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Weihnachtsferien 2021 wegen Corona früher? Regierung uneins

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Von: Daniel Großert

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Sollte man die Weihnachtsferien 2021 in den Schulen wegen Corona vorziehen? In der künftigen Bundesregierung herrscht in dieser Frage Uneinigkeit.

Hamm - Die Corona-Zahlen in Deutschland haben in den vergangenen Wochen nie dagewesene Dimensionen angenommen. Die vierte Welle, in der das Land sich momentan befindet, ist die bislang größte. Im vergangenen Winter - als die Infektionszahlen zwar sehr hoch, aber dennoch deutlich geringer als aktuell waren - zog die Politik kurzerhand die Weihnachtsferien vor, um die Lage in den Schulen zu entspannen. Und im Jahr 2021? Ein Mitglied der künftigen Bundesregierung ist dafür, die Maßnahme erneut zu ergreifen - zumindest in manchen Bundesländern.

NameRobert Habeck
Geboren2. September 1969, Lübeck
ParteiBündnis 90/Die Grünen

Weihnachtsferien 2021 vorziehen wegen Corona? Habeck dafür

„Ich halte es für richtig, dass die Weihnachtsferien, in den Ländern, wo die Inzidenzen sehr hoch sind, vorgezogen werden“, sagte der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck im ZDF-Morgenmagazin. Damit dürfte der designierte Wirtschaftsminister und Vizekanzler wohl vor allem Sachsen (1268,9), Thüringen (936,8), Brandenburg (727,8), Sachsen-Anhalt (717,2), Bayern (618,2) und Baden-Württemberg (511,5) meinen, wo die 7-Tage-Inzidenz aktuell (Stand 30. November) zum Teil deutlich über 500 liegt.

Die Länder könnten das Vorziehen der Weihnachtsferien unterschiedlich handhaben, wie Habeck weiter ausführte: „Baden-Württemberg, und das halte ich für eine sehr kluge Idee, wird die letzte Woche vor den Schulferien zum Impfen der Kinder nutzen, jedenfalls das Angebot bereitstellen.“ Auch Betreuungsangebote sollten natürlich möglich sein. „Das ist dann nicht eine verordnete Schließung, aber hätte den gleichen Effekt“, erklärte der Grünen-Chef.

Weihnachtsferien wegen Corona vorziehen? Künftige Bildungsministerin der FDP dagegen

Anderer Meinung ist dagegen eine zukünftige Regierungskollegin von Habeck. Es gehe darum, Lösungen für die Familien und Kinder zu finden, sagte die designierte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) in der ARD-Talkshow „Hart aber fair“. Man müsse „alles tun, um die Schulen so lange wie möglich offenzuhalten.“ Das „brachiale Mittel der Schulschließungen“ könne „wirklich nur die allerletzte Maßnahme sein“. Auch ihre Parteikollegin, NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer, hatte sich zuletzt klar gegen vorzeitige Weihnachtsferien positioniert.

Bettina Stark-Watzinger möchte lieber andere Maßnahmen ergreifen, um die Corona-Lage in den Griff zu bekommen: Sie nennt Zuschauerbegrenzungen bei Fußballspielen oder die Schließung von Clubs und Diskotheken als Beispiele. „Da, wo wir wissen, dass Infektionen leicht stattfinden, dort müssen wir Kontaktbeschränkungen einführen“, sagte die FDP-Politikerin. In NRW hatte Ministerpräsident Hendrik Wüst bereits verschärfte Kontaktbeschränkungen angekündigt.

Weihnachts-Deko hängt im Klassenzimmer einer Schule.
Sollte man die Weihnachtsferien wegen Corona vorziehen? Die Meinungen in der Politik gehen auseinander. © Daniel Karmann/dpa

In den Schulen selbst sollen schnellere Impfungen der Schüler zwischen 12 und 18 Jahren, Booster-Impfungen für die Lehrer und strenge Hygienemaßnahmen wie eine Rückkehr der Maskenpflicht, die in NRW bereits angekündigt wurde, dafür sorgen, dass das Corona-Infektionsgeschehen in Zaum gehalten wird. Man müsse „alle notwendigen Maßnahmen“ ergreifen, um die Schulen nicht vor den Weihnachtsferien schon zu schließen. „Und da haben wir noch ein Stück weit mehr Instrumente in der Hand“, erklärte Bettina Stark-Watzinger. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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