"Shwerer Eingriff"

Linkspartei begrüßt Verbot von Beschneidung

Berlin - Das umstrittene Urteil des Kölner Landgerichts zur religiös motivierten Beschneidung von Jungen stößt in der Linkspartei auf Zustimmung.

Der religionspolitische Sprecher Raju Sharma sagte der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, eine Beschneidung sei ein “schwerer Eingriff“ in die körperliche Unversehrtheit eines Kindes. Diese habe der Staat zu schützen. Dagegen müssten die auf religiösen Traditionen begründeten Wünsche der Eltern zurückstehen. Insofern sei das Kölner Urteil “im Kern eine zutreffende Güterabwägung“.

Das Landgericht Köln hatte Beschneidungen als strafbare Körperverletzung bewertet und damit einen Proteststurm bei Juden und Muslimen ausgelöst. Sowohl im Judentum als auch im Islam hat das Ritual der Beschneidung eine lange Tradition.

Der rechtspolitische Sprecher der Linkspartei, Jens Petermann, gab den Kölner Richtern ebenfalls “grundsätzlich recht“. Bisher sei die Beschneidung stillschweigend hingenommen worden, das Urteil eröffne jetzt die Chance zur Diskussion über das Thema. Dabei müssten auch die Positionen der Religionsgemeinschaften ernst genommen werden, sagte Petermann.

dpa

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