Handball

Nach Traumstart reicht RSV der Schongang

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Zehnmal erfolgreich: Jonas Gerke hatte gegen Witten einen kräftigen Schluck Zielwasser getrunken.

Bönen – Nach neun Minuten stand es in der Landesliga-Partie nach einem Tor von Luca Tröster bereits 9:1. Wenn nicht schon da, war das ungleiche Kräftemessen spätestens zum Seitenwechsel mit einem 23:11 zugunsten des RSV Altenbögge entschieden. Die Handballer der Wittener TV boten über 60 Minuten kaum Gegenwehr.

„Wir waren deutlich überfordert, in allen Belangen unterlegen“, gab Gästetrainer Stefan Rust nach dem Abpfiff in der Halle des Marie-Curie-Gymnasiums zu. „Wir konnten heute, wie geplant Kräfte schonen“, sagte dagegen sein Bönener Kollege Jens Schulte-Vögeling zufrieden.

Ohne Geckert, Röckenhaus, Feldmann und Isenbeck

So gewährte der RSV-Trainer Dennis Geckert noch eine Pause, um den grippalen Infekt richtig auszukurieren. Der angeschlagenen Philipp Isenbeck saß ebenfalls nicht auf der Bank. Max Röckenhaus hatte sich im Spiel gegen Herdecke am Donnerstag verletzt. Sören Feldmann fiel noch kurzfristig mit einer Magen-Darm-Grippe aus. Im Spiel wirkten dafür Damian Jablonski als einziger A-Jugendlicher und Steffen Pieper aus der zweiten Mannschaft mit. „Damian hat ja bestimmt 45 Minuten gespielt“, sagte Schulte-Vögeling, „dadurch konnte ich Dominik Weigel eine längere Auszeit gönnen.“

Jablonski machte seine Sache gut, am eigenen Kreis neben Sebastian Fröhling und am gegnerischen, auch wenn er ohne eigenen Torerfolg blieb. Der A-Jugendliche riss Lücken. Die meisten Treffer des RSV fielen aus dem RSV-Rückraum. Bezeichnend, wo der sprungstarke Jonas Gerke allein zehnmal traf.

Nur kleine Unachtsamkeiten

Gedankenschneller und auch physisch fixer waren die Gastgeber. Eben wie Rust betonte, in allen Belangen überlegen. Der Tabellendrittletzte Witten agierte sehr langsam, hatte am Altenbögger Kreis nur eine Chance, wenn der Gastgeber sich eine „Auszeit“ nahm. Das passierte in der zweiten Hälfte gleich dreimal bei zweiten Bällen. Der ab der 39. Minute im RSV-Tor spielende Dirk Joneleit parierte, seine Vorderleute reagierten zu langsam, Lieberwirth und Habermann (29:15, 41.) und Mori (30:17, 45.) trafen.

Ein Umstand, der Schulte-Vögeling nicht unbeeindruckt ließ, auch wenn keinerlei Gefahr drohte. Kurz ärgerte er sich über ein freches aber misslungenes Anspiel von Fröhling auf Jablonski. In der Summe konnte er aber mit der Konsequenz, mit der seine Mannschaft in der Deckung agierte und mit der zielstrebig abgeschlossen wurde, zufrieden sein.

Wittens "Mauer" hat viele Löcher

Bemerkenswert auch das Auftreten der Altenbögger in Unterzahl. In der 27. Minute mussten kurz hintereinander Gerke, Jablonski und Fröhling eine Zeitstrafe absitzen. Witten spielte Manndeckung. Florian hebelte diese aber mit seinem Antritt aus und erzielte das 21:10 (28.).

„Wie eine Mauer“. Den Slogan, den Witten in den sozialen Medien benutzt, konnte der WTV nie bestätigen. Gefühlt führte jeder Angriff des RSV zum Torerfolg. Vor allem die Lufthoheit war klar aufseiten der Altenbögger, ob aus dem Rückraum oder von den Seiten durch Franco Busacca und Steffen Pieper links und Tröster oder Gregor Stefek rechts.

Tröster macht die 500 voll

Neben der Einseitigkeit auf der Platte hatte die Partie einige eindrucksvolle Zahlen zu bieten. Zehn Tore Vorsprung hatte der Gastgeber schon nach 15 Minuten erzielt (15:5). Gerke, wer sonst, traf. Das „kostenpflichtige“ 30. warf dann Lukas Florian bereits in der 43. Minute zum 30:16. Der 500. Treffer, dass der RSV in dieser Spielzeit überhaupt erzielte, blieb Tröster mit dem letzten Tor des Abends zum 38:23-Endstand vorbehalten.

Nachdem am Samstag Westfalia Herne im Spitzenspiel zuhause gegen den Tabellendritten SV Westerholt 28:25 die Oberhand behalten hatte, ist das Rennen um die Meisterschaft zu einem Zweikampf geworden. Sechs Punkte trennen dem RSV schon vom Dritten.

RSV: Wollek (1.-39.), Joneleit (39.-60.) – Gerke (10), Florian (6/2), Pieper (1), Jablonski, Stefek (4/1), Weigel (3), Tröster (7), Fröhling (2), Jungemann (2), Busacca (3)
WTV: O. Weber (1.-30.), Kohl (31.-60) – Kutsch, Winter, Röhle (6), J. Oberbossel (2), A. Weber, Brecht (4/2), D. Oberbossel (1), Solmecke (5), Mori (3), Lieberwirth (1), Habermann (1)
Siebenmeter: 4:2 (Florian 2/2, Stefek 1/2 – Brecht 2/2)
Zeitstrafen: 5:5 (Fröhling 2, Jablonski, Gerke, Florian – Habermann, Röhle, Kutsch, Winter, D. Oberbossel)
Spielfilm:  7:0 (7.), 10:1 (9.), 15:5 (15.), 20:9 (25.), 23:11 (30.) - 28:13 (38.), 30:16 (43.), 34:20 (49.), 3:23 (57.)

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