Handball

Taumelnder RSV findet in 18 Sekunden zurück ins Spiel

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Luca Tröster drehte in dem entscheidenden Moment auf und erzielte alle seine vier Tore in der Schlussphase.

Bönen – Der Aufsteiger war die erwartet hohe Hürde, doch die Handballer des RSV Altenbögge verließen auch im 18. Landesliga-Spiel in Folge nicht als Verlierer den Platz, sondern behaupteten mit einem hart erkämpfen 29:25 (13:12)-Erfolg über den SuS Oberaden II die Tabellenspitze vor Westfalia Herne. 307 Zuschauer – Rekordkulisse seit dem Landesliga-Aufstieg – sorgten für eine tolle Derby-Atmosphäre.

Die lautstarken Fans beider Lager sahen in der MCG-Halle eine Partie, die auf Messers Schneide stand und innerhalb weniger Minuten entschieden wurde. „40 Minuten war es ein normales Handballspiel, danach war richtig Feuer drin“, meinte Bönens Trainer Jens Schulte-Vögeling.

Zweifache Überzahl, doch RSV kassiert den Ausgleich

Nach einer komplett ausgeglichenen ersten Hälfte, in der Keeper Dirk Joneleit die zum Ende etwas schwächelnden Altenbögger mit glänzenden Paraden im Spiel hielt, hatten sich die Gastgeber direkt nach dem Wechsel eine erste kleine Führung erspielt. 16:13 lagen sie vorne (35.), 18:16 stand es, als erst Oberadens Jan Weber eine Zeitstrafe kassierte und kurz darauf Hendrik Schuchtmann die Rote Karte sah (40.). Er hatte Lukas Florian mit dem Arm am Hals niedergestreckt. Doch Nutznießer dieser Disqualifikation war zunächst die SuS-Reserve. Der Tabellenfünfte überstand nicht nur die zweifache Unterzahl, Lukas Wegelin glich sogar anschließend zum 18:18 aus (43.).

Oberaden steckt auch zweite Rote Karte zunächst weg

Dann musste auch Paul Schuchtmann von der Platte. Er hatte den in den Kreis ziehenden Eike Jungemann umgelaufen (44.). Florian verwandelte zwar den Siebenmeter zum 19:18, doch kurz darauf führte der Gast mit 21:19 (48.), weil Nico Mork dreimal in Folge getroffen hatte. „Die Roten Karten haben uns sicherlich in die Karten gespielt, da sind die zumindest für die Abwehr zwei wichtigsten Leute weggefallen“, sagte Schulte-Vögeling, „aber zunächst haben sie Oberaden wachgemacht.“

Auch SuS-Coach Sascha Rau fand, dass sein Team die beide Schwächungen „fünf bis zehn Minuten“ hervorragend wegsteckte, so wie es das auch schon in anderen Partien gemacht hatte. Am Ende ging den Gästen allerdings doch die Kraft aus.

RSV verliert den Faden

Der RSV stand in der Phase mit den Platzverweisen neben sich. Außer dem Siebenmeter von Florian wollte kein Tor gelingen. Viermal scheiterten die Bönener von Außen an SuS-Keeper Vincent Vetter, dazu traf Luca Tröster nur den Pfosten. Sebastian Fröhling, dem eine Minute vor Schluss noch ein Gegenspieler unglücklich aufs Knie fiel, und Damian Jablonski sahen kurz hintereinander Zeitstrafen, die Oberaden bestrafte. Schulte-Vögeling hatte dem lange erkrankten Dominik Weigel am Kreis eine Verschnaufpause gegeben, Dennis Geckert hatte schon im ersten Durchgang wegen einer Verletzung passen müssen. Auch Tröster hatte lange auf der Bank gesessen. Zunächst war das gut gegangen, doch nun war der Bruch im Spiel unverkennbar.

Spiel in sieben Minuten entschieden

Doch innerhalb von 18 Sekunden waren die Gastgeber wieder da. Erst Gregor Stefek (50.), dann eroberte der RSV den Ball sofort wieder an der Mittellinie und Tröster egalisierte. „Altenbögge war dann abgezockter im Angriff und hat gut gegen uns gestanden. Da ist dann auch eine Stufe mehr Qualität“, sagte Rau, der mit seiner Mannschaft aber sehr zufrieden war. Dem früheren Bönener Jan Weber gelang nach dem Treffer vom nun aufdrehender Luca Tröster noch einmal der Ausgleich zum 22:22 (50.), doch dann zog der Spitzenreiter durch vier Tore in Folge (je zweimal Jungemann und Tröster) in Windeseile auf 27:23 davon und hatte die Partie entschieden. Die Altenbögger hatte sich selbst aus ihrem Loch befreit und verteidigten mit dem Sieg den einen Punkt Vorsprung auf Herne.

Schulte-Vögeling lobt den Kampfgeist

„Über 60 Minuten war mir die Fehleranzahl zu hoch“, meinte Schulte-Vögeling, der aber den Kampfgeist seiner Mannschaft lobte, aber auch hofft, dass sich das Lazarett nicht noch weiter vergrößert.

RSV: Wollek (1.-23., 47.-60.), Joneleit (23.-47.) – Jablonski, Geckert, Florian (7/2), Baeck, Feldmann (4), Stefek (6/2), Weigel (2), Tröster (4), Fröhling, Isenbeck (1), Jungemann (5)
SuS II: 
Wenzel (1.-30.), Vetter (31.-60.) – J. Weber (5), Kreutzer, P. Schuchtmann (3), Schott (1), Wegelin (3), Mork (5), Junge, H. Schuchtmann (5), T. Weber (1/1), Meier (2)
Siebenmeter: 6:2 (Stefek 2/4, Florian 2/2 – T. Weber 1/2)
Zeitstrafen:  5:6 (Stefek 2, Feldmann, Jablonski, Fröhling – P. Schuchtmann 2, H. Schuchtmann, Wegelin, J. Weber, Junge)
Rote Karten: H. Schuchtmann wegen groben Foulspiels (40.), P. Schuchtmann wegen groben Foulspiels (44.)
Spielverlauf: 2:3 (6.), 6:6 (13.), 9:9 (21.), 13:12 (30.) – 16:13 (35.), 18:15 (38.), 18:18 (43.), 19:21 (48.), 22:22 (50.), 27:23 (57.), 29:25 (60.)

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