Gefährlicher Posten

Vorzeitiges Amtsende von Chefs des Bundesverfassungsschutzes: Maaßen keine Ausnahme 

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Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen muss seinen Posten vorzeitig räumen.

Hans-Georg Maaßen muss seinen Posten als Verfassungsschutzpräsident räumen. Er ist nicht der erste Chef des Verfassungsschutzes, der vorzeitig gehen muss.

Berlin - Vor Hans-Georg Maaßen haben schon eine Reihe von Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz ihren Posten vorzeitig geräumt - oder räumen müssen. Aber anders als Maaßen rückte keiner von ihnen danach auf.

OTTO JOHN (1950 bis 1954) - Der erste Präsident des Verfassungsschutzes leitete das Amt zunächst kommissarisch. 1954 wechselte er unter mysteriösen Umständen in die DDR. Es konnte nicht eindeutig geklärt werden, ob dieser Schritt freiwillig war oder ob John - wie er selbst behauptete - verschleppt wurde. John kehrte ein Jahr später in die Bundesrepublik zurück und wurde 1956 wegen Landesverrats zu vier Jahren Haft verurteilt.

HUBERT SCHRÜBBERS (1955 bis 1972) - In der Zeit des Nationalsozialismus war Schrübbers Staatsanwalt. Als die Presse 1972 seine Mitwirkung an harten Urteilen während der NS-Zeit aufdeckte, war Schrübbers nicht mehr auf dem Posten zu halten.

GÜNTHER NOLLAU (1972 bis 1975) - In seine Amtszeit fiel die Enttarnung des Kanzlerspions Günter Guillaume, der von der DDR auf Willy Brandt angesetzt war. Nollau trat vorzeitig in den Ruhestand, um nach seiner Darstellung den Streit um die Neubesetzung des Amtes aus dem Bundestagswahlkampf 1976 herauszuhalten. Einen Zusammenhang mit dem Fall Guillaume bestritt er stets.

RICHARD MEIER (1975 bis 1983) - Sein Gesundheitszustand soll eine Rolle gespielt haben, als er vorzeitig abgelöst wurde. Bei einem von ihm verschuldeten Autounfall war seine Begleiterin ums Leben gekommen und er selbst schwer verletzt worden.

HERIBERT HELLENBROICH (1983 bis 1985) - Er war bereits auf den Chefsessel des Bundesnachrichtendienstes (BND) gewechselt, als ihn der Fall des Verfassungsschutz-Mitarbeiters Hansjoachim Tiedge einholte. Am 23. August 1985 meldete die DDR-Nachrichtenagentur ADN, Tiedge habe um politisches Asyl in der DDR nachgesucht. Hellenbroich kostete der Spionagefall den BND-Spitzenposten.

HEINZ FROMM (2000 bis 2012) - Er bat im Juli 2012 um Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand. Zuvor war bekanntgeworden, dass Verfassungsschützer im November 2011, kurz nach dem Auffliegen der Neonazi-Terrorzelle NSU, Akten zur rechten Szene vernichtet hatten.

Alle Neuigkeiten zum Fall Maaßen lesen Sie in unserem News-Ticker.

Die unterschiedlichen Positionen von Angela Merkel, Horst Seehofer und Andrea Nahles in der Causa Maaßen lesen Sie hier.

dpa

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