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Nervenstarker Feldmann rettet RSV verdienten Punkt

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Von: Boris Baur

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Am Kreis nur schwer zu stoppen. Altenbögges Dominik Weigel versenkt gegen Hörste auch diesen Wurf aus der Drehung.
Am Kreis nur schwer zu stoppen. Altenbögges Dominik Weigel versenkt gegen Hörste auch diesen Wurf aus der Drehung. © Baur Boris

Nervenstark hat Sören Feldmann dem RSV Altenbögge einen verdienten Punkt in der Handball-Verbandsliga gegen die TG Hörde gerettet. Mit einem Tor lagen die Bönener zurück, als die Schiedsrichter fünf Sekunden vor Schluss Siebenmeter für die Gastgeber pfiffen. Der Kapitän übernahm – wie bei seinen sieben erfolgreichen Versuchen zuvor – die Verantwortung und verwandelte unter dem Jubel der 227 Zuschauer in der MCG-Halle zum 29:29 (12:12)-Ausgleich.

Bönen – „Mit dem Punkt müssen wir irgendwie schon zufrieden sein“, meinte RSV-Coach Jens Schulte-Vögeling. Dabei war er gar nicht wirklich zufrieden. Ihn hatten im Verlauf der packenden Partie vor allem zwei Dinge gestört. „In der ersten Halbzeit hat das Feuer gefehlt, da spielen wir zu langsam“, sagte er zum einen. Zum anderen meinte er zu der Phase von der 48. bis zur 54. Minute, als seine Mannschaft immer wieder mit zwei Treffern vorne lag, da „müssen wir eigentlich das dritte Tor machen.“

Doch der Tabellenzweite Hörste blieb dran und glich zum 28:28 aus. Als Eike Jungemann wegen einer zweimal Zwei-Minuten-Strafe runter musste (56.), wodurch Altenbögge bis zum Schluss mit einem Mann weniger spielen musste, ging der Gast sogar mit 29:28 in Führung. Weil dann auch TG-Akteur Daniel Barrelmeyer eine Strafzeit kassierte (59.), nutzten die Bönener die wieder entstandene Gleichzahl noch zum Ausgleich.

Kleeschulte gibt Comeback

Seine Hände im Spiel hatte dabei auch Kai Kleeschulte. Der wegen einer Knieverletzung lange pausierende Keeper kam in der Schlussphase, hielt gleich seinen ersten Ball und den RSV so im Spiel. „Ein gelungenes Comeback“, meinte Feldmann, der sich „sicher war, dass der Siebenmeter reingeht“. Gästecoach Matthias Baier ärgerte sich dagegen über den Fehlwurf kurz vor Schluss. „Das war super ärgerlich. Aber vielleicht geht das Ergebnis so dann auch in Ordnung.“

Gästespieler knallt mit Kopf auf den Boden

Es war von Anfang an ein Spiel auf Augenhöhe. „Das war ein richtiges Kampfspiel“, meinte Baier. In der ersten Hälfte führte mal Hörde, mal Altenbögge, was aber in der 30. Minute in den Hintergrund geriet, weil TG-Akteur Arne Grabowski laut schreiend auf dem Boden lag. Bei einem Tempogegenstoß des RSV wollten er und Philipp Isenbeck den langen Pass fangen, Grabowski verlor das Gleichgewicht und schlug fast ungebremst mit dem Kopf auf dem Boden auf. Er wurde noch zu Beginn der zweiten Hälfte vom Krankenwagen abgeholt.

„Meine Spieler waren in der Halbzeit mit den Gedanken ganz woanders. Ich war mir nicht sicher, wie sie aus der Pause kommen“, sagte Baier. Doch es waren die Bönener, die den Start in Durchgang zwei verschliefen. 16:13 (36.) und 19:16 (39.) führten die Ostwestfalen, während der RSV kaum Lücken in der Gästedefensive fand. „Dann sind wir auf einmal aufgewacht“, meinte Schulte-Vögeling.

Ihssen nach Einwechslung mit gutem Beginn

Er brachte Christian Ihssen für Marvin Wollek im Tor. Und der neue Mann zwischen den Pfosten hielt gleich einige wichtige Bälle. So kamen die Altenbögger wieder heran, zumal nun auch im Angriff die Würfe ins Ziel fanden. „Wenn wir so von Anfang an gespielt hätten, ...“, monierte Schulte-Vögeling, dass sein Team erst unter Druck mehr Tempo in die Spielzüge bekam.

Mit vier Toren in Folge drehte der RSV die Partie, kurz darauf führte der Gastgeber erstmals seit der 18. Minute wieder mit zwei Toren (23:21/48.). Doch Hörste blieb angeführt von Silvan Tarner im Spiel. Der Halblinke kam am Ende auf 15 Treffer, obwohl die Bönener ihn immer wieder gut aus den Angriffen raushielten. Doch bei jedem Freiwurf, jeder schnellen Aktion war der Hüne nicht zu bremsen. „Wir kamen dann nicht an ihn ran“, sagte Schulte-Vögeling.

Der sah die Felle schwinden, als Jungemann Julis Hagemann im Gesicht erwischt (57.), doch die Partie wollten Feldmann und Co. einfach nicht verlieren.

RSV: Wollek (1.-38.), Ihssen (38.-58.), Kleeschulte (58.-60.) – Gerke (3), Florian (5), Stoffer (1), Feldmann (10/8), Weigel (3), Zacharias, Tröster (1), Ph. Isenbeck, Jungemann (5), Weige (n.e.)
TG: Krause (1.-54), Lüdorff (54.-60.) – T. Barrelmeyer, Schröder, Kaiser (5), D. Barrelmeyer (2), Schuster, L. Barrelmeyer (10), Herschel, Lepper (2), Hagemann (5), Grabowski, Tarner (15/3)
Siebenmeter: 8:3 (Feldmann 8:8 – Tarner 3/3)
Zeitstrafen: 5:6 (Jungemann 3, Zacharias, Baeck – Walkenhorst 2, Herschel, Schuster, L. Barrelmeyer, D. Barrelmeyer)
Rote Karte: Jungemann wegen dritter Zeitstrafe (57.)
Spielverlauf: 0:2 (4.), 2:2 (7.), 2:4 (11.), 6:4 (17.), 7:8 (20.), 8:10 (24.), 10:10 (26.), 12:12 (30.) – 13:16 (36.), 16:19 (39.), 20:19 (43.), 23:21 (48.), 28:26 (54.), 28:29 (58.), 20:29 (60.)

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