200 Teilnehmer haben sich für Laufevent angemeldet

125 Meilen: Ballon Ultralauf setzt neue Maßstäbe

Vom Vereinsheim des TuS Alte Heide starten die Teilnehmer am Ballon Ultralauf neunmal in verschiedene Richtungen auf unterschiedlich lange Strecken. Rund 200 Laufverrückte haben sich diesmal angemeldet.
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Vom Vereinsheim des TuS Alte Heide starten die Teilnehmer am Ballon Ultralauf neunmal in verschiedene Richtungen auf unterschiedlich lange Strecken. Rund 200 Laufverrückte haben sich diesmal angemeldet.

Die Distanz von 100 Meilen ist nicht genug – und deshalb werden bei der vierten Auflage des Ballon-Ultralaufes die angebotenen Läufe noch einmal erhöht. Neun- statt wie sonst achtmal wird im Vereinsheim des TuS Alte Heide von Samstagmorgen bis Sonntagabend der Startschuss ertönen. Wer will, kann insgesamt 125 Meilen sammeln.

Bönen – „Damit kommt man auf 200 Kilometer. Das ist die nächste magische Grenze für Ultraläufer“, erklärt Jan-Philipp Struck, der Organisator des Spektakels für Laufverrückte. „Ein paar Leute haben sich auch schon gemeldet, dass sie alle Strecken laufen wollen.“

Struck zählt selber zu den Ultraläufern, war unter anderem 2019 deutscher Vize-Meister im 24-Stunden-Lauf. Neben der sportlichen Herausforderung hat ihn die familiäre Atmosphäre unter dem überschaubaren Kreis der Extrem-Ausdauersportler gereizt. So war ihm auch die Idee gekommen, selbst einen solchen Lauf anzubieten. 2018 feierte deshalb das Ballon-Ultra-Wochenende Premiere, damals noch mit elf Startern im Garten der Großeltern. Den Namen dachte er sich aus, weil er sich bunte Ballons zur Beschilderung der Strecke ausgesucht hatte.

Rund 200 Teilnehmer

Seitdem ist die Veranstaltung schnell gewachsen. Rund 200 Teilnehmer aus ganz Deutschland haben sich diesmal angekündigt. Darunter auch einige von seinem Verein, den Lauffreunden Bönen, die zumindest einige der Strecken in Angriff nehmen wollen. Struck freut sich vor allem darüber, dass mitten in der Corona-Pandemie ein solches Event stattfinden kann. „Es ist cool überhaupt, dass das wieder möglich ist. Der Termin Ende Juli/ Anfang August scheint gut zu sein. Im Vorjahr durften wir auch starten“, sagt er.

Bei den Anmeldungen profitiert er davon, dass viele Ultra-Läufe im Lockdown oder wegen der Corona-Maßnahmen danach abgesagt werden mussten. Dementsprechend groß sei die Vorfreude der Extremsportler auf den Ballon-Lauf.

Neun Läufe, manche mitten in der Nacht

Das Programm, das Struck für die Teilnehmer ausgearbeitet hat, ist umfangreich. Der sportliche Teil beginnt mit dem Fünf-Meilen-Rennen am Samstag um 10 Uhr. Die Streckenlänge steigert sich im Tagesverlauf über 10 und 15 bis auf 20 Meilen am Samstag um 20 Uhr. Ab 2.40 Uhr werden die gleichen Rennen wieder in absteigender Distanz in Angriff genommen. Am Sonntag um 17.40 Uhr sind die fünf Meilen dran. Wer alles läuft, kommt wie in den Vorjahren auf 100 Meilen, weswegen danach auch eine Siegerehrung folgt. Als Krönung setzt der 4. Ballon-Ultralauf jedoch noch ab 20.40 die 25 Meilen drauf: Die ganz Harten werden am Montagmorgen um 4 Uhr ausgezeichnet.

Darauf, Runden abzustecken, die mehrmals gelaufen werden, hat Struck verzichtet. „Wer so eine lange Distanz läuft, soll auch was sehen“, sagt er. Da am zweiten Tag in umgekehrter Richtung gelaufen wird, muss er außerdem jede Strecke nur einmal mit Ballons schmücken. Gelaufen wird vom Start und Ziel in Alte Heide je nach Strecke mal durchs Heerener Holz, mal nach Bönen und durch den Trimm-Dich-Wald, mal in ordentlicher Runde nach Kamen und zurück, bis nach Fröndenberg und für die 25 Meilen bis in den Iserlohner Stadtteil Hennen.

Mammutprogramm für Struck

Während die Teilnehmer schon lange vor Ort sind, geht die Veranstaltung für Struck noch deutlich länger. Ab Donnerstag baut er mit einigen Helfern auf, Freitag um 16 Uhr können die ersten Läufer anreisen, für Montag um 14 Uhr hat er nach dem Aufräumen das Ende angesetzt. Eine besondere Herausforderung ist für den Bönener dabei das Catering. „Es ist immer noch schwierig, für 200 Leute Essen und Trinken zu kalkulieren. Das sind ja nicht nur zwei, drei Stunden, sondern von Freitag bis Montag. In welchen Mengen ich Nudeln, Kartoffeln und Wasser besorgen muss, muss ich noch ein bisschen austüfteln.“

Wenn er trotz der ganzen Organisation die Ruhe findet, möchte Struck auch selbst mitlaufen und möglichst viele Meilen sammeln. Er wird spontan entscheiden. Neben der reinen Kilometeranzahl, die er und seine Ultra-Kollegen allerdings auch von anderen Veranstaltungen gewohnt sind, sieht er die größte Herausforderung des Ballon-Ultras in den Pausen: Weil nicht durchgelaufen werde, könnte einige aus dem Rhythmus kommen. „Vielen tut das aber auch gut, die schöpfen neue Energie.“

Einige der 200 Startern werden sich wohl nur ein paar Rennen herauspicken, um am Ende auf die Marathondistanz zu kommen. „Mittelstreckler“ nennt Struck sie. Nachts in ein weiteres Rennen zu starten, sei ein anderes Erlebnis. Aus eigener Erfahrung weiß Struck aber zu berichten: „Wenn die Sonne aufgeht, hat man es geschafft. Das pusht.“

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