Finanzminister Möllring:

Wulffs Unkenntnis wenig wahrscheinlich

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Erhält erneut Gegenwind: Niedersachens ehemaliger Ministerpräsident und Ex-Bundespräsident Christian Wulff.

Berlin - Neuer Gegenwind für Christian Wulff (CDU). Dass er keine Kenntnis von der umstrittenen Lobby-Veranstaltung Nord-Süd-Dialog hatte, gilt als unwahrscheinlich.

Insider bezweifeln, dass ihm die Aktivitäten seines damaligen Sprechers und engen Vertrauten Olaf Glaeseker für die umstrittene Lobby-Veranstaltung Nord-Süd-Dialog verborgen geblieben sind. Ein fehlendes Vertrauensverhältnis zu Glaeseker halte er für „wenig wahrscheinlich“, sagte der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring am Sonntag im ZDF-Magazin „Berlin direkt“.

Wulff und Glaeseker, der für den Nord-Süd-Dialog Sponsoren geworben hatte, seien „natürlich immer eng beieinander“ gewesen. Gefragt, ob es möglich sei, dass Wulff nicht gewusst habe, was sein damaliger Sprecher tat, sagte Möllring, das sei „wenig wahrscheinlich“. „Aus heutiger Sicht weiß man, dass er den ein oder anderen darauf hingewiesen hat, dass diese Veranstaltung stattfindet.“

Auch die ehemalige Referatsleiterin in der niedersächsischen Staatskanzlei, Bettina Raddatz, berichtete von einem sehr engen Verhältnis. „Was Glaeseker getan hat und gemacht hat, das hat er mit Herrn Wulff abgestimmt“, sagte Raddatz. Der Nord-Süd-Dialog habe zudem einen wichtigen Stellenwert gehabt. „Uns in der Staatskanzlei war vermittelt worden, dass das ein wichtiges Event ist, was auch im Interesse der niedersächsischen Wirtschaft ist und somit auch im Interesse der Landesregierung. Und nicht, dass das ein Privatevent von einem Privateventmanager ist.“

Das Land hatte die umstrittene Lobby-Veranstaltung Ende 2007 in Hannover finanziell und organisatorisch unterstützt. Im Zusammenhang mit der Veranstaltung wird gegen Glaeseker wegen Bestechlichkeit ermittelt. Die Veranstaltung spielte auch eine Rolle beim Rücktritt Wulffs als Bundespräsident.

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