Wulff-Ermittlungen: Ergebnisse im Oktober

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Die ersten Ergebnisse zu den Ermittlungen gegen Christian Wulff sollen noch im Oktober vorliegen.

Hannover - Noch im Oktober will die Staatsanwaltschaft Hannover erste Zwischenergebnisse zu den zwei Korruptionsverfahren gegen Christian Wulff sowie seinen ehemaligen Sprecher Olaf Glaeseker vorlegen.

Was genau dann mitgeteilt werde, sei aber noch unklar, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Lendeckel am Montag auf Anfrage und bestätigte damit einen NDR-Bericht.

Lendeckel betonte, es sei inzwischen auch möglich, dass nicht beide Verfahren gleichzeitig abgeschlossen werden können. Das war bislang das Ziel der Ermittler. Allerdings habe sich eines der Verfahren als komplexer dargestellt. Dazu seien immer wieder „neue Erkenntnisse“ hinzugekommen. Um welches Verfahren es sich handle, wollte Lendeckel nicht sagen. Sehr wahrscheinlich ist aber das Verfahren gegen Wulff selbst gemeint.

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Gegen den früheren Bundespräsidenten wird wegen des Verdachts der Vorteilsannahme in seiner Zeit als Ministerpräsident von Niedersachsen ermittelt. Seinem Ex-Sprecher Glaeseker wird vorgeworfen, dem Party-Veranstalter Manfred Schmidt bei der Organisation des Nord-Süd-Dialogs gefällig gewesen zu sein. Im Gegenzug habe Glaeseker Gratisurlaub auf einem Anwesen Schmidts in Spanien gemacht.

Staatsanwaltschaft verärgert über „Maulwurf“

die Staatsanwaltschaft Hannover ist verärgert über die andauernde Veröffentlichung von Details aus den Ermittlungsakten. Zu Vermutungen, es könne in den Reihen der Justiz einen „Maulwurf“ geben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hans-Jürgen Lendeckel, der Nachrichtenagentur dpa am Montag: „Ich halte das für sehr unwahrscheinlich angesichts der Konsequenzen, die das für den Betroffenen haben könnte.“

Die Staatsanwaltschaft hat schon vor längerer Zeit ein eigenes Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet, weil seit Februar immer wieder interne Erkenntnisse in die Medien gerieten. In einer am Montag veröffentlichten Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion heißt es dazu: „Es ist zu bedenken, dass hinsichtlich der Weitergabe interner Informationen (...) der Kreis der in Betracht kommenden Informanten groß ist, während die Ermittlungsmöglichkeiten nach der Rechtsprechung eingeschränkt sind.“

dapd/dpa

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