„Ich habe Angst, Mann“ 

Fall George Floyd: Körperkamera-Transkripte der Polizisten schildern erschreckende Vorgeschichte

Nach dem Tod von George Floyd durch Polizeigewalt kommt es in den USA zu zahlreichen Protesten. Nun wurden die Körperkameras der angeklagten Polizisten transkripiert.

  • USA: Proteste durch „Black Lives Matter“* nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd* durch den Polizisten Derek Chauvin*.
  • Gegen mehrere US-Demonstranten hat die Staatsanwaltschaft nun außerdem Anklage erhoben.
  • Die an der Tötung von Floyd beteiligten Polizisten müssen sich nun vor Gericht verantworten. Der Termin für den Prozessauftakt steht. Er beginnt jedoch erst im nächsten Jahr (siehe Update vom 30. Juni, 8.01 Uhr).

Update vom 14. Juli, 10.12 Uhr: Nach dem Tod von George Floyd und weltweiten Protesten sorgt nun ein ganz ähnlicher Fall in Brasilien für Empörung. Ein Handyvideo zeigt, wie eine schwarze Frau bei einem brutalen Polizeieinsatz in São Paulo zu Boden gedrückt wird. Sie verlor eigenen Angaben zufolge mehrmals das Bewusstsein.

Update vom 9. Juli, 13.04 Uhr: Nach neu veröffentlichten Abschriften sagte der Afroamerikaner George Floyd vor seinem Tod bei einem Polizeieinsatz Ende Mai mehr als 20 Mal „I can't breathe“ - ich kann nicht atmen. Die Transkripte stammen von den Körperkameras der nun angeklagten Polizisten und wurden am Mittwoch von einem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota veröffentlicht. In ihnen zeigt sich unter anderem, wie Floyd die Beamten immer wieder anbettelte, von ihm abzulassen. „Ich kann nicht atmen, ich kann nicht atmen. Ah! Ich werde wohl auf diese Weise sterben“, heißt es in den Gerichtsunterlagen unter anderem.

Fall George Floyd: Afroamerikaner wies Polizei auf seine Platzangst hin

Die Mitschriften zeigen weiter, dass Floyd offenbar von Anfang an verängstigt war, er flehte einen der Polizisten offenbar schon vor der körperlichen Auseinandersetzung an, ihn bitte nicht zu erschießen. „Sie handeln etwas unberechenbar“, sagt ein Beamter zu ihm an einem Punkt. Floyd entgegnete: „Ich habe Angst, Mann“

Im weiteren Verlauf wird immer wieder deutlich, dass Floyd und die Polizisten Probleme haben, miteinander zu kommunizieren. Immer wieder sagt der Festgenommene auch, dass er unter Platzangst leide und deshalb Schwierigkeiten habe, in das Polizeiauto einzusteigen. Anschließend kam es zu der Auseinandersetzung, in deren Folge Floyd starb.

Das Hauptverfahren gegen vier Polizisten, denen die Tötung Floyds zur Last gelegt wird, soll nach US-Medienberichten am 8. März 2021 beginnen.

Floyd-Proteste: Trump hetzt Polizei gegen „Black Lives Matter“-Schriftzug in New York auf

Update vom 1. Juli, 18.29 Uhr: Die Stadt New York will ein passendes Zeichen zu den großenProtesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd setzen. In der fünften Avenue soll bald ein großer „Black Lives Matter“-Schriftzug prangen. 

Jetzt wütet US-Präsident Donald Trump über dieses Vorhaben und schimpft über den Bürgermeister der Metropole. 

New York City beschneidet das Geld der Polizei um eine Milliarde Dollar und trotzdem wird der Bürgermeister ein großes, teures, gelbes ‚Black Lives Matter‘-Zeichen in der fünften Avenue malen“, schimpft Trump bei Twitter. 

Der mahnende Schriftzug würde die luxuriöse Gegend verunglimpfen, schießt er weiter. „Darüber hinaus wird das New York‘s feinste Leute sehr verärgern, die die schreckliche BLM-Parole ‚Würstchen im Schlafrock, frittiert sie wie Speck‘ noch bestens in Erinnerung haben.“

Damit nicht genug, ruft er diePolizeidazu auf, gegen den Schriftzug vorzugehen. Sie würde von Bürgermeister Bill de Blasio, der sie „hasse und nicht respektiere neutralisiert und verachtet. Vielleicht werde die Polizei aber nicht zulassen, dass „dieses Symbol des Hasses an einer der tollsten Straßen New Yorks angebracht wird“, formuliert Trump noch eine erschreckende Hoffnung.

Floyd-Proteste: Trump-Regierung will „Symbole der Nation“ schützen - und stellt Taskforce gegen „Anarchisten“ auf

Update vom 1. Juli, 16.18 Uhr: Bei den Anti-Rassismus-Protesten nach dem Tod George Floyds waren in den vergangenen Wochen immer wieder Denkmäler von historischen Persönlichkeiten angegriffen worden - solche, die mit dem Erbe von Sklaverei und rassistischer Diskriminierung in Verbindung stehen (siehe Update vom 28. Juni, 8.25 Uhr).

Die US-Regierung reagiert nun mit einer Sondereinheit. Heimatschutzminister Chad Wolf erklärte, die eingerichtete Taskforce solle die Bemühungen der Sicherheitsbehörden zum Schutz von „historischen Monumenten, Denkmälern, Statuen und Bundeseinrichtungen“ koordinieren - hier sein entsprechender Tweet:

Vor dem Feiertagswochenende um den Unabhängigkeitstag am 4. Juli würden zudem landesweit schnelle Einsatzgruppen entsandt. „Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie gewalttätige Anarchisten und Krawallmacher nicht nur die Symbole unserer Nation beschädigen und zerstören, sondern auch gegen Gesetz und Ordnung verstoßen und Chaos in unseren Gemeinden säen wollen“, sagte Wolf. Zwar hätten die Menschen das Recht auf „friedliche Proteste“; „Gewalt und Unruhen“ würden aber nicht toleriert. US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche ein Dekret zum Schutz von Denkmälern unterzeichnet.

Fall George Floyd: Termin für Prozessauftakt steht fest - Richter schickt Warnung hinterher

Update vom 30. Juni, 8.01 Uhr: Nun steht fest, dass der Prozess zur Tötung des Afroamerikaners George Floyd während eines brutalen Polizeieinsatzes in der US-Stadt Minneapolis im März beginnen soll. Am Montag setzte ein Richter in der Stadt im Bundesstaat Minnesota als Termin für den Auftakt des Prozesses gegen vier weiße Ex-Polizisten den  8. März fest. 

Zugleich warnte der Richter die Staatsanwälte und Verteidiger davor, im Vorfeld des Prozesses ihre Argumente über die Medien zu verbreiten, damit kein Einfluss auf das Verfahren genommen werde. Hauptbeschuldigter ist Derek Chauvin. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft unter anderem „Mord zweiten Grades“ vor. Dies entspricht in etwa einem Totschlag in einem besonders schweren Fall. Eine Tötungsabsicht sieht die Staatsanwaltschaft allerdings nicht. Den drei weiteren angeklagten Ex-Polizisten wird Beihilfe zum Mord angelastet. Allen vier Angeklagten drohen nun Haftstrafen von bis zu 40 Jahren. Nach dem Vorfall wurden alle vier Polizisten entlassen und vorläufig festgenommen. Chauvin wurde für den Gerichtstermin am Montag vom Gefängnis aus zugeschaltet, die anderen drei Beteiligten erschienen persönlich vor Gericht. 

Während die ersten Anhörungen im Fall George Floyd stattfinden, dauern die internationalen Black-Lives-Matter-Proteste (wie hier in London) weiter an.

Nach Todesfall von George Floyd: Allen beteiligten Polizisten droht langjährige Haftstrafe

Update vom 29. Juni, 21.40 Uhr: Am Dienstag müssen sich die vier ehemaligen Polizisten, die an dem Polizeieinsatz beteiligt waren, der zum Tod von George Floyd führte, erneut vor Gericht verantworten. Es ist die zweite Anhörung der Männer, die inzwischen aus dem Polizei-Dienst entlassen wurden und denen lange Haftstrafen drohen. Dem Haupttäter Derek Chauvin, der wegen Mord zweiten Grades angeklagt wird, droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 40 Jahren. Seinen drei ehemaligen Kollegen wird Mittäterschaft bei Tötung von George Floyd vorgeworfen. Auch ihnen droht eine lange Haftstrafe.

Am Montag warnte darüber hinaus einer der Richter, dass der Prozess aus Minneapolis verlegt werden könnte, sollten Beamte und Anwälte nicht aufhören, über den Prozess zu sprechen. Wenn die öffentlichen Äußerungen nicht aufhören würden, wäre ein Ortswechsel denkbar, sagte Richter Peter Cahill. Das berichtetbild.deGeorge Floyd wurde bei einem Polizeieinsatz am 25. Mai getötet, als der Poiziist Derek Chauvin minutenlang auf seinem Hals kniete.

Übrigens: Wenn es nach der Staatsanwaltschaft im Iran geht, soll US-Präsident Trump auch bald selbst vor Gericht stehen. Die Staatsanwaltschaft hat einen Haftbefehl gegen Trump ausgestellt und nun auch Interpol kontaktiert.

Update vom 29. Juni, 15.05 Uhr: Die USA kommen nicht zur Ruhe - mit gewisser Regelmäßigkeit werden verstörende Vorfälle rund um die Proteste gegen Polizeigewalt bekannt. Nun hat laut einem Bericht des Senders abcNews ein Pärchen in St. Louis mit einer überaus erschreckenden Geste auf einen an ihrem Haus vorbeiziehenden Protestzug reagiert: Mit gezückten Waffen standen der Mann und die Frau vor ihrem Haus im wohlhabenden Viertel Central West End - der Mann schien gar ein Maschinengewehr zu tragen. Ein entsprechendes Video hat der Sender auch in den sozialen Netzwerken geteilt.

Die Demonstranten waren dem Bericht zufolge auf dem Weg zum Haus der Bürgermeisterin von St. Louis, Lyda Krewson. Sie hatte zuvor öffentlich Namen und Adressen von Bürgern verlesen, die in Briefen die Streichung des Polizei-Budgets gefordert hatten. Vor einigen Tagen hatte in Albuquerque eine selbsternannte „Miliz“ einen Demonstranten angeschossen. Die Protestierenden hatten versucht, eine Statue umzustürzen.

Ein Dauerthema in den Vereinigten Staaten ist auch das Waffenrecht. Zuletzt ist in Chicago ein einjähriger Junge nach Schüssen aus einem Auto ums Leben gekommen.

Update vom 28. Juni, 22.06 Uhr: Mitten in die aufgeheizte Atmosphäre nach dem Mordfall Floyd hat Donald Trump auf Twitter ein Video geteilt, in dem eine rassistische Parole eine prominente Rolle spielt - der Ausruf „White Power“ ist zu hören.

US-Proteste: Staatsanwaltschaft fordert drakonische Strafen - „Warnung für alle“

Update vom 28. Juni, 8.25 Uhr: Die US-Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen vier Männer erhoben, die am Rande von Anti-Rassismus-Protesten in Washington versucht haben sollen, eine Statue des früheren US-Präsidenten Andrew Jackson zu stürzen. Laut Staatsanwaltschaft wird den vier Männern im Alter von 20 bis 47 Jahren die „Zerstörung von Bundeseigentum“ vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen bis zu zehn Jahre Haft.

Einer der Angeklagten ist bereits festgenommen und dem Richter vorgeführt worden. „Diese Anklagen sollten eine Warnung für all jene sein, die beschließen, die Statuen und Denkmäler zu beschädigen, die unsere Hauptstadt schmücken: Ihr gewalttätiges und kriminelles Verhalten wird nicht toleriert“, so die Staatsanwaltschaft in einer Erklärung.

Floyd-Proteste: Anklage nach versuchtem Sturz von Präsidenten-Statue - Trump bezieht Stellung

Präsident Donald Trump verbreitete via Twitter Aufrufe der Polizei, mehr als ein Dutzend weitere Demonstranten zu identifizieren, die an der Aktion am vergangenen Montag (22. Juni) vor dem Weißen Haus beteiligt gewesen waren. Am Freitag hatte Trump eine Verordnung zur härteren Bestrafung für die Beschädigung von Denkmälern unterzeichnet.

Auf Aufnahmen von Überwachungskameras war zu sehen, wie mehrere Demonstranten versuchten, die Jackson-Statue mit Seilen zu stürzen. Die vier nun Angeklagten sollen die Seile um die Statue gelegt oder an ihnen gezogen haben. Einer der Männer soll einem anderen Protestteilnehmer zudem einen Hammer in die Hand gedrückt haben.

Nach Floyd-Protesten: „Verrat“ - Trump wütet gegen prominenten BLM-Aktivisten

Update vom 25. Juni, 21.50 Uhr: Ein New Yorker Polizist ist nach einem Würgegriff-Vorfall bei der Verhaftung eines Afroamerikaners vorübergehend festgenommen und angeklagt worden. Der 39-Jährige müsse sich nun unter anderem wegen versuchter Strangulierung verantworten, teilte die Staatsanwältin des Stadtteils Queens, Melinda Katz, mit. Nach der Verlesung der Anklage wurde der Polizist zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt.

Er war am Wochenende vom Dienst suspendiert worden, nachdem Videos veröffentlicht worden waren, die zu belegen scheinen, dass der er bei einem auf dem Boden liegenden Mann einen illegalen Würgegriff anwendete. Der 35-jährige Afroamerikaner war bei der Festnahme am Sonntag im Bezirk Queens verletzt und in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Verhaftung erfolgte unter anderem wegen Verdachts auf Ruhestörung.

Nach Floyd-Protesten: Trump greift Aktivisten scharf an - „Verrat, Verhetzung, Aufruhr!“

Update vom 25. Juni, 21.42 Uhr: Donald Trump greift einen schwarzen Aktivisten nach dessen Äußerungen zur Gewalt bei den Protesten infolge des Todes von George Floyd scharf an. Der US-Präsident schreibt auf Twitter: „Das ist Verrat, Verhetzung, Aufruhr!“ Der New Yorker Präsident der „Black Lives Matter“-Bewegung, Hawk Newsome, hatte zuvor im Sender „Fox News“ gesagt, weder billige noch verurteile er Ausschreitungen. Er verwies darauf, dass er gesagt habe: „Wenn dieses Land uns nicht gibt, was wir wollen, dann werden wir das System niederbrennen und es ersetzen.“ Es sei Auslegungssache, ob er das im übertragenen oder im wörtlichen Sinn meine.

Newsome sagte, die USA seien auf Gewalt aufgebaut. „Was war die Amerikanische Revolution, was ist unsere Diplomatie auf der ganzen Welt?“, fragte er. „Wir gehen rein und sprengen Länder in die Luft, und wir ersetzen ihre Anführer durch Anführer, die uns gefallen. Es ist also für jeden Amerikaner extrem heuchlerisch, uns der Gewalt zu bezichtigen.“ Trump twittert darauf nun: „Recht und Ordnung!“

Nach Floyd-Protesten: Trump droht Demonstranten - Twitter versteckt Präsidenten-Post

Update vom 23. Juni, 22.20 Uhr: Donald Trump hat Demonstranten für Angriffe auf Denkmäler lange Gefängnisstrafen angedroht. Jeder, der eine Statue oder ein Monument „beschädigt oder zerstört“, solle festgenommen werden, schrieb Trump bei Twitter. Die Haftstrafe könne bis zu zehn Jahren betragen. Zugleich warnte der Präsident, er werde die Errichtung einer  „autonomen Zone“ in der Hauptstadt Washington nicht dulden. Die Sicherheitskräfte würden dies mit harter Hand unterbinden. Demonstranten hatten auf eine Kirche nahe des Weißen Hauses „BHAZ“ für „Black House Autonomous Zone“ (etwa: „Autonome Zone des Schwarzen Hauses“) geschrieben.

Twitter reagierte umgehend und verbarg den Tweet des US-Präsidenten hinter einem Warnhinweis. Das Unternehmen erklärte, die Botschaft verstoße gegen die „Regeln zu missbräuchlichem Verhalten“. Nutzer können den Tweet aber nach einem Klick auf den Warnhinweis lesen.

Update vom 23. Juni, 6.51 Uhr: Demonstranten haben in Washington versucht, eine Statue in einem Park nahe des Weißen Hauses zu Fall zu bringen. Die Polizei verhinderte die Aktion am Montagabend auf dem Lafayette Park - sie drängte die Demonstranten mit Tränengas zurück, wie mehrere US-Medien berichteten. Vor Ort waren zahlreiche Personen zu sehen, die auf dem Kantstein saßen und ihre gereizten Augen mit Wasser spülten.

Das Monument zeigt den siebten amerikanischen Präsidenten, Andrew Jackson, auf einem Pferd. Unter ihm wurde der „Indian Removal Act“ zur Vertreibung und Umsiedlung der Ureinwohner aus Gebieten im Süden des Landes erlassen. Präsident Donald Trump verurteilte in einem Tweet den „schändlichen Vandalismus“ an der „prächtigen Statue“. Zahlreiche Menschen seien festgenommen schrieb Trump weiter und fügte hinzu, dass ihnen zehn Jahre Gefängnis drohen.

In den USA protestieren Tausende gegen Rassismus.

Die Proteste in Washington waren wie in vielen anderen US-Städten durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis Ende Mai ausgelöst worden. Sie richten sich gegen Rassismus und Polizeigewalt. 

Nach Floyd-Protesten: Polizist wendet wieder Würgegriff gegen Schwarzen an - Video schockiert

Erstmeldung vom 22. Juni, 14.11 Uhr

New York - Ein New Yorker Polizist ist am Sonntag nach einem Würgegriff-Vorfall bei der Verhaftung eines Schwarzen vom Dienst suspendiert worden. Die Polizei veröffentlichte ein Bodycam-Video, zudem gab es Handy-Aufnahmen eines Passanten. Die Videos scheinen zu belegen, dass der Polizist bei dem auf dem Boden liegenden Mann einen illegalen Würgegriff anwendete.

New Yorker Polizist wendet Würgegriff bei Verhaftung an: Schwarzer muss ins Krankenhaus

Polizeichef Dermot Shea sprach in einem Tweet von einem „verstörenden“ Vorfall und versprach völlige Transparenz. Die Untersuchung dauere noch an. 

Der 35-jährige Schwarze sei bei der Festnahme am Sonntagmorgen (Ortszeit) im Bezirk Queens verletzt und in ein Krankenhaus gebracht worden, berichtete die New York Times. Bei dem Vorfall waren mehrere Polizisten zugegen. Die Verhaftung erfolgte unter anderem wegen Verdacht auf Ruhestörung.

Polizeigewalt in den USA: New York reagiert mit drastischer Maßnahme

Die New York Times hat auf Youtube zudem das Video aus der Bodycam eines anwesenden Polizisten veröffentlicht. Darauf scheint erkennbar, dass der 35-Jährige deutlich angetrunken ist und nicht weggehen will - in gefährlicher Weise aggressiv wirkt er nicht, auch nicht in dem Moment, als der Polizist ihn packt und zu Boden drückt.

Video: Body Cam Aufnahme zeigt Hergang der Festnahme

Zum ersten Mal zu sehen ist der Schwarze bei Minute 4:50, als die Polizisten es eigentlich mit anderen Unruhestiftern zu tun haben. Bei Minute 10.50 packt der Polizist plötzlich zu. Etwa bei Minute 23.00 sind die Sanitäter vor Ort.

Die Stadt New York hatte vorige Woche ein Gesetz erlassen, das die Anwendung von Würgegriffen verbietet und unter Strafe stellt. Mehrere Städte und Bezirke haben entsprechende Polizeireformen angekündigt, etwa die Abschaffung umstrittener Praktiken wie Würgegriffe.

Video: Polizist erschießt Afroamerikaner in Atlanta

In der Zwischenzeit kommen immer mehr und immer wieder brutale Zwischenfälle an die Öffentlichkeit: So erschoss in Atlanta ein Polizist einen Schwarzen.

Proteste gegen Rassismus in den USA: Trump verschweigt das Thema im Wahlkampf

US-Präsident Donald Trump reagiert bei dem Thema schwerfällig, zunächst kritisierte er rüde die Demonstranten, die unter dem Stichwort „Black Lives Matter“ für mehr Gerechtigkeit für Schwarze protestierten, und ließ heftig gegen die Proteste vorgehen.

Zuletzt räumte er ein, dass es „ein wenig systematischen Rassismus“ in den USA gebe. Er würde gerne glauben, dass es nicht so sei, sagte Trump dem Wall Street Journal. „Aber leider gibt es wahrscheinlich ein wenig. Ich würde auch sagen, dass es wesentlich weniger ist als früher.“

Bei seinem ersten Wahlkampfauftritt in Tulsa sparte er den Namen George Floyd sowie die gesamte Thematik der Aufstände gegen den Rassismus in den USA völlig aus.

Ärger hat sich US-Präsident Donald Trump außerdem mit den „Rolling Stones“ eingehandelt - es geht um seinen Wahlkampf. Nun könnte ihm sogar eine Klage drohen.

In Deutschland will ein CSU-Politiker derweil nach den Ausschreitungen in Stuttgart ein Migrationsproblem erkennen - die Reaktion eines Journalisten geht viral. Der Fall Floyd sorgt für Verwerfungen bis ins österreichische Vorarlberg: Dort sieht sich eine Brauerei einem Rassismus-Shitstorm ausgesetzt.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © A FP / Michael A. McCoy

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