüllt (siehe Kasten unten). Dennoch gibt es für die Bönener keinen Grund aufzugeben. Dazu gab besonders das letzte Saisonspiel gegen Borussia Höchsten neue Hoffnung, auch wenn das entscheidende Tor zur 22:23-Niederlage in der Schlusssekunde fiel. „Das macht Mut auf mehr. Wenn wir uns so in jedem Spiel den Arsch aufreißen, werden wir den Abstieg abwenden“, ist sich Tino Stracke sicher.

Der verletzte Spielertrainer hat gegen Höchsten die zuvor vermisste Reaktion gesehen. „Da war die Einstellung und die Leidenschaft da, alles geben zu wollen. Das haben wir definitiv so vorher nicht rüberbringen können. Auch die Stimmung war im Spiel da, obwohl wir die schlimmste Aufstellung hatten“, lobt Stracke ausdrücklich und hofft auf Wiederholungen im neuen Jahr.

Verzichten kann er allerdings darauf, dass er gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Florian Warias weiter so viel improvisieren muss. „Wir hatten keinen Innenblock, keinen Kreisläufer und der Linksaußen musste auf Rechtsaußen spielen“, erinnert Stracke. Und es war nicht die einzige Partie, in der die Altenbögger ihre Akteure auf ungewohnte Positionen verschieben mussten. Die vielen Ausfälle sind daher auch der Hauptgrund, warum die Bönener als Vorletzte ins neue Jahr gehen.

Zumal daran auch weitere Dinge hängen. Ein vernünftiges Training war auch für die fitten Spieler nicht mehr möglich. Zuletzt machte das Landesliga-Team mit der zweiten Mannschaft gemeinsame Sache. „Um die Leute bei Laune zu halten. Ich kann sie ja nicht die ganze Zeit mit Medizinbällen rumlaufen lassen oder im Eins-gegen-Eins oder Zwei-gegen-Zwei durch die Halle jagen“, sagt Stracke. Daher suchen die RSV-Verantwortlichen nach Verstärkungen, die in der laufenden Saison allerdings schwer zu bekommen sind. So werden Kontakte genutzt. „Gespräche laufen“, erklärt Stracke: „Ich würde mich freuen, wenn ein neuer Spieler unter dem Weihnachtsbaum liegen würde.“ Selbst wenn die Neuen aufgrund längerer Pausen nicht hundertprozentig fit sind, würden sie für Entlastung der Etablierten beitragen – und natürlich auch für abwechslungsreichere Trainingseinheiten sorgen. Wenn die Altenbögger im Januar wieder in die Halle gehen, hoffen sie, dass ein paar neue Gesichter zum Reinschnuppern vorbeischauen werden und dann auch bleiben.

Grundsätzlich ist dem RSV trotz magerer fünf Zähler in elf Partien der Klassenerhalt zuzutrauen. Selbst mit ihren Notbesetzungen hielten die Bönener – besonders in eigener Halle – gegen fast jeden Gegner mit, egal wo dieser in der Tabelle stand. Höchsten beispielsweise ist derzeit mit nur drei Verlustpunkten Zweiter. Daher erhielt Stracke jedes Mal ein Lob von den gegnerischen Trainerkollegen. „Für mich persönlich ist das Motivation, dass zu hören. Da kann man sich daran entlanghangeln“, verweist er darauf, dass seine Mannschaft meist mithält, bis die Kraft nachlässt. Davon zeugt auch die Tordifferenz. Der RSV hat eine von minus 15, während die anderen Teams in Abstiegsgefahr knapp unter oder über 30 Gegentreffer mehr kassiert haben, als sie geschossen haben.

Es sind diese Dinge, die die Altenbögger optimistisch in die zweite Saisonhälfte gehen lassen. „Die Einstellung gegen Höchsten hätte in den drei Wochen vorher zum Sieg gereicht. Wenn wir das so aufrechterhalten, dann haben wir keine Probleme“, sagt Stracke. Die ersten drei Begegnungen im neuen Jahr sind dabei vielleicht schon wegweisend, geht es doch gegen den nur einen Punkt besser dastehenden FC Schalke 04 II, den Neunten DJK Oespel-Kley sowie Schlusslicht DJK Coesfeld. „Wir werden noch genug Chancen bekommen, es ist ja nicht mal die Hälfte der Saison gespielt“, möchte Stracke gerne Aufbruchstimmung in der MCG-Halle verbreiten.

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