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2G für Bönener Sportvereine unproblematisch

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Von: Boris Baur

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Auch auf Sportplätzen und in Sporthallen in Bönen werden bald nur noch Leute mit 2G-Nachweis eingelassen werden.
Auch auf Sportplätzen und in Sporthallen in Bönen werden bald nur noch Leute mit 2G-Nachweis eingelassen werden. © Erwin Scheriau/DPA

Auch bei Sportveranstaltungen wird nach dem Beschluss der Ministerpräsidentenrunde am Donnerstag ab der kommenden Woche die 2-Regel gelten, da auch in Nordrhein-Westfalen der festgelegte Schwellenwert der Hospitalisierungsinzidenz von 3,0 überschritten ist. Das heißt, dass nur noch Geimpfte und Genesene die Sportstätten als Zuschauer besuchen oder dort Sport betreiben dürfen. Ausnahmen gibt es für Unter-18-Jährige und Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Was bedeutet das für die Bönener Sportvereine.

TuS Bönen

„Wir werden den Betrieb umstellen“, sagt der 1. Vorsitzende Marvin Manz. Bönens größter Sportverein hat neben seinen vielen Abteilungen auch einige Breitensportkurse im Angebot. Große Schwierigkeiten sieht Manz in der Neuregelung nicht. Schon jetzt seien die Übungsleiter angehalten, unter 3G-Regeln die Teilnehmer zu kontrollieren. „2G ist kein großes Problem, leider fallen dann die raus, die nicht geimpft sind“, sagt Manz. Die Strukturen – auch für 2G+ – seien bei der TuS grundsätzlich vorhanden, nun müsse noch geschaut werden, was genau komme.

Die Verschärfung der Corona-Regeln kann Manz nachvollziehen, zumal sich auch immer mehr Genesene und Geimpfte infizierten. Auch von nicht so leichten Verläufen hat er gehört. „Ich kann es verstehen, dass es härtere Regeln gibt. Wichtig ist es, die Zahlen im Griff zu behalten.“

RSV Altenbögge

Weil es in der Verbandsliga-Mannschaft schon in dieser Woche einen positiven Coronatest gegeben hatte, hatte der RSV nicht nur das Nachholspiel am Samstag beim TV Verl abgesagt, sondern auch für die Trainingseinheiten eine Testpflicht beschlossen. „Die Testzentren sind offen, es gibt kostenlose Tests, das sollte alles kein Problem sein“, sagt der Sportliche Leiter Tino Stracke. Jetzt gilt dabei 2G statt 3G. Auch bei den Heimspielen der ersten Mannschaft, zu denen in dieser Saison immer rund 200 Zuschauer kamen, hatte der Verein schon bei jedem Zuschauer die Nachweise kontrolliert, obwohl nur Stichproben vorgesehen waren. Dementsprechend sieht Stracke hier keinen Mehraufwand. Anders verhält es sich bei Jugendspielen, wo meist nur einige Zuschauer kommen. „Das können wir mit fünf, sechs Leute im geschäftsführenden Vorstand nicht leisten“, sagt Stracke. Er möchte die Eltern mit ins Boot nehmen, damit nicht jemand, der sein Kind zur Halle gebracht hat, draußen stehen muss. „Ich weiß aber auch, wo die Reise hingeht. Der eine versteht es, der andere hat vielleicht Beratungsbedarf und der nächste sieht nur die Kritikpunkte“, meint Stracke.

Zu der Verschärfung der Regel hat er eine klare Meinung. „Wir sind wieder in allem zu spät. Und so, wie es sich fachlich herausstellt, tragen auch Genesene und Geimpfte die Viren weiter. Du findest mehr raus, wenn du testest“, findet Stracke, selbst im Pflegebereich tätig, der sich bei der aktuellen Pandemielage wie vor einem Jahr fühlt. Dass die Leute sich nach Sport sehnen, aktiv oder als Zuschauer, kann er nachvollziehen. Für ihn ist das Ganze eine Abwägungsgeschichte: „Macht es Sinn oder macht es keinen Sinn.“

TVG Flierich-Lenningsen

Da bei den Kursen bisher 3G galt, wurden bislang auch die Nachweise überprüft. Über die Geimpften führten die Übungsleiter Listen, die anderen mussten einen Test vorzeigen. In seinen Kursen sei der Anteil der Geimpften „sehr, sehr hoch“. Daher sieht der 1. Vorsitzende Nils Böckmann bei 2G keinen Mehraufwand. Bei den Fußballern am Butterwinkel könnte am Kassenhäuschen ganz leicht jemand die Impfnachweise anschauen. 2G+ wäre da schon schwieriger. „Der Sportler müsste jedes Mal vorher zur Teststelle, denn Selbsttest reichen dann ja nicht mehr. Wenn es verlangt wird, werden wir aber auch das kontrollieren.“

Generell wollen die Fliericher ihre Angebote aufrechterhalten, solange es der Gesetzgeber zulässt. „Es soll ja ein Bonbon sein, dass es Sport gibt“, sagt Böckmann. Mögliche Konflikte mit Ungeimpften „müssen wir aushalten. Unseren Übungsleitern vertraue ich da voll. Ich würde auch begrüßen, wenn es externe Kontrollen gibt.“

SpVg Bönen

Am Eingang zum Rehbusch wird schon seit Saisonbeginn kontrolliert, da müsste nun nur auf den 2G-Nachweis geachtet werden und das Prozedere auch auf die zweite Mannschaft ausgeweitet werden. Der 1. Vorsitzende ist froh, dass wegen Totensonntag ein freies Wochenende vor der Tür steht, so dass Zeit zur Vorbereitung vorhanden ist. Denn noch kennt er nicht, welche Regelungen auf den Verein genau zukommen. Er wartet auch auf „eine klare Anweisung“, vom Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW). Ungeimpfte Spieler durften bei der SpVg bislang schon nicht die Kabinen benutzen.

Die Einführung von 2G sieht Hahnemann positiv, wie es mit dem Spielbetrieb weitergeht, kann er nicht beurteilen. „Ich kann mir vorstellen, das Gute ist, dass die Leute sich endlich impfen lassen. Das Schlechte ist, dass einige Mannschaften gar nicht mehr spielen können.“

TTF Bönen

Die Kontrollen sind auch bei den Tischtennisfreunden nicht das Problem. Der Verein überprüfte bisher mit einer Software die Teilnehmer beim Training und bei den Spielen. „Das war unproblematisch. Jetzt wird genauso kontrolliert wie vorher“, sagt Kassenwart Jens Topel. „Ein Problem kriegen damit, wie wir damit umgehen.“ Aus den festen Aufstellungen der Mannschaften fallen die Umgeimpften bei 2G raus, bei den TTF und bei den anderen Teams. „Da muss Ersatz her“, so Topel. „Glücklich bin ich damit nicht. Da bekommen wir nur Ärger ins Haus.“ Er verweist auf das Durchsetzungsproblem, wenn Übungsleiter und Mannschaftsführer den Eintritt in die Halle verwehren sollen, besonders wenn Impfgegner laut werden sollten. Er selbst tue sich auch damit schwer, einem Stammgast zu sagen, er könne nicht mehr hinein, gibt er zu.

Die verschärften Maßnahmen befürwortet er jedoch grundsätzlich. „Ich kann das nur begrüßen. Es ist vielleicht schon einen Tick zu spät.“ Sorgen macht er sich dennoch bezüglich einer möglichen Spaltung im Verein. „Wir müssen jetzt ausbaden, was andere vor Monaten verschlafen haben.“

IG Bönen

Am Schulzentrum ging bei der IG bisher jemand herum, um während des Landesliga-Spiels den Eintritt zu kassieren. Wegen der Umstellung auf die 2G-Regel werden die Bönener künftig wohl nur noch einen Eingang öffnen und dort den Impfnachweis überprüfen. „Da sind wir in Planung“, sagt Hüseyin Kücük. So hatte es der Verein auch schon in der Vorsaison gemacht. Der Sportliche Leiter erklärt, dass alle Spieler in beiden Mannschaften geimpft seien. „Zumindest hat es keine Rückmeldungen gegeben, dass jemand nicht geimpft ist“, sagt er.

Die IG wird alles daran setzen, dass die Saison fortgeführt wird, schließlich will der Klub aufsteigen und hat als Spitzenreiter mit fünf Punkten Vorsprung die besten Aussichten darauf. 50 Prozent der Meisterschaft muss dazu gespielt werden. Der letzte von noch fünf ausstehenden Hinrundenspieltagen steigt allerdings erst am 6. Februar. „Ich hoffe, dass es nicht zu einer Unterbrechung kommt“, sagt Kücük. Er geht aber derzeit davon aus, dass selbst dann 2022 noch genügend Zeit bleibt, um die notwendigen Partien nachzuholen. „Ich hoffe, dass die 2G-Regel was bringt und die Saison nicht im dritten Jahr in Folge abgebrochen werden muss.“ Die Verschärfung der Maßnahmen begrüßt auch Kücük: „Dass so eine Regelung kommt, war klar. Wir müssen auf uns achten und uns schützen.“

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