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Ukraine-Krieg: Russland erleidet hohe Verluste in Kämpfen

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Von: Moritz Serif, Tim Vincent Dicke, Nail Akkoyun, Lucas Maier

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Die Verluste Russlands im Ukraine-Krieg werden regelmäßig von den ukrainischen Streitkräften übermittelt. Fast 38.000 russische Soldaten sollen bisher gefallen sein.

Update vom Freitag, 15. Juli, 09.20 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat die aktuellen Daten zu den Verlusten der russischen Armee veröffentlicht. Inzwischen sind demnach knapp 38.000 russische Soldaten im Ukraine-Krieg gefallen. Die Nachrichtenportale Kyiv Independent und Nexta berichten darüber – die Zahlen im Überblick.

Hohe Verluste im Ukraine-Krieg: Russland auf dem Rückzug

+++ 19.40 Uhr: Eigenen Angaben zufolge hat die Ukraine bei einer Gegenoffensive mehr als 40 Siedlungen in der Region Cherson wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Der Leiter der Militärverwaltung von Cherson, Dmytro Butriy, sagte bei einer Pressekonferenz laut CNN, dass die Siedlungen immer noch litten, da sie unter ständigem russischem Beschuss stehen würden.

„Wir fordern die Menschen auf, zu evakuieren, um sich und ihre Familien zu schützen. Die russischen Besatzer sind unmenschlich“, sagte Butriy. Demnach hätten die Russen auf zivile Fahrzeuge in Konvois geschossen, als diese versuchten, die Region zu verlassen. Butriy behauptete zudem, dass tote Zivilisten mit Folterspuren aufgefunden wurden. Angaben zu militärischen Verlusten auf ukrainischer oder russischer Seite machte er keine.

Hohe Verluste im Ukraine-Krieg: Wie Russland eine Generalmobilmachung umgehen will

+++ 15.10 Uhr: Russland macht seit März keine Angaben mehr zu eigenen Verlusten im Ukraine-Krieg. Zuletzt hatte der russische Generalstab im März von 1351 getöteten Soldaten gesprochen. Wie akkurat die Zahlen sind, die der ukrainische Generalstab täglich herausgibt (s. Update v. 09.25 Uhr), bleibt völlig offen. Dennoch gibt es immer wieder Hinweise darauf, dass Russland in der Tat hohe Verluste erleidet. So behauptet der US-Militär-Thinktank Institute for the Study of War (ISW), dass Russlands administrative Einheiten angewiesen worden sind, Freiwillige für den Kampfeinsatz in der Ukraine zu stellen. Nach Einschätzung des ISW beabsichtigt Russland auf diese Weise, die personellen Verluste auszugleichen, ohne auf eine Generalmobilmachung oder den Kampfeinsatz von Wehrdienstleistenden zurückgreifen zu müssen.

Ein zerstörter russischer Panzer liegt am Rand des Dorfs Biskwitne, östlich von Charkiw.
Ein zerstörter russischer Panzer liegt am Rand des Dorfs Biskwitne, östlich von Charkiw. © Aziz Karimov/dpa

+++ 12.25 Uhr: Berichten zufolge haben ukrainische Bodentruppen zwei russische Artilleriegeschütze und ein Munitionsdepot zerstört. Das gab die 40. ukrainische Artillerie-Brigade bekannt.

Ukraine-Krieg: Russland erleidet schwere Verluste – ein Überblick in Zahlen

Russland erleidet schwere Verluste im Ukraine-Krieg: Selenskyj lobt Waffen aus dem Westen

+++ 21.10 Uhr: In einer seiner Videoansprachen sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zuletzt, dass den Truppen aus Russland „der Mut fehle, eine Niederlage einzugestehen“. In derselben Nachricht lobte der Präsident die Artillerie aus dem Westen, wie dpa schreibt.

Sie hätten in den letzten Wochen ermöglicht, russische Munitions- und Waffendepots auch weit hinter der Front zu zerstören. In der Nacht zu Mittwoch (13. Juli) soll es den Angaben zufolge Angriffe auf die von pro-russischen Separatisten besetzte Großstadt Luhansk im Osten der Ukraine gegeben haben. Über Verluste der pro russischen Separatisten liegen derzeit keinerlei Angaben vor.

Russland erleidet schwere Verluste im Ukraine-Krieg: Ukraine wehrt Offensive in Donezk ab

+++ 18.45 Uhr: Die Streitkräfte der Ukraine haben nach eigenen Angaben ein Offensive von Russland gestoppt. Die Armee von Wladimir Putin hätten versucht nach Dovhenke und Dolyna vorzudringen, wie thekyivindependent.ua berichtet.

Die Orte befinden sich in der Nähe der Stadt Slowjansk in der Region Donezk im Osten der Ukraine. Der Generalstab der ukrainischen Armee teilte mit, dass sie von weiteren Offensivaktionen der russischen Angreifer ausgehen. Ziel sei wohl eine strategisch bessere Ausgangslage für einen Sturm auf Isjum-Slowjansk, so der Generalstab. Ob und wie viele Opfer es beim Abwehren der Offensive gab, ist nicht bekannt. Ebenso konnten die Angaben nicht unabhängig geprüft werden.

+++ 16.00 Uhr: Laut ukrainischen Angaben sind bei einem Angriff in der Nähe der Stadt Shakhtarsk in der östlichen Donezk-Region fast alle stellvertretenden Kommandeure der 106. Luftlandedivision Russlands ums Leben gekommen. Ein Beitrag auf der Telegram-Seite des Kommunikationsbüros der ukrainischen Streitkräfte besagte, dass die Vize-Kommandeure durch die US-Raketenwerfer Himars „ausgelöscht“ worden seien. Ein einzelner Überlebender befinde sich „in ernstem Zustand“.

Der mutmaßliche Tod der stellvertretenden Kommandeure reiht sich ein in die Liste der von der Ukraine vermeldeten Verluste, die Russland seit seinen Siegen bei der Sicherung der Region Luhansk erlebt hat. Die Angaben sind nicht unabhängig prüfbar.

Russland erleidet schwere Verluste im Ukraine-Krieg: Kriegsschiff schwer beschädigt

+++ 13.30 Uhr: Nach der Rückeroberung der Schlangeninsel durch ukrainische Streitkräfte, hat die Regierung in Kiew nun erklärt, dass Russland bei dem Verteidigungsversuch Truppen und Ausrüstung im Wert von fast einer Milliarde US-Dollar verloren haben soll. Vier Hochgeschwindigkeits-Patrouillenboote und ein amphibisches Schnellboot sollen Drohnen zum Opfer gefallen sein, zudem sei die Fregatte „Admiral Essen“ erheblich beschädigt worden. Weiter sollen russische Soldaten dem Bericht zufolge stationäre Raketen zerstört haben, ehe sie die Flucht ergriffen.

Durch „ständiges Feuer, die Unterbrechung der logistischen Versorgung“ und der Demoralisierung der gegnerischen Truppen sei die Rückeroberung schließlich geglückt. Der dadurch entstandene Gesamtverlust Russlands belaufe sich „auf mehr als 900 Millionen [US-]Dollar“, heißt es in einer Erklärung der ukrainischen Armee. Dies lässt sich nicht unabhängig prüfen.

Update vom Mittwoch, 13. Juli, 07.00 Uhr: Das Einsatzkommando Süd der ukrainischen Streitkräfte meldete am 12. Juni 2022, es habe 30 russische Soldaten getötet, zwei Munitionsdepots, eine 122-mm-Haubitze, einen Uragan-Mehrfachraketenwerfer sowie vier gepanzerte und militärische Fahrzeuge zerstört.

Russische Kampfflugzeuge hätten demnach versucht, den Angriff abzuwehren, indem sie Raketen auf die ukrainische Luftwaffe abfeuerten. Die ukrainischen Streitkräfte berichteten, dass die ukrainische Luftwaffe keine Verluste erleiden musste. Russische Raketen hätten jedoch einen Zivilisten in Baschtanka getötet und zerstörten ein Kesselhaus.

+++ 19.47 Uhr: Die Ukraine hat im Süden des Landes eine Gegenoffensive gestartet. In der Stadt Nowa Kachowka im Gebiet Cherson hat das Land ein russisches Waffenlager angegriffen, teilte das Kommando Süd auf Facebook mit. Dabei habe man eine Haubitze und Militärtechnik zerstört, sowie 50 Soldaten getötet. Zuvor hatte Kiew angekündigt, verloren gegangene Gebiete zurückzuerobern.

+++ 15.45 Uhr: Nach ukrainischen Angaben ist bei einem Angriff, bei dem Kiews Streitkräfte die von den USA gelieferten HIMARS-Raketen eingesetzt haben, ein weiterer russischer General getötet worden. Serhiy Bratchuk, Sprecher des regionalen Militärs von Odessa, vermeldete auf Telegram die „Liquidierung“ von Generalmajor Artem Nasbulin, dem Stabschef des 22. russischen Armeekorps. Damit wäre Nasbulin der neunte russische General, der seit Beginn des Ukraine-Kriegs gefallen ist. Russland selbst äußert sich nicht zu solchen Verlusten.

+++ 10.00 Uhr: Täglich veröffentlicht der ukrainische Generalstab eine Statistik zu den Verlusten Russlands im Ukraine-Krieg. Diese haben die Nachrichtenportale Kyiv Independent und Nexta veröffentlicht. Demnach sind bereits 37.470 Soldaten der russischen Armee gefallen.

News zum Ukraine-Krieg: Schwere Verluste für Russland – Angeblich Munitionsdepot bei Cherson zerstört

Update vom Dienstag, 12. Juli, 06.30 Uhr: Nachdem zuletzt über verstärkte ukrainische Angriffe auf die von Russland besetzte Region Kherson zu hören war, hat das Oberkommando Süd der ukrainischen Streitkräfte nach eigenen Angaben ein russisches Munitionsdepot zerstört. Bei dem Angriff auf das besetzte Nova Kakhovka (Region Kherson) seien 52 Raketenwerfer, eine „Msta-B“-Haubitze, ein Mörser und sieben Einheiten gepanzerter- und ungepanzerter Fahrzeuge sowie ein Lager voller Munition zerstört worden, so das ukrainische Oberkommando Süd.

Schwere Verluste: Angeblich mehrere russische Offiziere in Cherson getötet

+++ 12.00 Uhr: Unter der russischen Besetzung soll sich die humanitäre Lage laut ukrainischen Beamteten enorm verschlechtern. Der „Terror“ gegen die Zivilbevölkerung nehme zu, sagte Jurij Sobolewski, stellvertretender Leiter der Regionalverwaltung in Cherson, gegenüber dem US-Nachrichtensender CNN. „Lehrer, Ärzte, Mitarbeiter öffentlicher Versorgungseinrichtungen, Leiter von Wohngemeinschaften“ würden aktuell zur Zielscheibe.

Das ukrainische Militär hatte daher in letzter Zeit seine Angriffe auf russische Stellungen in Cherson verstärkt und bei einer Offensive vom Norden aus nur geringe Fortschritte erzielt. Ein hoher ukrainischer Beamter erklärte am Montag, dass bei zwei schweren Angriffen in der Region Cherson am Wochenende mehrere hochrangige russische Offiziere getötet worden seien. Genauere Angaben sind dazu bislang jedoch nicht gemacht worden.

Nach schweren Verlusten: Russland führt „stille Mobilisierung“ im Ukraine-Krieg durch

Erstmeldung vom Montag, 11. Juli: Kiew/Moskau – Einem Bericht des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine zufolge führt Russland über seine regionalen Arbeitsvermittlungszentren eine „stille Mobilisierung“ durch. Demnach rekrutieren russische Behörden massenhaft Vertragsarbeiter, ohne eine Kriegsmobilisierung anzukündigen. Würde es zu einer offiziellen Mobilisierung kommen, könnte Wladimir Putin nach russischem Recht alle Wehrpflichtigen sowie Reservekräfte einberufen.

Wie es aus der Ukraine heißt, seien „in den regionalen Arbeitsvermittlungszentren der Russischen Föderation mehr als 22.200 Stellenangebote für Vertragsbedienstete aufgetaucht.“ Dieses Vorgehen könnte für hohe Verluste auf russischer Seite sprechen. Die Ukraine stellte fest, dass die 37. Motorschützenbrigade aus Burjatien, die Berichten zufolge die zweithöchste Zahl von Opfern zu beklagen hat, die meisten russischen Kontaktsoldaten rekrutieren möchte.

Die ukrainischen Streitkräfte geben an, dass seit Beginn des Krieges etwa 37.300 russische Soldaten getötet wurden, obwohl Russland diese Zahlen nicht bestätigt hat. (nak/mse)

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