Handball

RSV pusht sich in Unterzahl zum Sieg

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Steffen Feldmann stand mehrmals im Blickpunkt der Partie gegen Recklinghausen. In dieser Szene kassierte der Altenbögger ein Offensivfoul. 

Bönen - Es war ein Sieg, bei dem die Spieler des RSV Altenbögge und Trainer Tino Stracke viel Genugtuung verspürten. Mit 33:26 (14:13) hatten die Landesliga-Handballer in der MCG-Halle gewonnen und dabei hatte sich bei ihnen das Gefühl breit gemacht, nicht nur gegen den HTV Recklinghausen, sondern auch gegen die Unparteiischen anzutreten. Die sprachen im zweiten Durchgang sieben Strafzeiten für die Bönener aus, daraus aber ihre eigene Motivation zogen.

„Wir haben uns nicht anstecken lassen und uns auf nur auf konzentriert“, lobte Trainer Tino Stracke seine Mannschaft und war auch einige Minuten nach der Schlusssirene noch voller Emotionen: „Es ist geil, dass wir dieses Spiel gewonnen haben.“ Die Altenbögger sahen teilweise fragwürdige Zeitstrafen – der Gast übrigens nur zwei. Am meisten regten sich die Bönener allerdings über die Szene in der letzten Minute auf, als Steffen Feldmann im Zurücklaufen mit einem der beiden Schiedsrichter kollidierte und anschließend mit diesem auch sprachlich aneinandergeriet. Feldmann sah daraufhin seine dritte zwei Minutenstrafe, die Altenbögger auf der Bank hatten aber ein absichtliches Anrempeln des Referees gesehen. „Das ist einfach nur unsportlich“, regte sich Stracke auf.

Die einseitige Verteilung der Strafen hatten die Gastgeber vor 128 Zuschauern in der MCG-Halle allerdings zuvor in positive Energie umgewandelt. „Die zweite Halbzeit war moralisch und mannschaftlich super“, lobte Keepern Kai Kleeschulte seine Vorderleute. „Wir stehen zusammen“, ergänzte Stracke. Denn obwohl der RSV schon in den ersten zwölf Minuten des zweiten Abschnitts vier Strafzeiten gesehen hatte, standen nur magere zwei Tore auf der Habenseite der Recklinghäuser. Die Bönener hatten sich bis dahin sogar vom 14:13-Pausenstand auf 18:15 abgesetzt.

Kleeschulte war daran nicht ganz unbeteiligt, verzeichnete allein in dieser Phase fünf wichtige Paraden. „Wir lassen viele Freie liegen, die wir uns hart erarbeiten mussten“, ärgerte sich HTV-Coach Andreas Gutzeit. Er musste auf fünf Leistungsträger verzichten, darunter seine Haupttorjäger. „Wir haben mit einem Kreisläufer auf Rückraummitte gespielt“, beklagte er die Personalnot, aufgrund der er nur Feldspieler mit nach Bönen gebracht hatte. Kleeschulte sah in den Fehlwürfen die gute Abwehrarbeit des RSV: „Wir haben abgesprochen, dass wir sie aus dem Rückraum und von Außen werfen lassen. Irgendwann hatte ich das Schussbild gut raus“, sagte der Matchwinner.

Recklinghausen ging angesichts dieses Spielverlaufs nicht nur die Kraft aus, sondern auch die mentale Frische. „Wenn du in Unterzahl kaum Tore kassiert, kriegst du einen richtigen Stimmungspush und beim Gegner gehen die Köpfe runter“, sagte Kleeschulte. Altenbögge hielt das Tempo hoch, setzte sich über 22:18 (46.) vorentscheidend auf 26:20 ab, auch weil Gutzeit nun immer wildere Sachen probierte und sich die Angriffe mit dem siebten Feldspieler wegen der fehlenden Kraft zum Boomerang entwickelten.

„Wir haben versucht, uns teuer zu verkaufen. Das ist nur bedingt gelungen“, meinte der HTV-Coach. Im ersten Durchgang hatte der Gast die noch nicht so konsequente Deckung des RSV oft genug bestraft, so dass die Partie trotz einer nahezu durchgehenden Bönener Führung eng geblieben war.

RSV: Joneleit (1.-19., ein Siebenmeter), Kleeschulte (19.-60.) – Gerke (2), Röckenhaus (1), Florian (5), Sö. Feldmann (11), Stefek (3), Fröhling (1), Isenbeck (1), St. Feldmann (2), Burchert (1), T. Weber (5/5)
HTV:  Knoll (1.-45.), Farwick (ein Siebenmeter, 45.-60.) – Brunner (7/3), Welke (5), Ostler (2), Polnik (2), Holzwarth (3), Hollenhorst (3), Pilski (3), L. Gutzeit (1)
Siebenmeter:  5:4 (Weber 5/5 – Brunner 3/4)
Zeitstrafen: 10:2 (St. Feldmann 3, Stefek 2, Isenbeck 2, Röckenhaus, Fröhling, Stracke 1 / Holzwarth, Welke)
Rote Karte: St. Feldmann wegen dritter Zeitstrafe (60.)
Spielverlauf:  0:1 (1.), 4:2 (8.), 7:7 (16.), 10:8 (22.), 13:10 (26.), 14:13 (30.) – 18:15 (42.), 22:18 (46.), 26:20 (52.), 32:23 (58.), 33:26 (60.)

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