Zypern übernimmt EU-Ratspräsidentschaft

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Erato Kozakou Marcoullis (rechts), der Außenminister von Zypern, und Georkatzis Constantine (links), Bürgermeister von Nikosia, hissen die EU-Flagge

Nikosia - Die Republik Zypern hat am Sonntag für sechs Monate die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Der Inselstaat hat diese Rolle zum erstenmal seit seinem EU-Beitritt im Mai 2004 inne.

Das Programm der Zyprer bis Jahresende soll am Montag in Brüssel vorgestellt werden. Für die Regierung in Nikosia ist die EU-Ratspräsidentschaft eine große Aufgabe und ein Härtetest. Zypern ist das einzige teilweise besetzte EU Land. Im nördlichen Drittel der Insel sind seit 1974 schätzungsweise 40 000 türkische Soldaten stationiert.

Die Türkei ist Kandidat für einen Beitritt zur EU, erkennt aber wegen der ausbleibenden Lösung der Zypernfrage die Republik Zypern nicht an. Im Norden gibt es die abtrünnige „Türkische Republik Nordzypern“. Die Türkei ist der einzige Staat, der diese Republik anerkennt. Ankara will nicht mit der zyprischen Ratspräsidentschaft sprechen.

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Zypern wird auch das erste Land mit EU-Vorsitz sein, das unter dem finanziellen Rettungsschirm der Union arbeiten muss. Zyperns Banken sind stark mit dem Nachbarn Griechenland verbunden und daher auch von der griechischen Finanzkrise infiziert.

Am Montag werden in Nikosia die ersten Experten der EU, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) erwartet. Sie wollen feststellen, in welchem Zusand die zyprischen Finanzen sind und welche Unterstützung die Banken für ihre Rekapitalisierung brauchen. Nach Schätzungen wird mit mehr als zehn Milliarden Euro gerechnet. Die Insel mit einem Bruttonationaleinkommen von rund 17,5 Milliarden Euro ist eine der kleinsten Volkswirtschaften der Eurozone.

dpa

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