Fußball

Nordbögge ergreift den Strohhalm

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Die Entscheidung: Danny Strauß befördert den Ball am Torwart vorbei irgendwie zum 4:2 über die Linie.

Werne – Der VfK Nordbögge hat den letzten Strohhalm ergriffen, um doch noch in der Fußball-Kreisliga B zu bleiben. Nach dem 6:2 (1:1, 2:2, 4:2)-Sieg im vorsorglichen Relegationsspiel gegen den PSV Bork II auf dem Sportplatz von Eintracht Werne hat die Mannschaft von der Feuerwache aber noch nicht gewonnen. Sie hält nur die Klasse, wenn nach der SG Massen mit dem SVE Heessen auch der zweite A-Liga-Meister aufsteigt.

„Man hängt jetzt ein bisschen in der Luft“, sagt Tobias Danielzik, der erstmals in seiner Karriere 120 Minuten auf dem Platz stand. „Wir haben unsere Hausausgaben erfüllt. Wir können ein bisschen feiern, aber man weiß gar nicht, was jetzt passiert. Wir können einfach nur hoffen“, ergänzte Manuel Müller, der mit drei Toren in der Verlängerung die Partie entschied. „Wir sind ganz allein Schuld, dass wir in dieser Situation sind, kein Trainer oder sonst wer. Das wissen wir auch“, betonte er.

„Das war ein hartes Stück. Das war mehr Krampf als alles andere“, atmete Coach Sven Kaczor durch, der sein letztes Spiel auf der VfK-Bank bestritt. Ihn löst Lars Lenser als Spielertrainer ab. Geschäftsführer Dirk Schnieber verabschiedete ihn vor der Partie mit Blumen. „Es freut mich, dass wir für Sven zum Abschluss einen Sieg geschafft haben“, dachte Danielzik an den scheidenden Kaczor, mit dem der Verein nicht weitermachen wollte.

Das Relegationsspiel des VfK Nordbögge

VfK verliert schnell den ersten Schwung

Die Partie stand unter dem Einfluss der hochsommerlichen Temperaturen. Nordbögge begann zwar mit Schwung und schnellen Chancen. Müller (5.), Sven Koslowski (7.) und Danielzik (9.) fanden aber nicht den Weg ins Tor. Dann ließ das Tempo aber nach. Der VfK kontrollierte zwar gegen tiefstehende Borker die Begegnung, agierte aber nicht zwingend. Bork zeigte sich dagegen eiskalt: Der erste Angriff – vorausgegangen war ein gewonnener Zweikampf im Mittelfeld und ein Schnittstellenpass – nutzte Silvio Meyer zur Führung (23.).

Immerhin hatte der VfK die richtige Antwort: Nach der Trinkpause traf Koslowski aus 16 Metern mit dem linken Fuß. Danach wieder das gleiche Bild: Nordbögge hatte den Ball, ohne wirklich drückend aufzutreten. Koslowski traf noch einmal das Außennetz (45.).

Sven Koslowski und Tobias Danielzik (von links) herzen Manuel Müller nach dem 3:2

Bork auch nach dem Wechsel eiskalt vor dem Tor

Das Geschehen änderte sich nach dem Wechsel. Der VfK verlor die Kontrolle, auch weil Bork nun etwas früher attackierte. „Da war ein völliger Bruch im Spiel. Wir hatten zu wenig Bewegung“, monierte Kaczor und bezeichnete das 1:2 als verdient (53.). Der PSV hatte sich auf rechts durchgesetzt, in der Mitte Keeper Sebahattin Celik noch gegen Meyer pariert, doch Thomas Schäfer stand goldrichtig.

Nordbögge brauchte, um sich wieder zu finden. Nur langsam bekamen die Angriffe Struktur. Das 2:2 fiel durchaus glücklich, als Dennis Mrugalla eine Flanke von Iven Köster aus spitzem Winkel gegen die Laufrichtung des PSV-Keepers ins Netz köpfte (67.). Danach war der VfK erneut Herr im Haus. „Bork ist komplett eingebrochen“, so Müller. Die Überlegenheit nutzten er und seine Kollegen aber nicht zur Entscheidung. „Es war wie so oft in dieser Saison, dass wir die falschen Entscheidungen getroffen haben“, sagte Danielzik dazu, dass sich der VfK nur eine Chance durch Müller erspielte (87.).

In der Verlängerung platzt der Knoten

Also ging es in die Verlängerung. Und zunächst erlebte Nordbögge ein weiteres Wellenbad. Denn als Müller im Strafraum gefoult wurde, erahnte PSV-Torwart die Ecke von Ergin Erbay, der erstmals seit langer Pause wieder dabei war, und parierte dessen Elfmeter (93.). Zwei Minuten später erlöste Müller seine Farben mit einer Einzelaktion. Damit war Borks Widerstand gebrochen: Danny Strauß entschied in der 104. Minute die Partie. Zum Schluss traf Müller noch zweimal (112., 117.).

VfK: Celik – Oturak, Francki, Garske –Danielzik, Schnieber – Müller, Erbay, D. Mrugalla – Koslowski; eingewechselt: Altberg, Köster, Lenser, Hoffmann
PSV II: Koch – Menker, Paechnatz, Kostrzewa, Twardy – Jurtzig, Altbers – Schäfer, Illtz, Bauer – Meyer; eingewechselt: Kugler, Hensler, Pfeffer, Bijak
Tore: 0:1 Meyer (23.), 1:1 Koslowski (27.), 1:2 Kugler (53.), 2:2 D Mrugalla (67.), 3:2 Müller (95.), 4:2 Strauß (104.), 5:2 Müller (112.), 6:2 Müller (117.)
Bes. Vorkommnis: Koch hält Foulelfmeter von Erbay (93.)

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