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95 Teilnehmer schwitzen sechs Stunden lang rund um den Förderturm

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Von: Markus Liesegang

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Schatten war auf der Strecke rund um den Förderturm Mangelware. Die 1340 Meter langen Runden gerieten schweißtreibend.
Schatten war auf der Strecke rund um den Förderturm Mangelware. Die 1340 Meter langen Runden gerieten schweißtreibend. © Markus Liesegang

68 340 Meter zeigte der Bildschirm für die Startnummer 122 um 15 Uhr. Christof Markquardt, wer sonst, holte in den sechs Stunden am Samstag die meisten Kilometer aus den nicht allzu muskulösen Beinen. 

Bönen - Zum dritten Mal beendete der Deiringser Ultraläufer den Sechsstundenlauf der Lauffreunde nach 51 Runden als „Sieger“. Ein Ausdruck, der nicht so recht passt, denn den Teilnehmern geht es in erster Linie darum, die selbst gesetzte Zielsetzung zu erfüllen.

Mit großem Abstand folgte Lothar Esser. Der Hesse (Spiridon Frankfurt) ist Jahrgang 1960, also acht Jahre älter als der Seriensieger und absolvierte 62,965 km in 46 kompletten Runden. Als Dritter der Herrenkonkurrenz steigerte Dauergast Mario Windelschmidt aus Unna sein Ergebnis erstmals auf über 60 Kilometer.

Ultralauf-Neuling Joana Flanse übertraf das selbst gesteckte Ziel von 50 km locker. Vier Silikonarmbänder für die unterschiedlichsten Distanzen bis hin zum grünen „50+“ schmückten letztlich ihren linken Arm. Die Sportuhr zeigte 55,299 km. „Es war anstrengend“, gab die 21-Jährige zu Protokoll. Als Dritte, knapp hinter Jana Zeitz (LT Lieth Paderborn, 55,941 km) und Yvonne Keßler (Team Heroes Neheim, 57,932 km) nahm sie von Lauffreunde-Organisator Michael Klein die originelle Siegertrophäe, eine Spieluhr mit Emblem des Förderturms und der Melodie des Steigerlieds, entgegen. „Für dieses Jahr war es der letzte Ultralauf. Aber nächstes Jahr fasse ich den Rennsteiglauf ins Auge“, sagte Flanse.

Begleitung in Badelatschen

Ob Stiefvater Thomas Pinger da moralische Unterstützung leisten kann, ist fraglich. In Bönen ließ er es sich nicht nehmen, die Tochter auf der letzten Runde zu begleiten.

Die Stimmung war gut rund um den Förderturm der Zeche Königsborn III/IV, als viele Gäste gemeinsam mit den Veranstaltern das Steigerlied anstimmten. Angenehme Temperaturen herrschten beim Start um 9 Uhr. Die Sonne bekam bei wolkenlosem Himmel allerdings freie Bahn, die Runden auf der 1340 m langen, schattenlosen Strecke gerieten schnell schweißtreibend. Asphalt und Schotter heizten sich im Laufe des Tages gewaltig auf. Wasser sparen konnten die Veranstalter ab dem dritten Durchgang nicht mehr – der eigens aufgestellte Rasensprenger übernahm die Kühlung der Läufer.

Struck geht selbst auf die Strecke

Jan-Philipp Struck, verantwortlich für die Zeitmessung, ließ es sich nicht nehmen, selbst auf die Strecke zu gehen. „Ich lauf mal so ein bisschen mit“, stieg er ins Rennen ein, als Marquardt schon seine dritte Runde anging. Ein Plan steckte offensichtlich doch dahinter. Der Bönener Ultraläufer, sowie die ebenfalls laufsportverrückten „Laufen in Dortmund“-Macher Frank Pachura und Kerstin Greb, übertrafen die Marathondistanz an diesem Samstag mit 42,880 km um wenige hundert Meter. Das waren exakt 32 Runden.

Es sei ein gelungenes Comeback nach zwei Jahren Zwangspause gewesen, meinte Klein. Die Teilnehmerzahl erreichte mit 95 fast die Zahl der zweiten Auflage des Laufs 2019 (100 Läufer). Mit dabei waren als jüngste Läufer B-Junioren-Handballer des RSV Altenbögge, denen Klein Ausdauertraining anbietet. „Wir dürfen ja nur acht Runden“, hieß es es bei lockerem Trab. „Wir sind ja erst 17.“

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