Handball

Der neue RSV-Kapitän Florian Warias: "Wir wollen Gas geben"

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Florian Warias ist in dieser Saison Nachfolger von Dennis Geckert als Kapitän des RSV Altenbögge.

Bönen - Vom Trainer zum Kapitän: Florian Warias wird in der neuen Landesliga-Saison ein neues Amt bei den Handballern des RSV Altenbögge bekleiden. Wieso das für den 30-Jährigen eine Ehre ist, weshalb sein Vorgänger Dennis Geckert nur schwer zu ersetzen ist und warum er nach dem Klassenerhalt in der letzten Minute der Vorsaison sich schon aufgrund der vielen Neuen in der kommenden Spielzeit mehr verspricht, erklärt er vor dem Start mit einem Heimspiel am Sonntag im Gespräch mit Boris Baur.

Herr Warias, die lange Vorbereitung ist vorbei, sind Sie froh, dass es wieder um Punkte geht?

Florian Warias: Auf jeden Fall. Das war eine lange und eine harte Zeit, gerade auch mit der Halle. Wir haben es aber gut genutzt. Wir haben viele Auswärtsspiele gemacht, einige auch weiter weg. Das war mal was anderes. Und wir haben einen Schwerpunkt auf Ausdauer und Fitness gelegt, was einigen sehr gut getan hat, glaube ich.

Am Dienstag hat die Mannschaft erstmals in der frisch renovierten Halle trainiert. Wie war der erste Eindruck?

Warias: Der Boden sieht sehr gut aus und hat ein paar Linien weniger. Die Federung ist gut. Leider ist es aber noch etwas glatt durch die neue Versiegelung. Aber ich denke, das wird mit der Zeit.

Was erwarten Sie von der neuen Saison?

Warias: Ich erwarte, dass wir schon früh nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Das war eine Katastrophe letzte Saison. Ich hoffe, dass wir als Team noch enger zusammenwachsen. In der Vorbereitung war das schon gut, aber da geht noch mehr. Wir wollen so viel wie möglich Spiele gewinnen, denn wir sind stärker aufgestellt als letztes Jahr.

Der RSV hat einige Neuzugänge hinzubekommen. Was bringen die mit?

Warias: Erstmal haben alle Bock. Alle haben Handballverstand und wissen, wo das Tor steht. Gerade Gregor (Stefek – Anm. d. Red.) als Linkshänder wird uns weiterhelfen. Er kann außen, auf halb und auch in der Mitte spielen. Sören (Feldmann) tut uns als Ersatz für Gecki gut, und Steffen (Feldmann) hat ein super Auge. Johnny (Jonas Gerke) bildet mit Luki (Lukas Florian) auf halblinks ein starkes Team. Und alle passen menschlich gut bei uns rein. Wir haben in der Vorbereitung viel Teambuilding gemacht. Da hat sich gezeigt, dass wir alle auf einer Ebene sind.

Das Kapitänsamt ist eine Ehre.

Wer hat Sie denn in der Vorbereitung am meisten überrascht: 

Warias: (überlegt) Wer mich überrascht hat, war Sören. Der ist wirklich allen weggelaufen. Und wie schnell die Neuen sich eingefunden haben. Ich hatte schon nach zwei Wochen das Gefühl, als wären sie die ganze Saison schon da. Außerdem haben wir uns vorgenommen, disziplinierter zu sein. Die Schiedsrichter wussten immer schon vorher, bei Altenbögge ist viel Trubel auf der Bank. Da war jetzt schon eine deutliche Verbesserung, aber daran müssen wir weiter arbeiten. In den Spielen wird es uns helfen, wenn wir disziplinierter sind.

Sie selbst sind auf eigenen Wunsch von der Aufgabe als Trainer zurückgetreten, sind jetzt dafür Kapitän. Wie hat sich Ihre Rolle geändert?

Warias: Ich habe mich aus zeitlichen Gründen als Trainer zurückgenommen, weil ich jetzt auch mein zweites Staatsexamen ablege. Tino hat mich dann gefragt, ob ich als Spieler weitermache. Da habe ich ‘ja klar’ gesagt. Da hat er mir die Rolle angeboten. Für mich ist das eine Ehre, in die Fußstapfen von Gecki zu treten und die neue Truppe zu führen. Ich war noch nie Kapitän und ich habe da richtig Bock drauf, den jungen Spielern meine Erfahrung weiterzugeben und so. Ich bin gespannt, wie das wird.

Wie sehr schmerzt der Verlust von Dennis Geckert, der auf Weltreise geht?

Warias: Gecki kann man nicht ersetzen – als Typ nicht und als Spieler nicht. Er war immer für die schnellen Dinger gut. Wir sind froh, dass wir mit Sören einen neuen, guten Außen gefunden haben. Aber auch als Mensch fehlt er uns, das hat man schon in der Vorbereitung gemerkt. Er wird Sonntag vielleicht nochmal da sein, da wünschen wir ihm alles Gute und freuen uns, wenn er wieder kommt.

Westerholt ist gleich ein Gradmesser

Vor dem Vorbereitungsstart sagte Trainer Tino Stracke, dass der RSV mehr Tempo spielen soll. In der vergangenen Saison hat Altenbögge auch aufgrund der Personalprobleme die Geschwindigkeit eher verschleppt. Wie kommt die Mannschaft mit der Umstellung klar?

Warias: Wir wollen andere Angriffsvarianten spielen, auch mit der ersten und zweiten Welle schnell nach vorne kommen. Aber ich will nicht zu viel verraten. Wir sind jetzt breiter aufgestellt. Die anderen können nicht mehr sagen, die spielen nur ihr 6:0-Bollwerk. Wir wollen Gas geben und die anderen überlaufen.

Im ersten Spiel geht es gegen den SV Westerholt. Worauf wird es da ankommen?

Warias: Das ist eine Mannschaft, die von oben runterkommt. Westerholt hat eine gute Vergangenheit in der Oberliga und der Verbandsliga. Ich habe selbst noch zu Oberliga-Zeiten gegen die gespielt. Da war die Mannschaft aber eine andere. Das wird auf jeden Fall ein guter Gradmesser, wo wir stehen. Die werden auch heiß bis unter die Decke sein. Wir wollen dem Gegner unser Spiel aufzwingen und ihn vor Probleme stellen. Wir spielen zuhause, da hoffe ich auf eine rote Welle. Die Heimspiele sollen wieder unsere Stärke werden. Wir sind jedenfalls gewappnet, Westerholt ist aber eine Hausnummer.

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