Adil Elmoueden kommt aus Meinerzhagen

Zugang der IG Bönen für die linke Seite ist „offensiv gepolt“

Adil Elmoueden kam vom RSV Meinerzhagen zur IG Bönen.
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Adil Elmoueden kam vom RSV Meinerzhagen zur IG Bönen.

Drei der bisher sechs Testspiele der IG Bönen hat Adil Elmoueden mitgemacht, jeweils eine Hälfte gespielt. „Ich kam gerade von, oder aber musste zur Arbeit“, begründet der 29-Jährige.

Bönen – Es ist das Los der Schichtdienstler, von denen der Fußball-Landesligist einige im Kader hat. Der Beruf, Elmoueden ist Polizist, ist ein Grund für das Engagement des Iserlohners beim Bönener Fußball-Landesligisten.

„Ich bin zum einen im Job voll eingespannt, andererseits waren in Meinerzhagen vier bis fünf Trainingseinheiten pro Woche verlangt, dann noch das Spiel. Da blieb dann fast gar keine Freizeit mehr“, erklärt der Neuzugang seinen Wechsel ans Schulzentrum.

Aus beruflichen Gründen zwei Klassen tiefer

Eigentlich hatte er schon 2020 vorgehabt, zwei Spielklassen tiefer zu „zocken“. Immerhin stieg damals Arif Et, sein Nachbar, Kumpel und sportlicher Weggefährte, bei den Bönenern ein. „Ich glaube, ab der D-Jugend haben wir immer zusammengespielt“, überlegt Elmoueden. Erst in Dröschede, dann in Brünninghausen, „bis das Schicksal uns dann vor zwei Jahren getrennt hat“.

Et ging zur BVB-Reserve, der Freund zum Heimatverein vom früheren Dortmunder Mittelfeldstar Nuri Sahin, dem frischgebackenen Oberligisten Meinerzhagen. „Ich wollte immer Regionalliga spielen“, erzählt er von den sportlichen Zielen. Das Ziel verfehlte der RSV in der Saison 19/20 unglücklich und lediglich um einen Punkt hinter Wiedenbrück.

Pokalspiel gegen Greuther Fürth ein Highlight

Elmoueden entschied sich trotz der IG-Offerte für ein weiteres Jahr im Sauerland. „Ich bereue das nicht“, sagt er trotz der Doppelbelastung mit Leistungssport und Beruf. „Es hat sich auch gelohnt, mit dem DFB-Pokalspiel und so.“ Gegen den damaligen Zweitligisten und späteren Erstliga-Aufsteiger Greuther Fürth kassierte der Oberligist erst in der Verlängerung eine 1:6-Niederlage. „Das ist ja normal. Das Erlebnis kann mir aber keiner nehmen. Tja, und dann kam Corona.“

Elmoueden joggte wie alle, zockte ein bisschen mit Kollegen. „Die Zeit hat man trotzdem gemerkt. Ich bin jetzt auch wieder angeschlagen, wie die Hälfte der Mannschaft von Bönen.“ Ein kleiner Muskelfaserriss sei es bei ihm. Auszeit: Normalerweise sechs Wochen. „Die Stelle kenne ich schon, das dauert bei mir nicht so lang.“

Obwohl er derzeit weniger beim Training ist als er sich das vorgestellt hat, hat er nur Gutes über seine ersten Wochen in Bönen zu berichten. „Die Jungs sind super. Ich fühl mich wohl, man hat mich gut aufgenommen. Tolle Menschen, auch Trainerstab und Präsi.“

Hätte er eigentlich nicht gedacht. „Tschuldigung, dass ich das jetzt so sage, aber nur Ausländer. Da macht man sich erst einmal Gedanken.“ Elmoueden hat einen marokkanischen Migrationshintergrund. „Eben. Deswegen weiß ich es ja am besten“, erklärt der Iserlohner ironisch.

Auf der ganzen linken Seite zuhause

Der 29-jährige Defensivmann kassierte in seinen bisherigen Seniorenjahren allerdings erst eine Rote Karte. „Mein Ziel ist es immer, den Ball zu gewinnen, nicht den Spieler umzuhauen“, beschreibt er sein Spiel. „Ich bin letztlich auf der ganzen linken Seite zuhause, bin offensiv gepolt. Ich kann auch Linksaußen, aber komme gerne von hinten. Da komme ich besser ins Spiel rein.“ Seine Stärken sieht Elmoueden in seiner Schnelligkeit, Aggressivität und im Zweikampf. „Ich bin aber kein Killer vorm Tor“, sagt er, „ich werde vielleicht ein, zwei Tore machen, aber da sehe ich nicht meine Stärke.“

Natürlich müsse er seine neuen Mitspieler noch kennen lernen, um sie richtig in Szene setzen zu können. Das werde aber schnell klappen, schließlich sei das Spielverständnis im IG-Kader auf hohem Niveau. „Die Grundlagen sind doch bei allen vorhanden, auch wenn es, in Anführungsstrichen, nur Landesliga ist.“

Was Trainer Ferhat Cerci vorgebe, sei sehr abwechslungsreich. „Ich glaube, er testet noch aus“, so Elmoueden. „Wir haben sogar mit Libero gespielt. Das hab ich seit zehn Jahren nicht mehr gesehen.“ Dabei hat er schon einige Systeme gespielt. Auch Nuri Sahin habe experimentiert, erzählt er. Es sei aber wegen der vielen Verletzten beim Bönener Landesligisten aktuell schwierig, die richtige Spielidee zu entwickeln, die zum ganzen Team passt. „Zuletzt gegen Westfalia Herne sah es für mich aber ganz gut aus. Ich fand keinen Unterschied gegen so einen Oberligisten.“

Die Landesliga wollen die Bönener bekanntlich verlassen. Da schließt sich der Neuzugang an. „100 Prozent den Aufstieg. Da hab ich auch Bock drauf und bin sicher, dass diese Mannschaft das schaffen kann.“

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