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RSV nimmt Partie gegen Nordhorn sportlich ernst

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Von: Markus Liesegang

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RSV Altenbögge
Lukas Florian (hier beim Wurf) traute sich gegen den ASV Hamm etwas zu. © Baur

Bönen - Ein Event soll es sein, das Gastspiel des Handball-Zweitligisten HSG Nordhorn-Lingen Donnerstag Abend (18.30 Uhr) beim Landesligisten RSV Altenbögge. Reinen Showcharakter hat die Begegnung David gegen Goliath in der Goethehalle allerdings nicht.

Beide Teams befinden sich in der Saisonvorbereitung. Die Münsterländer testen mit steigenden Anforderungen zunächst bei Landes- und Verbandsligisten. Für Gastgeber RSV ist das Gastspiel der Auftakt in die heiße Phase vor dem Ligastart am 9. September.

„Wir spielen natürlich auf Sieg“, sagt Altenbögges Coach Tino Stracke, natürlich im Scherz. „Die Jungs, vor allem die jungen Spieler, sollen dieses Ereignis genießen“, kehrt er in die sportliche Wirklichkeit zurück. „Der Sieger steht ja schon fest, aber wenn uns einige schöne Ballstaffetten und das ein oder andere Tor gelingen, wir den Zuschauern etwas bieten können, bin ich zufrieden.“ Die Jungen wie Niklas Kaftan, Max Röckenhaus, Philipp Isenbeck und Yannik Nitsch sollen Erfahrungen sammeln, sich ruhig etwas zutrauen, ausprobieren und lernen. „Wenn sie denn ihre Anfangsnervosität abgelegt haben“, so Stracke. Lernen hieße, mit der Art zu spielen umgehen zu können. „Schließlich trifft man auch in unserer Liga durchaus auf Spieler, die mal höherklassig gespielt haben.“

"Für die jungen Spieler wird es schwindelerregend"

Routinier Thomas Wollek stand beim Gastspiel des Bundesligisten ASV Hamm vor zwei Jahren im Altenbögger Tor. Er weiß um den engen Grat zwischen Glücksgefühl und Frust. „Wenn du 30 Bälle wirfst und der Torwart gewinnt jedesmal, ist das nicht schön“, erklärt er. Besonders da die Gäste mit dem besten Torwart der abgelaufenen Zweitligasaison, Björn Buhrmester, antreten werden. „Und für die Jungen wird es erst einmal schwindelerregend“, weiß Wollek um mehr Dynamik und höheres Tempo. „Nordhorn tritt mit voller Kapelle an – die werden das Spiel ernst nehmen.“

Das sieht auch Stracke so: „Die werden zwar vielleicht nicht wie in der Liga spielen, aber hart und konsequent decken.“ Da müssten die Altenbögger sofort schalten. „Der Gegenangriff kommt sofort bei Ballbesitz, sofort umschalten ist eminent wichtig“, warnt Wollek. „Handball besteht eben auch aus verteidigen“, gibt er dem Nachwuchs mit auf den Weg in die Halle. Für seine Torhüter-Kollegen Kai Kleeschulte und Sascha Peitz wünscht Wollek sich eine flexible Abwehrarbeit. Die klassische Defensive um den Kreis sei gefährlich. „Egal, wer im Tor stehen wird: Wenn die Nordhorner aus neun Metern zum Abschluss kommen, hast du kaum eine Chance.“

Gespielt wird mit einem Spezial-Handball

Nicht nur Tempo und und körperliche Präsenz der Nordhorner sind neu für die Gastgeber. Gespielt wird in der Goethehalle nämlich nicht wie gewohnt mit Harz als Haftmittel, sondern mit einem Spezialball, der eine ähnlich griffige Oberfläche bietet. „Ich bin gespannt, er zu handhaben ist, wenn die Spieler schwitzen“, ist Wollek gespannt. „Es wird in jedem Fall ein Event für unsere Fans mit einem Wiedersehen mit HSG-Neuzugang Julian Possehl, den ja einige vom ASV Hamm kennen.“

RSV-Trainer Stracke verteilt derweil die sportlichen Aufgaben: „Wir sollten uns nicht abschießen lassen“, erklärt er, „also nicht mit 20:60 von der Platte gehen. Aber ich denke, das wird nicht passieren.“ Das Spiel gegen Nordhorns Ligakonkurrenten Hamm verlor der RSV vor knapp drei Jahren mit 18:48, allerdings ohne Personal wie Sebastian Fröhlich oder Sören Feldmann, die schon gegen höherklassige Gegner gespielt haben. Dass auch die Jungen mithalten können, zeigten damals Lukas Florian und Dennis Geckert ohne großen Respekt im Spiel gegen den ASV.

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