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Konservative Gefahr für Orbán? Opposition in Ungarn setzt alles auf einen Mann

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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In Ungarn stehen 2022 Parlamentswahlen an. Den rechtsnationalen Ministerpräsidenten könnte ein Außenseiter in Bedrängnis bringen. Die Opposition vereint sich hinter dem Parteilosen.

Budapest/München – Er könnte Viktor Orbán gefährlich werden: Der konservative und parteilose Außenseiter Peter Marki-Zay tritt bei der anstehenden Parlamentswahl 2022 als Oppositionskandidat gegen den rechtsnationalen Ministerpräsidenten an. Eben jene konservative Ausrichtung ist es, die Orbán dabei in Bedrängnis bringen könnte.

Aus dem ungarischen Tiefland stammend, bekennender Katholik und Vater von sieben Kindern – genau damit könnte Marki-Zay Wählerinnen und Wähler auf dem Land ansprechen, die konservativ eingestellt sind, aber von Orbáns* Herrschaft möglicherweise nicht mehr so überzeugt. Der Ministerpräsident steht wegen seiner Regierungsführung unter EU-Beobachtung*. Zugleich vergrault Marki-Zay die urbanen, eher linken Wähler der Großstädte nicht, weil sich sein Konservativismus mit Weltoffenheit, Toleranz und Kompromissfähigkeit paart.

Orbán-Herausforderer: Konservativer könnte für Ungarns Regierungschef zur Gefahr werden

Der 49-jährige Herausforderer gewann eine von der Opposition durchgeführte Vorwahl mit deutlichem Abstand zu der Sozialdemokratin Klara Dobrev. Das teilte die Vorwahlkommission am Sonntagabend nach der Auszählung der Stimmen mit. Marki-Zay erzielte demnach 56,71 Prozent, die sozialdemokratische Rivalin 43,29 Prozent der Stimmen. 662.016
Wähler stimmten binnen sechs Tagen bis zum Samstagabend ab.

Es ist das erste Mal, dass eine derartige Vorwahl in Ungarn stattfand. Sechs bisher zerstrittene Oppositionsparteien - von links-grün bis rechtskonservativ - sollen Peter Marki-Zay im Wahlkampf gegen Viktor Orbán unterstützen. „Heute haben wir auch die Opposition ausgewechselt“, äußerte der Vorwahl-Sieger. Der Opposition könne es nur vereint gelingen, den amtierenden Regierungschef zu besiegen. „Der Ausweg ist weder rechts noch links, sondern nur aufwärts“, fügte er hinzu. Er sei sich mit Dobrev darin einig, dass der Zusammenhalt der Opposition nicht zerstörbar sei.

Marki-Zay studierte Wirtschaft, Elektrotechnik und Geschichte. Von 2004 bis 2009 lebte er mit seiner Familie in Kanada und den USA. In die Politik stieg er erst 2018 ein. Damals gewann er - gleichfalls überraschend - die Bürgermeisterwahl in Hodmezövasarhely. Der Ort galt bis dahin als uneinnehmbare Hochburg der Orban-Partei Fidesz. Im Jahr darauf wiederholte er den Wahlsieg. (dpa/aka) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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