Eklat in der Bezirksliga

Spielabbruch bei SuS Ennigerloh – IG Bönen: Verantwortliche beziehen Stellung

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Ferhat Cerci war fassungslos wegen der  Ausschreitungen in Ennigerloh. 

Hässliche Szenen überschatteten das Gastspiel der IG Bönen beim SuS Ennigerloh – und führten schlussendlich zu einem Spielabbruch. Die Verantwortlichen reagieren.

Update, 15.34 Uhr: Ferhat Cerci, Trainer der IG Bönen, möchte die Darstellung des Ennigerloher Geschäftsführers Ralf Drews so nicht stehen lassen. So sei Drews laut Cerci "überhaupt nicht als Ordner im Einsatz" gewesen.

"Er hat sich die Weste während des Spiels erst angezogen." Zudem habe Cerci Zuspruch zweier Trainerkollegen erhalten. Jörg Fiebig (TuS Germania Lohauserholz) und Marc Schmitt (RW Unna) hätten dem Coach der IG von ähnlichen Problemen mit Fans des SuS berichtet. "Wir sind kein Einzelfall", so Cerci.

SuS-Geschäftsführer Drews: "Ich wollte die drohende Eskalation im Keim ersticken"

Update, 20. Mai, 13.42 Uhr: Der Abbruch der Fußball-Bezirksliga-Begegnung zwischen dem SuS Ennigerloh und der IG Bönen wird ein Nachspiel vor der Spruchkammer haben. Schiedsrichter Dennis Bröcking hat einen Sonderbericht angefertigt. Gastgeber Ennigerloh wehrt sich gegen die Vorwürfe, die IG-Coach Ferhat Cerci gegenüber unserer Redaktion geäußert hatte.

 „Wir sehen uns vor der Spruchkammer“, sagte SuS-Geschäftsführer Ralf Drews am Montag. Cerci hatte Drews vorgeworfen, seinen Spieler Wynal Medjignia, der mit Gelb-Rot vom Platz musste, verbal angegangen zu haben. Daraufhin sei die Situation eskaliert. Drews stellte klar: „In meiner Funktion als Ordner bin ich bei der Rudelbildung nach dem Foul, das zum Platzverweis geführt hat, auf den Platz gelaufen. Ich wollte die drohende Eskalation im Keim ersticken. Ein Bönener Spieler hat mich dann angesprochen und gesagt, ich solle mich vom Platz verpissen. Als ich das nicht tat, hat er mir in die Wade getreten.“ Zu Medjignia habe Drews, anders als von Cerci behauptet, „gar keinen Kontakt“ gehabt. Ein Reporter der Tageszeitung „Die Glocke“, der das Spiel in Ennigerloh beobachtete, bestätigte in seinem Artikel die Version des Geschäftsführers.

Trainer hinter Bande geschickt

Schon vor dem Vorfall, an dem Drews beteiligt war, hatt es unschöne Szenen auf dem Rasen gegeben. Beim Stand von 2:1 für Ennigerloh sei laut „Glocke“-Reporter zunächst eine Unsportlichkeit der IG nicht geahndet worden. Nach einer Rudelbildung sind die Trainer beider Teams hinter die Bande geschickt worden. Sie hatten aus Sicht des Unparteiischen unerlaubt das Spielfeld betreten.

Spieler mit Flaschen angegriffen

Nach der erneuten Rudelbildung wenige Minuten später kam es, anders als von Drews erhofft, zur endgültigen Eskalation. „Das waren wirklich extreme Szenen. Leute sind mit Flaschen auf unsere Spieler losgegangen und mussten von den eigenen Spielern zurückgehalten werden“, sagte Cerci, dessen Team die Meisterschaft und den Landesliga-Aufstieg bereits sicher hat, gegenüber unserer Redaktion. Tatsächlich sollen verbale Entgleisungen der Ennigerloher Zuschauer vorgefallen sein. Es kam zur Schlägerei, die Partie wurde abgebrochen, auch die Polizei kam zum Sportplatz. Im Spielbericht hat der Schiedsrichter vermerkt: „Spielabbruch wegen unübersichtlicher Handlungen außerhalb des Spiels.“

„Wir werden die Zahl der Ordner noch erhöhen"

„Unsere Fans sind ausgetickt, das ist richtig“, sagte Drews. Bereits am Sonntagabend sei das seitens des Klubs, der unabhängig vom Spielausgang gegen die IG abgestiegen ist, mit den entsprechenden Anhängern aufgearbeitet worden. „Wir werden die Zahl der Ordner noch erhöhen, damit so etwas nicht mehr passiert“, erklärte Drews. Eine Entschuldigung seitens der IG habe es am Sonntag für den Tritt gegen den Geschäftsführer nicht gegeben. „Im Gegenteil. Die waren sich keiner Schuld bewusst und haben sich noch über unseren Abstieg lustig gemacht“, so Drews, der weitere Schritte nicht ausschließen möchte: „So möchte ich das eigentlich nicht stehen lassen.“

Bericht: Abbruch beim Gastspiel der IG Bönen in Ennigerloh 

Bezirksliga: SuS Ennigerloh – IG Bönen, Abbruch. Das Sportliche stand für den Meister der Bezirksliga 7 ohnehin nicht im Vordergrund, doch beim Stand von 2:1 für die Gastgeber überschlugen sich die Ereignisse. Ennigerloher Zuschauer stürmten den Platz und attackierten IG-Spieler. „Das waren wirklich extreme Szenen. Leute sind mit Flaschen auf unsere Spieler losgegangen und mussten von den eigenen Spielern zurückgehalten werden“, schilderte IG-Coach Ferhat Cerci spürbar mitgenommen.

Ausgangspunkt war die Ampelkarte gegen Medjignia

Ausgangspunkt für die Eskalation war ein Platzverweis gegen den Bönener Wynal Medjignia, der mit Gelb-Rot runtermusste. Auf dem Weg an die Seitenlinie wurde er verbal vom Ennigerloher Geschäftsführer angegangen, woraufhin die Situation völlig entglitt. Das Publikum der Hausherren und Spieler der SuS-Reserve reagierte immer aggressiver, suchte gezielt die Konfrontation mit den Gästen. Der Schiedsrichter brach das Spiel ab. „Das ist besonders schade für die Ennigerloher Spieler, die sich danach für das Verhalten auch bei uns entschuldigt haben. Für die lief es ja eigentlich gut. Sie haben in Überzahl 2:1 geführt“, meinte Cerci. Durch den gleichzeitigen 4:0-Sieg des BW Sünninghausen ist Ennigerloh abgestiegen. „Vielleicht haben das draußen welche mitbekommen und das hat zu Frust geführt“, spekulierte Cerci, „aber nichts rechtfertigt solche Szenen. Zum Glück ist keinem von uns Schlimmeres passiert.“ Die Bönener wurden von der Polizei vom Sportgelände begleitet.

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