RKI betont weiterhin Ernst der Lage

Weihnachten und Corona: Merkel vorsichtig optimistisch - Spahn dämpft Erwartungen

Der Lockdown light soll Weihnachten vor Corona retten. Noch ist der gewünschte Effekt nicht da. Gesundheitsminister Jens Spahn macht wenig Hoffnung auf Feiern „wie früher“.

Berlin - Die Corona-Zahlen sind noch immer sehr hoch. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Geschwindigkeit des Anstiegs zwar nachgelassen, ein Grund zur Entwarnung ist das aber nicht. Die Lage sei nach wie vor ernst, das Infektionsgeschehen nehme weiterhin zu. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich vorsichtig optimistisch, Gesundheitsminister Jens Spahn warnt vor einer Überforderung der Intensivstationen - und sieht wenig Chancen für Veranstaltungen im Winter. (News zum Coronavirus)

LandDeutschland
Bevölkerung83,02 Millionen (2019)
HauptstadtBerlin
Fläche357.582 km²

Corona und Weihnachten: Merkel zeigt sich hoffnungsvoll - Spahn sieht wenig Chancen für größere Feiern

Der November sei ein besonders schwerer Monat, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag im RBB-Inforadio. „Aber wenn wir da durch sein sollten und die Zahlen runter brächten, heißt das ja nicht: Ab Dezember oder Januar kann es dann wieder richtig überall losgehen und wieder Hochzeitsfeiern oder Weihnachtsfeiern geben, als wäre nichts gewesen. Das wird nicht funktionieren“, erklärte Spahn.

Er sehe in diesem Winter - und damit auch für Weihnachten - nicht mehr die Chance für Veranstaltungen mit mehr als 10 oder 15 Personen. „Wir müssen es ja miteinander schaffen, durch diesen Winter insgesamt zu kommen, mit Zahlen auf einem niedrigeren Niveau“, mahnte der Gesundheitsminister. 

Corona und Weihnachten: Merkel appelliert wiederholt an die Vernunft der Deutschen

In einer Online-Diskussion mit Auszubildenden hat sich Kanzlerin Angela Merkel am Donnerstag vorsichtig optimistisch hinsichtlich der Entwicklung der Corona-Pandemie geäußert. „Jetzt sieht man, wie es sich abflacht“, sagte sie. „Jetzt müssen wir runterkommen.“ Ziel sei es, auf die Rate von bis zu 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche zu kommen. Und sie appellierte:  „Wir müssen alle ganz vernünftig sein.“

RKI-Chef Lothar Wieler betonte am Donnerstag weiterhin den Ernst der Lage. In seinen jüngsten Corona-Zahlen (Stand 12.11., 0 Uhr) registrierte das RKI fast 22.000 neue Infektionen - knapp 3400 mehr als am Vortag. Wieler sagte, es stimme ihn vorsichtig optimistisch, dass die Kurve der Neuinfektionen zuletzt weniger steil gestiegen sei - auch wenn man noch nicht wisse, ob es sich um eine stabile Entwicklung handle.

Corona und Weihnachten: RKI-Chef rechnet mit Kapazitätsgrenzen mancher Kliniken

Die Zahl der Intensivpatienten und der Toten steigt laut Wieler - und werde das mit zeitlichem Verzug auch weiter tun. Es sei damit zu rechnen, dass manche Kliniken an ihre Kapazitätsgrenzen kommen würden. Auch Jens Spahn befürchtet, dass sich die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen noch im November verdoppeln wird.

Wenn es über einen längeren Zeitraum täglich 20.000 Neu-Infizierte gebe und davon zwei Prozent jeweils zwei Wochen lang auf Intensivstationen behandelt werden müssten, werde ihre Zahl im November wahrscheinlich auf mehr als 6.000 gleichzeitig steigen, sagte Spahn der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Donnerstag. „Höher dürfen die Zahlen nicht steigen“, betonte er. „Falls doch, würden wir absehbar an einen Punkt kommen, an dem das Gesundheitssystem überfordert ist.

RKI-Chef Wieler rief am Donnerstag noch einmal zum Einhalten der Maßnahmen auf: Regeln wie Abstandhalten, Hygiene und Lüften würden die Menschen noch lange begleiten. „Wir müssen noch ein paar Monate die Pobacken zusammenkneifen“, sagte er. Es gebe in Deutschland beachtliche Erfolge. „Wir sind diesem Virus nicht hoffnungslos ausgeliefert.“ Die Mehrheit der Bevölkerung habe den Sinn der Maßnahmen verstanden. (dpa/epd/KNA)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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