Handball

RSV rettet nach langer Führung Punkt im Hexenkessel

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14 Sekunden vor Schluss hat Max Röckenhaus dem RSV mit seinem Tor zum 23:23-Ausgleich beim TV Brechten noch einen Punkt beschert.

Dortmund – Der RSV Altenbögge hat zum zweiten Mal in Folge unentschieden gespielt und damit einen Punkt Vorsprung als Spitzenreiter der Handball-Landesliga eingebüßt. Nach dem 23:23 (13:13) beim TV Brechten führen die Bönener die Tabelle nun mit einem Zähler vor Westfalia Herne an.

"Wenigstens nicht verloren“, urteilte Trainer Jens Schulte-Vögeling mit Blick auf die 24:29-Hinspielpleite zum Saisonauftakt – der bisher einzigen des RSV. Dabei hatte Altenbögge Mannschaft 58 Minuten lang nicht zurückgelegen. Doch kurz vor Schluss hatte Brechten die Partie gedreht und lag 23:22 vorne. „Am Ende war es eine starke Willensleistung von Max Röckenhaus, so machen wir noch das Unentschieden.“ Der Spielmacher traf 14 Sekunden vor der Sirene zum Ausgleich.

Möglichkeit zu komfortablen Führung nicht genutzt

Ausschlaggebend dafür, dass es trotz einer guten Leistung nicht zu einem Sieg für Altenbögge gereicht hat, war nach Meinung des Coaches, dass der RSV Mitte der zweiten Halbzeit zu viele Angriffe ungenutzt verstreichen ließ. „Da schaffen wir es nicht, uns noch weiter abzusetzen“, sagte Schulte-Vögeling, dessen Team eine Viertelstunde vor Schluss mit 20:17 vorne lag. Brechten gelang in den zehn Minuten rundherum kein Treffer, glich aber bereits zum 21:21 wieder aus (56.). Nach dem 22:21 des gut aufgelegten Lukas Florian markierte der TVB dann in Unterzahl zwei Tore, während die Altenbögger auch wegen Pfostentreffern leer ausgingen. Dank Röckenhaus standen die Gäste letztlich nicht mit leeren Händen da.

Personalpuzzle vor dem Spiel

Schulte-Vögeling hatte schon im Vorfeld der Partie ein Personalpuzzle zu lösen. Da Kreisläufer Dominik Weigel mit Fieber im Bett geblieben und auch Rückraumshooter Jonas Gerke erkältet war. Er spielte letztlich nur knapp fünf Minuten in der ersten Hälfte. Dafür war Eike Jungemann nach seiner Verletzungspause wieder an Bord, während sich Tim Baeck schon frühzeitig vom A-Jugendspiel in Gevelsberg auf den Weg nach Dortmund machte, um Weigel zu ersetzen. „Wir sind nur schwer ins Spiel gekommen“, meinte Schulte-Vögeling aufgrund der Umstellungen.

Zwar ging der RSV mit 3:0 in Führung (6.), Brechten glich aber schnell wieder zum 4:4 aus (12.). Nach 18 Minuten lagen die Bönener erneut mit zwei Toren vorne. „Der Angriff in der ersten Halbzeit war ganz gut, wir waren auch drei, vier Treffer besser. Aber wir haben da kein Glück gehabt, und Brechten hat das irgendwie zu Torerfolgen genutzt“, meinte der Gästetrainer zu ein paar abgefälschten Würfen und eigentlich geblockten Bälle, die doch noch beim Kreisläufer landeten. So ging es aus Altenbögger Sicht lediglich mit einem 13:13 in die Pause.

Hexenkessel Brechten 

Nach dem Wechsel markierten Florian und Röckenhaus schnell eine Zwei-Tore-Führung, die lange Bestand hatte. Da sich der RSV aber eben nicht entscheidend absetzte, blieb das Heimpublikum am Ball. „Das war Hexenkessel in der Sporthalle Eving. Da war richtig die Hölle los – besonders in der Schlussphase. Der Brechtener Block hat die Halle fast abgerissen“, lobte Schulte-Vögeling. Der Bönener Anhang hielt dagegen, so dass die spannende Schlussphase auch auf den Rängen ihren Widerhall fand. „Man hat sein eigenes Wort nicht mehr verstanden“, sagte Schulte-Vögeling, der am Ende mit der Leistung seiner Schützlinge im Großen und Ganzen zufrieden war.

Sonderlob für den A-Jugendlichen Tim Baeck

„Ein großes Lob an Tim Baeck, der in der Abwehr eine Riesenarbeit geleistet hat in der zweiten Hälfte“, sagte er. Denn Defensivspezialist Sebastian Fröhling hatte nach 40 Minuten seine dritte Zeitstrafe kassiert, wobei vor allem die dritte Zwei-Minuten-Strafe ärgerlich war, die Fröhling wegen zu geringen Abstand bei einem Freiwurf gesehen hatte. Schulte-Vögeling hätte sich da auf der einen Seite mehr Cleverness und aufseiten der Schiedsrichter mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Da den Gästen nach dem Ausfall von Weigel zu diesem Zeitpunkt der komplette Stamm-Mittelblock weggebrochen war, bilanzierte der RSV-Coach zufrieden: „23 Gegentreffer sind aller Ehren wert, gerade auswärts.“

RSV: Joneleit (1.-20.), Wollek (20.-60.), Dickschat (1 Siebenmeter) – Gerke, Röckenhaus (5), Geckert, Florian (9/4), Feldmann (1), Stefek (4), tröster (3), Fröhling, Isenbeck, Jungemann
Siebenmeter:  1:4 (1/1 – Florian 4/4)
Zeitstrafen: 3:4 (Fröhling 3, Gerke
Spielverlauf: 0:3 (6.), 5:5 (12.), 7:9 (19.), 9:11 (23.), 12:12 (27.), 13:13 (28.) – 13:15 (34.), 17:20 (46.), 21:21 (56.), 23:22 (58.), 23:23 (60.)

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