CDU/CSU und Grüne gleichauf

Umfrage-Schock für Armin Laschet: Tiefstwert für die Union

Die Union fällt in einer Umfrage auf einen Tiefstwert. Grund ist auch die Kanzlerkandidatur von NRW-Ministerpräsident und CDU-Chef Armin Laschet. Die Grünen profitieren.

Hamm - „Die Würfen sind gefallen.“ So lauteten die Worte von Markus Söder. Nicht der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident geht als Kanzlerkandidat der Union ins Rennen, sondern der CDU-Vorsitzende und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Allen Umfragen zum Trotz, nach denen der CDU/CSU eigentlich mit Markus Söder die besseren Chancen auf einen Wahlsieg ausgerechnet wurden.

NameArmin Laschet
Geboren18. Februar 1961 in Aachen
Größe1,70 Meter
EhepartnerinSusanne Laschet (verh. seit 1985)

Umfrage-Schock für Armin Laschet: Tiefstwert für die Union - Grüne mit Annalena Baerbock gleichauf

Dennoch glaubte vor allem die Parteispitze der CDU, auch mit Armin Laschet die Bundestagswahl 2021 gewinnen zu können. Bislang ist davon in Umfragen jedoch nicht viel zu sehen. Denn nach der für viele CDU- und CSU-Mitglieder strittigen Entscheidung über die Kanzlerkandidatur zugunsten von Armin Laschet verliert die Union in Umfragen weiter an Zuspruch.

In einer Umfrage des Instituts Insa für die Bild (Dienstagsausgabe) kamen CDU/CSU nur noch auf 23 Prozent. Das war der niedrigste je in dieser Erhebung verzeichnete Wert. In der Vorwoche lag die Union noch bei 24 Prozent. Gleichauf liegen die Grünen mit unverändert 23 Prozent.

Die SPD verliert dieser Umfrage zufolge einen Punkt auf 16 Prozent. Die AfD gewinnt einen Punkt auf zwölf Prozent. FDP mit zwölf Prozent und Linke mit acht Prozent halten ihre Ergebnisse aus der Vorwoche. Für den Insa-Meinungstrend im Auftrag von Bild wurden vom 23. bis zum 26. April 2021 insgesamt 2082 Bürger befragt.

Bundestagswahl 2021: CDU und Grüne in Insa-Umfrage für Bild gleichauf

UnionSPDAfDFDPLinkeGrüneSonstige
231612128236

Würden die Bürger tatsächlich so bei der Bundestagswahl 2021 abstimmen, wären verschiedene Regierungsbündnisse zumindest in der Theorie möglich: eine Jamaika-Koalition (CDU/CSU, Grüne, FDP) mit 58 Prozent, eine Kenia-Koalition (CDU/CSU, Grüne, SPD) mit 62 Prozent, eine sogenannte Deutschland-Koalition (CDU/CSU, SPD, FDP) mit 51 Prozent sowie eine Ampel-Koalition mit Grüne, FDP und SPD, die auf 51 Prozent käme. Unter Umständen wäre auch eine knappe parlamentarische Mehrheit für eine grün-rot-rote-Koalition aus Grüne, SPD und Linke mit zusammen 47 Prozent denkbar.

Insa-Chef Hermann Binkert analysiert in der Bild: „Die Nominierung von Annalena Baerbock zur Kanzlerkandidatin zieht die Grünen nach oben. Sie findet deutlich mehr Zuspruch als ihre beiden männlichen Mitbewerber.“

Umfrage-Schock: Kanzlerkandidatur von Armin Laschet zieht Union nach unten

Auf der anderen Seite ziehe die Kanzlerkandidatur von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident und CDU-Chef Armin Laschet nach unten. „Der Kampf um Platz eins und die verschiedensten Koalitionsoptionen machen deutlich, wie spannend das Wahljahr 2021 wird“, sagte Hermann Brinkert: „Vieles scheint möglich. Die politische Landschaft in Deutschland gestaltet sich derzeit neu.“

Derweil versucht Armin Laschet, die beiden Lager in der Union zu vereinen und auch diejenigen auf seine Seite zu ziehen, die lieber Markus Söder als Kanzlerkandidaten gesehen hätten. Der CDU-Chef trifft sich eine Woche nach dem Ende des Machtkampfs in der Union mit der Südwest-CDU, die in großen Teilen aufseiten des CSU-Vorsitzenden gestanden hatte.

Umfrage-Schock für CDU/CSU: Armin Laschet will auf Markus-Söder-Lager zugehen

Zu der Video-Schalte am Dienstagabend (18 Uhr) sind alle Funktions- und Mandatsträger aus Land, Bund und Europaparlament eingeladen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Fünf Monate vor der Bundestagswahl 2021 will Armin Laschet auch die Landesverbände auf einen gemeinsamen Kurs einschwören, die für Markus Söder plädierten. Die baden-württembergische CDU ist der zweitgrößte Landesverband und hatte sich schon im Rennen um den Bundesvorsitz auf die Seite des Laschet-Konkurrenten Friedrich Merz gestellt.

Brandenburgs CDU-Landesvorsitzender Michael Stübgen hat sich derweil für Armin Laschet ausgesprochen. Er traut dem Kanzlerkandidaten zu, in der Union für Geschlossenheit zu sorgen. „Armin Laschet hat drei wirkliche Stärken: seine Verlässlichkeit, sein Durchhaltevermögen und seine Fähigkeit zusammenzuführen“, sagte Michael Stübgen der Deutschen Presse-Agentur. „Er führt in Nordrhein-Westfalen geräuschlos, aber erfolgreich eine Koalition mit einer Stimme Mehrheit.“ Daran könne man sehen: „Er kann durchaus den Laden zusammenhalten, auch wenn es knapp ist.“ (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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